Warehouse Management Design-Profi mit frischem Lager-Layout

Redakteur: Volker Unruh

In nur elf Monaten von der Erstellung des Fristenhefts bis zur Inbetriebnahme hat der Garchinger Fachhändler für Design-Möbel und Accessoires Kare seine komplette Lagerhaltung neu strukturiert. Ein exakt auf die Anforderungen des Unternehmens zugeschnittenes Lagerverwaltungssystem sorgt für Transparenz, schnelle Arbeitsabläufe – und Einsparungen in Millionenhöhe.

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Up to date nicht nur mit dem Produktspektrum, sondern auch mit der Logistik: Durch eine umfassende Neuorganisation der Lagerhaltung spart der Fachhändler für Design-Möbel und Ascessoirs Kare Raum und Zeit.Bilder: Kare
Up to date nicht nur mit dem Produktspektrum, sondern auch mit der Logistik: Durch eine umfassende Neuorganisation der Lagerhaltung spart der Fachhändler für Design-Möbel und Ascessoirs Kare Raum und Zeit.Bilder: Kare
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit 25 Jahren ist die Kare Design GmbH in Garching-Hochbrück als weltweit operierender, im- und exportierender Großhändler auf dem Markt. Im Bereich Großhandel sind 150 Mitarbeiter beschäftigt. In diesem Jahr wird ein Umsatz von rund 50 Mio. Euro erwartet. „Mit unserem Produktspektrum“, erläutert Michael Wolf, der als Chief Operations Officer bei Kare die Bereiche Logistik und IT leitet, „heben wir uns in punkto Qualität und Design schon von der Masse ab. Unser Sortiment setzt sich aus rund 40% Möbeln sowie 60% Accessoires und Leuchten zusammen.“

Kare hat sich vom Studentenladen zu einem führenden Designhaus entwickelt. Neben dem Produktangebot ist es inzwischen auch die Logistik, vor allem wegen der Lieferpünktlichkeit und der fehlerfreien Auftragsabwicklung, die dem Unternehmen einen ausgezeichneten Ruf beschert. Doch das war nicht immer so.

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„Noch vor drei Jahren, also 2006, waren wir völlig verlagert“, erinnert sich Michael Wolf. „Wir hatten im Lager einfach keinen Überblick mehr, wussten nicht mehr, was wo war. Viel Zeit ging mit der Suche nach bestimmten Artikeln verloren, einige Produkte mussten sogar gestrichen werden, weil sie nicht mehr gefunden werden konnten. Hinzu kamen äußerst unbefriedigende Ergebnisse bei unseren Inventuren. Und der Bedarf an Lagerplatz wurde auch immer größer, so dass wir zeitweise im Wareneingang gar keine Lieferungen mehr annehmen konnten. Das wiederum hatte hohe Demourage-Kosten zur Folge.“

Zudem hatte sich das Sortiment von rund 2000 auf gut 5000 Artikel erweitert. Diese Menge war jedoch händisch mit Lieferscheinen und Papierlisten – so wurde zu dieser Zeit im Kare-Lager gearbeitet – nicht mehr zu verwalten.

Umschlag von etwa 4000 Kolli im Warenumschlag

Kare unterhält vier eigene Lagerstandorte: das Hauptlager in Garching mit einer Fläche von 10 000 m² und drei Außenläger im näheren Umkreis mit weiteren 15 000 m². In zwei Lägern wird produziert, das heißt kommissioniert, verpackt und verschickt. Hinzu kommen noch einige nach Bedarf angemietete Lagerflächen bei Dienstleistern wie zum Beispiel Dachser.

Pro Tag werden im Warenausgang etwa 4000 Kolli umgeschlagen, was rund 300 Paletten entspricht. Die Lagerzeit der einzelnen Artikel ist sehr unterschiedlich. Ein Großteil besteht aus Schnelldrehern, während andere Teile aufgrund unvorhersehbarer Marktentwicklungen auch länger im Lager bleiben können.

Logistische Insuffizienz kann schwere Verluste verursachen

Das ursprünglich bei Kare angewendete System kannte pro Artikel einen Lagerplatz, an dem zugleich kommissioniert wurde. Um diesen Platz herum wurden auch die Reserven und Anbruchpaletten gelagert. War dieser Platz leerkommissioniert, musste ein Staplerfahrer gerufen werden, um den Nachschub aus dem Regal zu holen. Dabei war jedoch nicht gewährleistet, dass der Nachschub auch identisch mit dem Soll-Artikel war, zum Beispiel in punkto Farbe. Also wurde häufig gesucht.

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