Werksschließung Für Evonik-Standort Bitterfeld ist bald Schluss

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Der Chemiekonzern Evonik schließt im kommenden Frühjahr seinen Standort in Bitterfeld, wie der dpa zu Ohren gekommen ist. Und das ist leider nicht alles ...

Chemiesterben in Sachsen-Anhalt! Wie der Chemiekonzern Evonik jetzt meldet, wird das Werk in Bitterfeld den nächsten Sommer nicht erleben. Und auch ein weiteres kleines Werk wird dichtgemacht ...(Bild:  Evonik)
Chemiesterben in Sachsen-Anhalt! Wie der Chemiekonzern Evonik jetzt meldet, wird das Werk in Bitterfeld den nächsten Sommer nicht erleben. Und auch ein weiteres kleines Werk wird dichtgemacht ...
(Bild: Evonik)

Evonik will den Standort Bitterfeld dichtmachen, weil die anhaltend herausfordernden Marktbedingungen einen Weiterbetrieb nicht erlauben, teilte das Unternehmen mit. Die Auslastung der Anlagen sei seit längerem nicht ausreichend, um einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen. Verschiedene Optionen – etwa eine Reduzierung der Kapazitäten – hätten allesamt keine langfristig tragfähige Perspektive gezeigt. Am Standort in Bitterfeld sind laut Unternehmen 40 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk soll demnach Ende April 2027 schließen. In Bitterfeld produziert das Unternehmen Chlorsilane, die als Rohstoff für Mikrochips und Glasfaserkabel genutzt werden. Doch das ist noch nicht alles, denn Evonik will auch ein kleineres Werk in Hamburg schließen, in dem 50 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Schwere Zeiten für Sachsen-Anhalts Chemie

Die an den Standorten betriebenen Geschäfte werden laut Evonik dann weitergeführt, aber im Wesentlichen an größeren Standorten in Deutschland konzentriert. Die Schließung des Evonik-Standorts in Bitterfeld reiht nicht zuletzt sich in eine Serie von Rückschlägen für die Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt ein. Denn Ende 2025 meldeten drei deutsche Tochterfirmen des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals Insolvenz an. Auch der US-Konzern Dow hatte im Juli 2025 angekündigt, Teile seiner Anlagen in Schkopau und im sächsischen Böhlen bis Ende 2027 zu schließen. Branchenverbände warnen deshalb vor einem Dominoeffekt in der Region, in dem nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit insgesamt rund 100 Firmen mit etwa 10.000 Beschäftigten ansässig sind.

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