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Einige Aufträge müssen zusätzlich vorab am ebenfalls systemunterstützten Value-added-Service-(VAS-)Arbeitsplatz für kundenspezifische Etikettierungen bearbeitet werden, der direkt neben den Kommissionierplätzen liegt und an die automatische Fördertechnik angeschlossen ist. Hier werden spezielle Auszeichnungen oder kundenspezifische Labelgrößen und Labeldesigns an der Ware angebracht, Kleiderbügel entfernt oder spezielle Kartons eingesetzt. Anschließend erhalten die behandelten Waren eine eigene Produktnummer, denn sie sind jetzt einem bestimmten Kunden zugeordnet.
Aufträge bis 13 Uhr werden im Logistikzentrum noch am gleichen Tag bearbeitet
Alle Aufträge, die bis 13 Uhr bei Mammut eintreffen, werden noch am gleichen Tag bearbeitet und zum Versand gegeben. Von der Kommissionierstation geht es per Lift runter ins Erdgeschoss zu den vier Packstationen. Hier legen die Mitarbeiter Lieferscheine und sonstige Versandpapiere in die Kartons, polstern die Ware, wenn erforderlich, aus und versehen den verschlossenen Karton schließlich mit einem Paketlabel. Die letzte Fahrt im Europa-Logistik-Center geht über ein Transportband entweder zu einem Palettenplatz, um per Spedition versendet zu werden, oder auf einen der beiden Teleskopförderer im Paketversand für Pakete in Deutschland und für Pakete in die Schweiz.
Die Marktverantwortlichen von Mammut, aber auch die Kunden waren unsicher, ob es den Schweizern gelingen würde, den gleichen Lieferservice wie ex Seon auch aus dem neuen Lager zu leisten. Mit der Schweizer Post, die die Sendungen täglich direkt im neuen Lager abholt und anschließend verzollt, wurden entsprechende Prozesse entwickelt und seit der Inbetriebnahme ist bewiesen, dass es tatsächlich funktioniert.
Gesteuert wird die Anlage mit dem Dematic-Material-Flow-Controller, kurz MFC. Er empfängt die Transportaufträge vom Warehouse-Management-System (WMS), berechnet die Transportstrecken und generiert und verwaltet die Transportaufträge nach Priorität, Reihenfolge und Status. Zudem steuert der MFC die Fördertechnik und verwaltet den Zustand der Anlage. Staus, etwaige Störungen und die tatsächliche Auslastung der notwendigen Betriebsmittel werden bei der Auftragsvergabe berücksichtigt. Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine erfolgt am Lagerleitstand mithilfe des Logistics Cockpit. Hier kann sich der Lagerleiter zahlreiche Informationen über den aktuellen Zustand der gesamten Anlage anzeigen lassen und die Prozesse und Funktionen effizient überwachen.
Anlage meistert Saisonstart
Am 1. November nahm das Logistikzentrum seinen Betrieb auf. Und auch die anspruchsvolle Hochlaufphase haben beide Partner erfolgreich gemeistert. Man ist jetzt auf einem ansprechenden Leistungsniveau angekommen. Die derzeitige Auslastung bei Belegung und Leistung liegt bei rund 70 %. Das war eine erfolgreiche und engagierte Zusammenarbeit. Dematic ist für Mammut kein normaler Lieferant, sondern ein langfristiger strategischer und fundamental wichtiger Partner. So hat Mammut mit dem Systemhaus denn auch einen Servicevertrag für die Wartung und Instandhaltung sowie die Rufbereitschaft abgeschlossen. Mit dem Zentrallager für die europäischen Märkte sind nun alle Bestände in Europa für alle Kunden zugänglich. In der Vergangenheit sei es oft der Fall gewesen, dass gegen Saisonende aufgrund der Nachfrage Bestände aus der Schweiz nach Deutschland oder umgekehrt verschoben werden mussten. Diese Bestände waren für Kunden, die ihre Aufträge via B2B-System erfassten, erst ersichtlich, nachdem der Transfer erfolgt war.
* Udo Rogowsky ist Projektleiter bei der Dematic Europe GmbH in 60528 Frankfurt am Main
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