Fördertechnik

Die Zukunft des Autobaus auf der Gabel

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Ein Gruß des ehrenamtlichen Logistik-Teams der Formula Student Germany an Linde Material Handling im vergangenen Jahr.
Ein Gruß des ehrenamtlichen Logistik-Teams der Formula Student Germany an Linde Material Handling im vergangenen Jahr. (Bild: Klaus Scheuplein)

Jedes Jahr hält mit der Formula Student Germany (FSG) einer der weltweit größten Formelrennwagen-Konstruktionswettbewerbe für Studenten Einzug auf dem Hockenheimring. Dabei zeigt auch die Fördertechnik von Linde Marterial Handling (Linde-MH), was sie kann.

Fünf Tage lang präsentieren 115 Hochschulteams aus über 30 Ländern ihre selbst konstruierten Rennwagen in zwei Wettbewerben für verbrennungsmotorisch und elektrisch angetriebene Fahrzeuge. In den zwei Tagen vor und nach sowie während der Wettbewerbe halten zwei V-Stapler, ein H45 EVO und ein H30 EVO, jeweils mit Triplex-Hubmast, zwei Niederhubwagen N20 mit überlangen Gabelzinken, zwei Plattformwagen W20 sowie ein Niederhub-Kommissionierer V08 von Linde-MH die Logistik der Formula Student Germany auf dem Hockenheimring in Bewegung: Allein 25 t Material schafft das FSG-Organisationsteam für die Ausrüstung der Rennstrecken auf das Gelände: 100 Mülleimer, 415 Schilder, 500 Banner, 1000 Rollen Klebeband, 3000 Kabelbinder, 2500 Pylonen und 700 m Bauzaun inklusive Betonfüße.

Ein harter Job – auch für die Fördertechnik

„Die Fahrzeuge müssen wirklich etwas abkönnen, wenn wir sie hier einsetzen“, stellt Johannes Kratzel fest, der bei der FSG für das Logistikteam zuständig ist, dort selbst Stapler fährt und im „normalen“ Berufsleben bei Bosch Getriebesteuerungen für Automatikgetriebe entwickelt. „Von Beton- oder Asphaltflächen mit Abflussrinnen über unebene Pflasterstrecken bis hin zu Sand und Rasen befahren wir hier alle möglichen Untergründe und legen dabei oft bis zu 1000 m am Stück zurück. Stecken geblieben sind wir selten, und wenn, dann eher durch Fahrfehler“, meint Kratzel lächelnd. Darüber hinaus hat das FSG-Team sehr spezifische Anforderungen: „Die Linde-Fahrzeuge erfüllen hier ganz unterschiedliche Aufgaben – der H30 EVO zum Beispiel hebt mit unserem ‚Erdbeerkörbchen‘ an eineinhalb Tagen die 115 Rennwagen auf das Dach der Boxenhalle, wo unter einem großen Zeltdach die Präsentationen der Teams stattfinden – und danach natürlich auch wieder runter,“ erklärt Matthias Brutschin, der unter anderem für die Materialversorgung zuständig ist – ehrenamtlich natürlich. Er koordiniert sonst die Entwicklung von Blue-Tec-Steuergeräten für die Abgasnachbehandlung bei Daimler. Zudem gilt es an acht Tagen mehr als 3000 Personen mit Getränken und Essen zu versorgen, die in Überseekisten verschifften Rennautos samt Werkzeug und Ersatzteilen der ausländischen Teams zu verladen und die vielen Sponsoren beim Auf- und Abbau ihrer Präsentationsstände zu unterstützen. Schließlich rekrutiert hier ein Großteil der Automobilbranche ihren Ingenieursnachwuchs.

Offenbar nicht nur beim Fahren bequem – ein Teil der FSG-Crew nutzt einen Linde Plattformwagen W20 mit Straßenzulassung als Pausenplatz mit erhöhter Sichtposition.
Offenbar nicht nur beim Fahren bequem – ein Teil der FSG-Crew nutzt einen Linde Plattformwagen W20 mit Straßenzulassung als Pausenplatz mit erhöhter Sichtposition. (Bild: Linde-MH)

Das beste Gesamtpaket gewinnt

„Von Linde bekommen wir immer genau die Fahrzeuge, die wir brauchen, um alle Aufgaben hier auf dem Gelände zu erledigen – Banner aufhängen, Pylonen aufstellen, Bauzäune und Betonfüße transportieren, Verpflegungspaletten einlagern und so weiter“, erzählt Kratzel. „Insofern hoffen wir natürlich, dass Linde Material Handling auch nächstes Jahr wieder dabei ist bei der Formula Student Germany 2016.“

Die Formula Student Germany (FSG) ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb für Studenten, der seit 2006 jährlich vom Formula Student Germany e.V. unter der Schirmherrschaft des Verein Deutscher Ingenieure nach Regeln ähnlich denen der Formula SAE ausgerichtet wird. Inhalt des Wettbewerbs ist es, in Teamarbeit einen einsitzigen Formelrennwagen zu konstruieren und zu fertigen, um damit gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. Bei der Formula Student gewinnt nicht das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Die Juroren des Wettbewerbs sind internationale Fachleute aus Industrie und Wirtschaft.

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