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Generell muss das Arzneimittel selbst abgesichert werden und dabei spielt Verpackung eine zentrale Rolle. So sind heute die technischen Möglichkeiten auf Verpackungen vielfältig und stammen unter anderem aus der Erfahrung, die beim Banknotendruck gesammelt wurden. Hierzu zählen Hologramme, Spezialdruck, Spezialtinte, Spezialfolien und DNA-Merkmale. Weiter gehören dazu der Originalitätsverschluss und abgestufte Sicherheitsmerkmale, die zum einen der Öffentlichkeit bekannt sind, und die zum anderen nur der Hersteller wissen kann.
Dokumentierte Originalität nimmt an Bedeutung zu
„Gerade bei pharmazeutischen Verpackungen gewinnen Originalitätsverschlüsse immer mehr an Bedeutung. Da die Verpackung beim Öffnen sichtbar zerstört wird, kann diese nach Gebrauch nicht nochmals verwendet werden“, nennt Jürgen Munzel, Spartenleiter Pharma bei der Edelmann-Gruppe, einen Weg. „Das erschwert Umpackaktionen und Manipulationen.“
Daher hat die Edelmann-Gruppe einen neuen Originalitätsverschluss entwickelt, der ohne Verklebung auskommt. „Da das gleichzeitige Verschließen der Verpackung und das Aufbringen eines Hotmeld oft schwierig ist, verfügt diese Lösung über erhebliche Vorteile beim Konfektionieren“, so Munzel.
Die Technik ist von Edelmann zum Patent angemeldet und hat erste Tests mit 300 Takten an einem Standard-Kartonierer bestanden. Auch bei diesem Aspekt der Pharmaverpackung ist die enge Zusammenarbeit zwischen Produzent und Packmittelhersteller unerlässlich. Nur so kann man den Fälschern dauerhaft das Leben schwer machen.
Dezente Veredelungseffekte sind Highlights im Design
Abschließend ist zu beobachten, dass trotz aller Funktionalität auch bei Medikamenten zunehmend das Äußere zählt. Was bei OTC-Produkten (Over-the-counter — Medikamente, die direkt an den Endverbraucher abgegeben werden) schon längst der Fall ist, gilt immer häufiger auch für andere Pharmazeutika: Markenbildung ist ein wichtiges Moment zur Kundenbindung und Packaging ein zentraler Bestandteil im Marketing-Mix.
Daher müssen die Patienten auch über die äußere Verpackung angesprochen werden. Dezente Veredelungseffekte setzen Highlights im nach wie vor seriös wirkenden Verpackungsdesign von Pharmaverpackungen. Dabei gehören Metallic- und vor allem Silbereffekte zu den wichtigsten Trends.
Mit einem optimierten Inline-Prozess hat die RLC Packaging Group zum Beispiel ein neues Veredelungsdesign bei einem Betablockerpräparat eingeführt. Beim Betablocker Metohexal betonen Silberfolie und Schneidreliefprägung die Produktmarke. Bei der RLC Packaging Group kam dazu ein spezielles Stanzwerkzeug zum Einsatz.
Verdelte Faltschachteln für Betablocker
Ergebnis: Die Prägung hat scharf umrissene, prägnante Kanten statt der üblichen Rundungen. Durch einen gesonderten Kontrollgang wird beim Kleben inline sichergestellt, dass die Silberfolie korrekt aufgetragen wurde. Von den veredelten Faltschachteln sollen jährlich 10 Mio. hergestellt werden.
Damit ist der Beweis erbracht, dass sich selbst eine simple Standardfaltschachtel vom Durchschnitt abheben kann. Für die Tüftler von Pharmaverpackungen sind dies glänzende Aussichten. So gibt es wieder einmal einen Aspekt mehr, der die Phantasie der Verpackungsspezialisten anregt.
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