Lift-/Umlaufsysteme

Liften statt heben

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Im Zuge der mehrstufigen Kommissionierung dient eine individuell konfigurierbare Pick-to-Light-Leiste dem Zuteilen der Artikel auf die entsprechenden Bestellungen. Über das fünfstellige Display bestätigt der Bediener die zu entnehmende Menge per Taste und kann sie im Bedarfsfall auch korrigieren. Im Anschluss werden bereits die nächsten Artikel durch das Lagersystem bereitgestellt und den einzelnen Aufträgen zugeordnet, sodass praktisch keine Wartezeiten anfallen. Die einzelnen Anzeigeeinheiten der Pick-to-Light-Leiste kommunizieren mit dem Lagerverwaltungssystem „TCPlus“ von Dexion und sorgen für einen koordinierten Ablauf. Eigenen Angaben zufolge sei durch diese Kombination eine Steigerung der Pick-Rate um bis zu 50 % möglich.

Branchenkenntnisse von Vorteil

Rege unterwegs ist auch Kardex Remstar. Für Gérard Lacher, Regional Director Central Europe, New Business, ist eine ganzheitliche Betrachtung entscheidend für den Projekterfolg, die oftmals jedoch außer Acht gelassen werde. „Ich schaue mir den Materialfluss an, ich schaue mir den Informationsfluss an, aber auch die Ergonomie des Prozesses. Das Ganze wird zu einem einheitlichen Bild zusammengesetzt und stellt dann eine effiziente Lösung dar“, so sein Anspruch. Wichtig sei zudem eine branchenspezifische Sichtweise: „Jede Branche hat ihre eigenen Anforderungen, ihre eigene Sprache. Sehen wir zum Beispiel E-Commerce. Hier haben wir ein sehr heterogenes Artikelspektrum, einen hohen Umsatz; schnelle Reaktionszeiten und eine hohe Verfügbarkeit der Artikel sind gefragt.“

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Als Exempel für eine gelungene Umsetzung führt Lacher die Implementierung von sechs Lagerliften Megamat RS 350 bei dem dänischen Handelsunternehmen NiceHair.dk an, die durch die Power-Pick-Global-Software von Kardex Remstar gesteuert werden. In einer Schicht sollen auf diesem Wege zwischen 5000 und 6000 Auftragspositionen abgearbeitet werden können. Mithilfe verschiedener Kommissioniertechniken – wie etwa Batch-Picking, Pick to Clear und Colour-Picking – sei es zudem möglich, die Durchsatzleistung weiter zu erhöhen.

Marc Zenses, Senior Director Technical Portfolio Management, Technology bei Kardex Remstar, richtet den Fokus gleichzeitig auf Baukasten-basierte, automatisch betriebene Systeme. „In herkömmlichen Kleinteilelagern reichen oft standardisierte Lösungen vollkommen aus, um die Leistungsanforderungen der Kunden zu erfüllen. Geht man aber in spezialisierte Anwendungen, wie etwa Reinraum- oder klimageregelte Umgebungen, dann ist man sehr schnell bei einer notwendigen Automatisierung, um die Prozesssicherheit und -qualität sicherzustellen.“

Grundsätzlich seien die Produkte des Unternehmens auf Standard ausgelegt. Die Modulbauweise ermögliche es, darauf aufbauend individualisierte Lösungen bereitzustellen. Auf Grundlage des Shuttle XP hat Kardex Remstar zum Beispiel für ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen in der Pharma- und Chemiebranche eine klimatisierte, in Isolierzellen eingehauste Anwendung umgesetzt.

AR-basiertes Bedienkonzept

Der Lagerliftanbieter Hänel, Kooperationspartner von Viastore Systems, treibt hingegen gemeinsam mit dem Start-up „nxtBase“ die Nutzung von Augmented Reality (AR) und Wearable Computing in Logistik- und Fertigungsprozessen weiter voran. Nachdem bereits 2016 erstmals die Anbindung zweier Hänel-Lean-Lifte an SAP und ihre Steuerung über eine Datenbrille realisiert worden sei, soll die seither erfolgreich währende Zusammenarbeit mit „nxtBase“ nun auch auf internationaler Ebene vertieft werden.

Der Potsdamer Spezialist für AR-Produkte und Spracherkennung bietet mit „Q“ quasi eine Augmented-Reality-„To-go“-Lösung. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Hard- und Software, mit der sich logistische Aufgaben, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und/oder Qualitätsmanagement- sowie Maintenance-Prozesse sprachgesteuert mittels Datenbrille abarbeiten lassen. Handscanner und manuelle Eingaben entfallen. Stattdessen werden sämtliche Informationen direkt im Sichtfeld des Bedieners angezeigt. Aufgrund der visuellen Kontrolle des Fortgangs sollen Fehler gen null tendieren und die Auftragsabwicklung laufe deutlich beschleunigter ab. Zudem lasse sich eine derartige Intralogistiklösung inklusive Hänel-Steuerung mit integrierter SOAP-Schnittstelle mit überschaubarem Installationsaufwand in unterschiedlichste Lagerumgebungen einbinden. ■

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