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Schwertransport Schwerster Siemens-Trafo aller Zeiten unterwegs nach Wilhelmshaven

Redakteur: Volker Unruh

Logistische Meisterleistung: Mit einem Transportgewicht von 495 t hat der schwerste jemals von Siemens gebaute Transformator das Werk in Nürnberg verlassen und soll seinen Bestimmungsort in Wilhelmshaven in rund zwei Wochen erreichen. Der Transport wird zunächst mit der weltweit größten Seitenträgerbrücke als Schwertransportfahrzeug durchgeführt, soll zu Teilen aber auch auf dem Wasser erfolgen.

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Auf einem Scheuerle-Spezialtransporter hat der schwerste jemals von Siemens gebaute Transformator das Werk in Nürnberg verlassen. Bild: Siemens
Auf einem Scheuerle-Spezialtransporter hat der schwerste jemals von Siemens gebaute Transformator das Werk in Nürnberg verlassen. Bild: Siemens
( Archiv: Vogel Business Media )

Dass der Trafo zu einem solchen Schwergewicht wurde, sei den speziellen Anforderungen des Kraftwerksbetreibers geschuldet, wie Siemens mitteilt. Gefragt gewesen seien unter anderem eine sehr niedrige Kerninduktivität und eine besonders niedrige Kurzschlussspannung – was nur mit einem erhöhten Materialeinsatz habe realisiert werden können. Eine aufwendige Kühlungstechnik mit Radiatoren habe das Gewicht zusätzlich in die Höhe getrieben.

Nach Siemens-Angaben wiegt der 932-MVA-Maschinentransformator (420 kV), der für das im Bau befindliche Steinkohlekraftwerk von GDF Suez in Wilhelmshaven vorgesehen ist, betriebsbereit mit eingefülltem Isolieröl 693 t – so viel wie 530 VW Golf. Sein Transportgewicht – ohne Isolieröl im Kessel und ohne Aufbauten wie Ausgleichsbehälter und Durchführungen – liegt immer noch bei 495 t.

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Trafo-Transport zum Hafen mit speziellem Schwertransportmittel

Für den Transport zum Nürnberger Binnenhafen kam laut Siemens ein spezielles Schwertransportmittel zum Einsatz, eine so genannte Seitenträgerbrücke in einer besonderen, auf das Schwergewicht zugeschnittenen Auslegung.

Dabei hängt der Transformator zwischen zwei Fahrzeugen, nur wenige Zentimeter über der Straße, denn der Transformator ist nicht nur schwer, sondern mit 5,30 m auch außergewöhnlich hoch.

Um aus dem Werk heraustransportiert und rangiert werden zu können, habe knapp ein Drittel des Siemens-Mitarbeiterparkplatzes dafür freigehalten werden müssen – 114 von 388 Stellplätzen. Dieser Platz sei nötig gewesen, weil die Seitenträgerbrücke des Spezialfahrzeugherstellers Scheuerle die weltgrößte ihrer Art sein soll.

Mit der Seitenträgerbrücke auf dem Roll-on-Roll-off-Ponton nach Wilhelmshafen

Der Schwerlasttransport der Superlative, so Siemens, ging vom Werk zum Nürnberger Binnenhafen, wo der Trafo auf einen Roll-on-Roll-off-Ponton (Ro-Ro) verladen wurde. Dieser Ponton soll das Schwergewicht über den Rhein-Main-Donaukanal nach Dordrecht und Delfzijl in Holland bringen und von dort weiter über die Nordsee nach Wilhelmshaven.

In Wilhelmshaven soll das Schwerlastfahrzeug mit dem Transformator den Ponton verlassen und ihn zu seinem Einbauort auf der Baustelle des Steinkohlekraftwerks bringen.

Auf ähnliche Weise soll Ende des Jahres ein baugleicher Maschinentransformator vom Nürnberger Werk nach Rotterdam zu einem anderen neu errichteten Steinkohlekraftwerks desselben Betreibers transportiert werden.

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