Warehouse Management

Design-Profi mit frischem Lager-Layout

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Allein die Warenverfügbarkeit hatte sich vier Wochen nach dem Kick-off des Systems bereits von 60 auf 90% erhöht, und die mittlere Durchlaufzeit eines Auftrags konnte von rund zwei Wochen auf drei Tage reduziert werden. „Wir könnten sogar noch schneller sein“, glaubt Michael Wolf, „so aber haben wir einen gesunden Mix aus Tempo und Auslieferqualität. Falschlieferungen kommen so gut wie gar nicht mehr vor.“

Wegoptimierte Führung an die Arbeitsplätze

Sowohl die Ein- als auch die Auslagerungen sowie die Kommissionierung werden nun vom WOS verwaltet, das auch dafür sorgt, dass im Kommissionierbereich jederzeit genügend Ware für die Abarbeitung eines Auftrags vorhanden ist und gegebenenfalls den Nachschub organisiert. Für diese Arbeiten werden die Mitarbeiter, mit oder ohne Gabelstapler, wegeoptimiert an die Lagerplätze geführt. Allen Einlager- oder Entnahmevorgängen im Hochregal oder im Blockbereich liegt eine Platz- und Artikelprüfung mit erforderlicher Bestätigung über die MDE-Geräte zugrunde. Unter anderem wird zum Beispiel für jeden auszulagernden Karton ein Etikett mit individueller Identifikationsnummer ausgedruckt.

Die Einsparungen durch das neue Lagersystem seien kaum zu beziffern, meint Wolf – und versucht es dennoch mit einigen Beispielen. So wird durch die exakte Datenverwaltung des WOS permanent eine Inventur geführt, die von der Wirtschaftsprüfung abgesegnet und für gut befunden wurde. Dies allein bedeutet für Kare eine Einsparung von rund 1000 Mann-Stunden. Außerdem ist aufgrund der klaren Strategie die Logistikleistung so deutlich gestiegen, dass nur noch etwa 60% des früheren Personals benötigt wird. Daher kann auf Fremdfirmen und Leiharbeiter verzichtet werden und ein Personalabbau in eigenen Reihen wurde Wolf zufolge sozialverträglich vorgenommen.

Hohes Einsparpotenzial beim Materialeinsatz

Die Kare-Kollegen, davon zwölf Packer, können nun je nach Bedarf sehr flexibel im Warenein- oder -ausgang eingesetzt werden. Der Zweischicht- konnte auf einen Einschichtbetrieb zurückgefahren werden. Monetär ausgedrückt, leisten die Kare-Mitarbeiter durch die Lageroptimierung heute einen Umschlag von 700 Euro pro Stunde statt wie früher 150 Euro. Und das, obwohl gemäß den sich ändernden Kundenwünschen immer kleinere Losgrößen gepackt und verschickt werden.

Aber auch beim Materialeinsatz zeigte sich erhebliches Einsparpotenzial: „Statt der ursprünglich geplanten 15 Stapler reichen uns acht Fahrzeuge bequem aus, um unser Tagessoll zu erfüllen“, resümiert Michael Wolf. Außerdem verfügt das WOS über eine Funktion, die nach wirtschaftlichen Kriterien bestimmt, ob Einweg oder Mehrwegpaletten eingesetzt werden.

Prozessveränderungen können jederzeit ins System eingegeben werden, das sie dann in klar strukturierte Arbeitsaufträge für die Mitarbeiter umsetzt. Auch Anpassungen aufgrund neuer gesetzlicher Verordnungen, zum Beispiel Ländercodes, sind problemlos möglich.

Wirklich kritische Phasen bei der Umsetzung des Projekts gab es keine, betonen beide Seiten. Bei Fragen seitens der Kare-Mitarbeiter steht ihnen eine Hotline zu Verfügung. Und auch der anfängliche Betrieb war von keinen größeren Störungen getrübt. „Unsere Mitarbeiter haben das neue System in kürzester Zeit verinnerlicht, da es sehr intuitiv aufgebaut ist“, sagt Michael Wolf, „und für alle Beteiligten bedeutete die Umstellung eine klare Verbesserung.“

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