Revision, Modifikation, Retrofit

Logistikanlagen geplant modernisieren

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Neue Geschäftsprozesse machen Systemmodifikationen notwendig

Modifikationen an Systemen leiten sich zumeist aus geänderten Geschäftsprozessen des Betreibers ab. Das System wurde ursprünglich für einen definierten Prozess entwickelt. Obwohl bei der Konzeption auf größtmögliche Prozessflexibilität geachtet wurde, kann das System an seine Grenzen stoßen, wenn sich grundlegende Parameter ändern. Dies kann weitgehend unmerklich geschehen, indem zum Beispiel durch eingeführte Änderungen Leistungseinbußen entstehen, deren Ursache zunächst nicht offensichtlich ist. Auch hier leistet das oben beschriebene Software-Tool BPI gute Dienste.

Da es ebenso Leistungsströme in Abhängigkeit von Quelle und Ziel dokumentiert, können umfangreiche Analysen zum Leistungsverhalten eines Systems durchgeführt werden. Dabei stellen sich Leistungsengpässe und sonstige hemmende Faktoren meist recht schnell heraus. Insbesondere, wenn zur ursprünglichen Systemkonzeption eine Simulation erstellt wurde, kann diese herangezogen werden, um geplante Modifikationen im Layout oder geänderte Steuerungsabläufe zu simulieren und damit eine optimale Anpassung erreicht werden.

Retrofit hat ebenfalls eine wichtige Bedeutung im Bezug auf die Verfügbarkeit. Hier lauert die Gefahr quasi auf einer anderen Ebene. Eine sehr gut gepflegte Anlage, die regelmäßig generalüberholt wurde, ist trotzdem nicht von anderweitigen Ausfällen verschont. Kommt es nämlich zu Ausfällen von Komponenten, die am Markt als Ersatzteil nicht mehr erhältlich sind oder nur noch repariert werden können, sind langfristige Ausfälle, die unter Umständen das Gesamtsystem betreffen, die Folge. Hierbei geht es im Wesentlichen um Bauteile aus dem Bereich der Elektrotechnik und Steuerung sowie der IT und der Antriebstechnik. Denn gerade in diesem Bereich schreitet die Technik in Riesenschritten voran.

Neue Generationen ersetzen bewährte Steuerungssysteme

Steuerungssysteme, zum Beispiel die Siemens-SPS S5, wurden in den letzten Jahren durch neue Generationen ersetzt und sowohl die Ersatzteilversorgung als auch das Know-how im Umgang damit ist nicht mehr gewährleistet. Dies betrifft natürlich auch andere Hersteller. Die Ablösung ist ein notwendiger Vorgang, um die modernen Anforderungen an Leistungsfähigkeit zu erfüllen. Das gleiche gilt für elektrotechnische Komponenten, da auch hier die Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Kompatibilität stetig steigen.

Insbesondere im IT-Sektor werden Rechner in immer schnellerem Rhythmus von nachfolgenden Generationen abgelöst, sodass hier der Support nicht mehr sichergestellt ist. Fällt die Hardware schließlich aus, ist guter Rat teuer. Ein Ersatz ist nicht mehr verfügbar, die neue Generation an Hardware ist nicht mehr mit dem einst installierten Betriebssystem, Treibern und ähnlichem kompatibel. Hardwarehersteller leisten nach einer bestimmten Zeit keinen Support mehr für die alten „Schätzchen“. Der Betreiber steht in diesem Fall im Regen. Selbst mit allem guten Willen kann keine schnelle Ersatzlösung geschaffen werden.

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