Vorgeplänkel? IG Metall wirft Arbeitgebern unberechtigtes Gejammer vor

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Lage in der deutschen Industrie hellt sich nach Ansicht der IG Metall auf, weshalb die Gewerkschaft nicht versteht, warum die Klagen einiger Unternehmen noch immer nicht verstummen ...

Die IG Metall wirft im Vorfeld zu den nächsten Tarifverhandlungen den Arbeitgebern vor, zum einen auf hohem Niveau zu jammern und zum anderen die derzeitige Lage völlig zu Unrecht für Stellenstreichungen auszunutzen. Denn es gehe wieder deutlich aufwärts ...(Bild:  IG Metall)
Die IG Metall wirft im Vorfeld zu den nächsten Tarifverhandlungen den Arbeitgebern vor, zum einen auf hohem Niveau zu jammern und zum anderen die derzeitige Lage völlig zu Unrecht für Stellenstreichungen auszunutzen. Denn es gehe wieder deutlich aufwärts ...
(Bild: IG Metall)

Rund 63 Prozent der Betriebsräte registrierten in den Branchen der Gewerkschaft eine gute oder sehr gute Kapazitätsauslastung, wie eine Befragung der IG Metall zeige. Das seien sechs Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Und 58 Prozent berichten von guten bis sehr guten Aussichten in den kommenden Monaten, so die Betriebsräte-Umfrage, an der 2.457 Betriebe im Juli und August teilnahmen. Demnach bauten erstmals seit 2023 Betriebe mit Leihbeschäftigten das Personal wieder verstärkt auf (28 Prozent) statt ab (22 Prozent). Auch seien in mehr Betrieben die Arbeitszeitkonten von einem übermäßigen Aufbau von Arbeitszeit gekennzeichnet als von einem übermäßigen Abbau – ebenfalls erstmals seit 2023. „Trotz eines global schwierigeren Umfelds haben wir gute Gründe für vorsichtigen Optimismus! Erst recht, wenn endlich mehr Geld in Investitionen und Kaufkraft fließt“, kommentierte Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall.

Nur Vorwände für Stellenstreichungen

Benner stellte auch fest: „Die Wirtschaftsdaten sind positiver als es das rückwärtsgewandte Gejammer vieler Arbeitgeber Glauben macht. Wir lassen es nicht zu, wenn der Standort und die Beschäftigten schlechtgeredet werden.“ Zum Hintergrund: Die IG Metall befragt halbjährlich Betriebe ihrer Zuständigkeit. Darunter die Metall- und Elektroindustrie, Stahl, Handwerk und Textil. Die Player aus der Umfrage stünden für 1,3 Millionen Beschäftigte. Gut seien demnach die Aussichten im sonstigen Fahrzeugbau (Schiffe, Schiene, Flugzeuge) und in der Elektrotechnik, während die Lage in der Autobranche weiterhin durchwachsen sei. Auffallend sei, dass allgemein jedes sechste Unternehmen mit guten oder sehr guten Betriebsaussichten Stammbelegschaft abbaue. Vor drei Jahren seien es fünf Prozent gewesen. „Jetzt nutzen 15 Prozent der Betriebe entgegen der wirtschaftlichen Notwendigkeit die offensichtlich die Situation für einen Stellenabbau aus“, kritisiert die IG Metall. In der Metall- und Elektroindustrie stehen demnächst auch Tarifverhandlungen für rund 3,7 Millionen Beschäftigte an. Die IG Metall will ihre Forderung am 23. September beschließen. Verhandlungen mit den Arbeitgebern sind ab 7. Oktober geplant.

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