Kommissioniertechnik

Mammut stößt in ein neues Logistikzeitalter vor

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Mammut hat deshalb im Jahr 2009/2010 zusammen mit einem Investor ein Konzept für ein manuell bewirtschaftetes Lager ausgearbeitet. Das Projekt umfasste ein dreigeschossiges multifunktionales Logistikgebäude mit insgesamt 36.000 m² Fläche sowie 2000 m² für Büro, Verwaltung und Sozialräume zur Miete. Die hohen Betriebskosten für das Lager haben Mammut jedoch dazu bewogen, das Konzept vor Realisierung nochmals zu hinterfragen.

Mammut-Mission intelligente Logistiklösung

So erhielt der Lösungsanbieter Dematic im März 2010 die Aufgabe, das manuelle Konzept gegen eine Teil- beziehungsweise vollständige Automatisierung zu prüfen. Dematic hat sich einen guten Ruf mit Lagertechnik für hohe Kommissionierleistungen gemacht und derzeit einen Marktvorsprung im Bereich der Shuttle-Technik. Außerdem wollte Mammut eine Gesamtlösung inklusive Gebäude.

Zur Dimensionierung der Anlage wertete Dematic den Lagerbestand sowie die Aufträge in einer Durchschnitts- und einer Spitzenwoche aus und erstellte eine ABC-Analyse der Artikel. Darüber hinaus floss die prognostizierte Umsatz- und Volumenentwicklung bis 2015 in die Berechnungen ein. Neben den umfangreichen Datenanalysen hatten die Logistikexperten von Dematic aber auch neue Anforderungen zu berücksichtigen. So sollte auf nachdrücklichen Wunsch der Fachhändler an die MSG eine sortenreine Kommissionierung und Verpackung ermöglicht werden. Das konnte Mammut vorher mit chaotischer Lagerhaltung und wegeoptimierter manueller Kommissionierung nicht gewährleisten.

In persönlichen Gesprächen wurden schließlich weitere Anforderungen erarbeitet und so gemeinsam mit Mammut ein logistisches Konzept entwickelt und in iterativen Schritten laufend verfeinert. Im Ergebnis lag die von Dematic konzipierte hochautomatisierte Lösung mit Hochregal- und Kommissionierlager klar vorne – sowohl nach verschiedenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, zum Beispiel nach der ROI-Berechnung, als auch in puncto Betriebskosten.

Neues Konzept senkt Investitionen in Gebäude und Logistik um 2,5 Mio. Euro

Mit dem neuen Konzept ließ sich bereits die Gesamtinvestition in Gebäude und Logistik von 27,5 Mio. auf 25 Mio. Euro senken. Dazu trugen vor allem die geringeren Baukosten aufgrund des um 30.000 m³ geringeren Raumbedarfs bei (160.000 m³ gegenüber 130.000 m³). Durch den größeren Baukörper und viel mehr Geschossfläche waren für das manuelle Lager Baukosten in Höhe von 22,5 Mio. Euro veranschlagt. Mit der hochautomatisierten Lösung konnten diese auf 15 Mio. Euro reduziert werden. Zudem bietet das Konzept mit seinen Erweiterungsoptionen Platz für weiteres Wachstum in den nächsten Jahren.

Und im Hinblick auf die Betriebskosten wären neben den Lohnkosten für einen höheren Personaleinsatz vor allem immense Heizkosten auf MSG zugekommen, da bei einer manuellen Lösung alle Lagerbereiche auf mindestens 18 °C geheizt werden müssen. In der von Dematic konzipierten Lösung fallen im 90.000 m³ großen Hochregallager nur minimale Kosten für Heizung und Beleuchtung an.

Durch diese neue Ausgangslage entschied Mammut, das geplante Bauvorhaben zu stoppen und dem Bauvorhaben das neue Anlagen- und Gebäudekonzept zugrundezulegen. Von der Vertragsunterzeichnung im Mai 2011 bis zur geplanten Inbetriebnahme am 1. November 2012 hatte Dematic nur 17 Monate Zeit für die Realisierung des neuen Lagersystems. Mammuts Zielvorgaben waren ebenso ambitioniert: Umstrukturierungen und neue Prozesse in der Supply Chain sowie Vorbereitung und Durchführung des Umzugs von den verschiedenen Lagerstandorten nach Wolfertschwenden.

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