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Flurförderzeuge LEDs und Kanten – sieht so der Stapler der Zukunft aus?

| Redakteur: Robert Weber

Der Gabelstapler im Logistikzentrum ist ein Gebrauchsgegenstand. Doch seit einigen Jahren richten die Hersteller verstärkt ihr Augenmerk auf das Design. Linde Material Handling, die Hochschule für Gestaltung in Offenbach und der Student Fabian Kragenings bringen neue Akzente in die Staplerwelt. MM Logistik zeigt die ersten Entwürfe in einer Bildergalerie.

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(Bild: HFG)

Der Entwurf von Fabian Kragenings orientiert sich nach Überzeugung des Schöpfers und der Hochschule nicht an bisherigen Konnotationen und Formen aus dem Automotive-Design, sondern grenzt sich klar von diesen ab, um alte Werte in eine neue Sprache zu übersetzen. Die schlichte Nüchternheit des Systems suggeriert eine einwandfreie und nachvollziehbare Funktionsweise gepaart mit einem vernünftigen Gebrauch im Arbeitsalltag. Die robuste und Sicherheit betonende Anmutung stützt sich auf die einfachen und prägnanten Formen eines zweckbestimmten Werkzeuges, das genau das hält, was es verspricht: Frachten sicher heben und transportieren.

MM Logistik sprach mit Fabian Kragenings, der schon für Siemens Hausgeräte arbeitete und aktuell bei Porsche Design seine Diplomarbeit schreibt.

Bildergalerie

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MM Logistik: Warum haben Sie sich in Ihrer Arbeit den Flurförderzeugen angenommen?

Fabian Kragenings: Nach der hochschulinternen Projektvorstellung hat mich das Thema mit seiner Komplexität bereits sehr interessiert. Zudem bestand die Möglichkeit, mit Linde Material Handling den Entwurfsprozess an einer großen und starken Marke auszurichten. Durch die Kooperation erhielten wir regelmäßig Feedback von erfahrenen Ingenieuren und Marketingexperten, waren zudem zur Besichtigung im Werk in Aschaffenburg. Daher war das Projekt insgesamt bereits eine sehr wertvolle Praxiserfahrung.

MM Logistik: Was unterscheidet aus Sicht des Designers Linde-Stapler vom Wettbewerb und wie interpretieren Sie das Design?

Fabian Kragenings: Alle Lindefahrzeuge unterliegen starken Einflüssen aus der Automobilindustrie. Zwar schafft das ein gewisses Differenzierungspotenzial und Besitzerstolz, allerdings liegt das Wesen einer solchen Maschine in seiner Zweckbestimmung, weshalb ich diese wieder auf das Wesentliche reduzieren und neu aufbauen wollte - vom Fahrzeug zum Werkzeug, das durch eine klare Strukturierung und den einfachen Gebrauch geprägt ist.

MM Logistik: Wie wichtig ist das Design in der Investitionsgüterindustrie?

Fabian Kragenings: Gestaltung ist Merkmal jedes Industrieproduktes, so auch von Investitionsgütern. Im Bereich der Flurförderzeuge ist sie nicht weniger bedeutsam als in anderen Branchen, insofern, als dass Investitionen in derartige Maschinen auf lange Sicht geschehen und eine ergonomische und gebrauchsorientierte Gestaltung Voraussetzung für eine entsprechende Langlebigkeit darstellt. Ein gut gestaltetes Produkt schafft Verlässlichkeit und Vertrauen. Als Designer reflektiert man bei der Gestaltung das Bestehende und versucht es durch neue Impulse aus Technologie und Forschung neu zu denken, hier etwa durch den Einsatz von OLED- Displays oder RFID- Chips. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Designern ist daher unabdingbar, ansonsten wäre die Komplexität eines solchen Produktes und Projektes auch nur schwer zu bewältigen.

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