Kontraktlogistik

Risiken und Chancen in der Kontraktlogistik

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Wenn die Services vertraglich verankert wurden, sollte die Leistungsqualität des Kontraktlogistikers mittels eines Service Level Agreement (SLA) fixiert werden. Darin finden sich beispielsweise die Mengenziele wieder, die der Kontraktlogistiker erreichen muss, um die vereinbarten Qualitätsanforderungen zu erfüllen, zum Beispiel jede Fahrzeugfelge muss so vom Kontraktlogistiker verpackt werden, dass Transportschäden ausgeschlossen sind. Sollte es dennoch zu Schäden kommen, so sind diese vom Kontraktlogistiker zu erfassen und an den Einkäufer schriftlich als Soll-Ist-Vergleich zu berichten.

Logistik durch Dritte vielfach günstiger

Einer der wichtigsten Gründe für den Beschaffer, Logistikleistungen durch Dritte zu erbringen, liegt darin begründet, Kosten einzusparen, weil das Personalkostenniveau in der Logistik grundsätzlich niedriger ist als beispielsweise in der Fahrzeugindustrie. Viele Unternehmen aus Industrie und Handel versäumen es jedoch, weitere Kosteneinsparungen zu erzielen, die zum Beispiel im Versicherungsbereich schlummern.

Funktionieren beim Kontraktlogistiker sämtliche Prozessanforderungen für die zu erbringenden Services?
Funktionieren beim Kontraktlogistiker sämtliche Prozessanforderungen für die zu erbringenden Services?
(Bild: Nord Logistic Speditionsgesellschaft mbH)

Im Kontraktlogistikvertrag ist die verkehrsvertragliche Haftung des Kontraktlogistikers geregelt. Dabei geht es besonders um Schadensfälle (Beschädigung/Verluste), für die der Kontraktlogistiker verantwortlich ist. Dabei gilt als Faustregel: Je höher der Warenwert im Lager sowie der Logistikumsatz, desto höher sind die Versicherungsprämien, die der Kontraktlogistiker zahlt. Gleichzeitig besitzt der Einkäufer, dies gilt insbesondere für die Fahrzeugindustrie, eine eigene Lager- und Transportversicherung, die natürlich Versicherungskosten verursacht. Bei dieser Konstellation besteht die Chance für die Kontraktlogistikpartner, einen echten Gewinner-Gewinner-Zustand zu erzielen. Die Chance liegt darin, viel Geld für Versicherungslösungen im Ergebnis einsparen zu können, wenn der Einkäufer auch Lager-/Transportversicherungskunde beim Kontraktlogistiker wird. Dies bedeutet, dass der Kontraktlogistiker die Deckungen einkauft, die der Einkäufer benötigt.

Regressverzicht im Schadensfall

Der große Vorteil für den Beschaffer liegt darin, dass der Kontraktlogistiker ein günstigeres Kontraktlogistikangebot unterbreiten kann, weil er selbst keine Versicherungskosten für das Kontraktlogistikgeschäft kalkulieren muss. Der Logistiker kann mit dem Lager-/Transportversicherer vereinbaren, dass ihm gegenüber bezüglich der Lager-/Transportversicherung, die er zugunsten und auf Rechnung des Einkäufers abschließt, im Schadensfall ein Regressverzicht greift. Für den Kontraktlogistiker besteht der finanzielle Vorteil darin, dass er seine Verkehrshaftung für das Kontraktlogistikgeschäft nicht versichern muss.

Einkäufer könnten diesem Konzept kritisch entgegnen, dass es nicht funktioniert, weil die Kostentransparenz fehlt, was die Versicherungskosten im Kontraktlogistikangebot betrifft. Dieser Kritikpunkt lässt sich relativ leicht aus der Welt schaffen, denn der Einkäufer braucht nur vom Kontraktlogistiker abzuverlangen, dass dieser ein Angebot unter Berücksichtigung mit und ohne Verkehrshaftungs-Versicherungsschutz macht. Konzeptionell möglich wäre auch, wenn der bestehende Lager-/Transportversicherer des Einkäufers gegenüber dem Kontraktlogistiker einen Regressverzicht erklärt, um Versicherungskosten zu vermeiden, was – wie oben aufgezeigt – im Interesse beider Kontraktlogistikpartner liegt. ■

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