Zwischen Bangen und Buhrufen VW-Chef Oliver Blume: „Intelligente“ Alternativen statt Werksschließungen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Nach Berichten über die Streichung von über 100.000 Stellen geht in der VW-Belegschaft die Angst vor Werksschließungen um. Doch vielleicht zu Unrecht ...

Seitdem die Aufsichtsratssitzung bei VW letzte Woche ohne Informationen zu Werksschließungen an die Belegschaft beendet wurde, kochen die Gemüter hoch. Immerhin räumt VW-Konzernchef Oliver Blume ein, dass es Alternativen zu Schließungen gibt ...(Bild:  Volkswagen)
Seitdem die Aufsichtsratssitzung bei VW letzte Woche ohne Informationen zu Werksschließungen an die Belegschaft beendet wurde, kochen die Gemüter hoch. Immerhin räumt VW-Konzernchef Oliver Blume ein, dass es Alternativen zu Schließungen gibt ...
(Bild: Volkswagen)

Angesichts der Lage bei Volkswagen meldete sich Konzernchef Oliver Blume im Ringen um die Zukunft von Deutschlands größtem Automobilhersteller zu Wort! Blume sieht demnach Alternativen zu Fabrikschließungen: „Es gibt Intelligenteres, als Werke gleich zu schließen!“ Das äußerte er jedenfalls der Bild am Sonntag. Und ein Sparprogramm an den deutschen Produktionsstandorten zeige bereits Wirkung. Blume dazu: „Unsere Fabrikkosten in Deutschland konnten wir allein im vergangenen Jahr um durchschnittlich 20 Prozent nach unten drücken. Das ist ein starker Fortschritt.“ Die Äußerungen kommen bekanntlich wenige Tage nach der Aufsichtsratssitzung vom 9. Juli, bei der Blume einem Medienbericht zufolge mit einem weitergehenden Sparpaket gescheitert sein soll. Auch wurde mokiert, dass es keine Aussagen zur Zukunft der wahrscheinlich betroffenen Standorte Hannover, Emden, Zwickau, Osnabrück und zum Audi-Werk Neckarsulm gab. Die Wolfsburger Entscheider äußerten sich am 10. Juli nicht zu einzelnen Abstimmungen im Aufsichtsrat. Blume betonte aber, dass der Vorstand die Transformation weiter vorantreibt. Mit dem Zukunftsplan stelle man den Konzern auch in einem global massiv herausfordernden Umfeld noch robuster und wettbewerbsfähiger auf. Allerdings haben Niedersachsen und die Arbeitnehmervertreter gegen das Sparpaket gestimmt. Vor allem Niedersachsen werde nichts akzeptieren, was zu Werksschließungen führe.

Transformation heißt, dass alle ranklotzen müssen!

Hoffnung macht laut Blume die neue VW-Elektroflotte: „Von unserer neuen Einstiegsfamilie um den ID.Polo haben wir in den ersten vier Wochen schon über 50.000 Autos verkauft! Wir sind klarer Marktführer in Europa. Und das bei Verbrennern und vollelektrischen Fahrzeugen!“ Sorgen bereite dem VW-Chef aber die Weltlage: „Unser Umfeld war noch nie so anspruchsvoll und risikobehaftet wie heute. Geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, Regulatorik, Marktumbrüche und intensive Konkurrenz machen uns das Leben schwerer.“ Blume fordert außerdem weitere Einschnitte – also Sparmaßnahmen – und eine Verkleinerung der Produktpalette des Konzerns. „Unsere Produkte sind sehr beliebt. Wir verdienen nur zu wenig Geld damit. Deshalb müssen wir unsere Kosten weiter reduzieren“, so Blumes Erklärung dazu. Das gelte übrigens für alle Kostenarten. Zukünftig will VW deshalb den Absatz pro Modell steigern. Dafür straffe man konsequent das Produktportfolio. Gleichzeitig blickt Blume auf die Politik: „Uns geht es dabei immer auch um den Industriestandort Deutschland. Alle müssen deshalb anpacken!“ Transformation sei schließlich eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe.

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