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Supply Chain Management So sorgt Deutsche See für Transparenz in der Supply Chain

| Autor / Redakteur: Ludger Schuh / M. A. Benedikt Hofmann

Ein Vorreiter in Sachen Transparenz in der Lebensmittelbranche ist die Fischmanufaktur Deutsche See. Das Unternehmen setzt auf einen bewussten Umgang mit der natürlichen Ressource Fisch und meistert mit Unterstützung einer Optimierungssoftware den Balanceakt zwischen Angebot und Nachfrage mit Bravour.

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Um die einzelnen Supply-Chain-Prozesse zuverlässig nachvollziehen zu können, ist eine detaillierte und lückenlose Dokumentation notwendig.
Um die einzelnen Supply-Chain-Prozesse zuverlässig nachvollziehen zu können, ist eine detaillierte und lückenlose Dokumentation notwendig.
(Bild: Deutsche See)

Die Globalisierung spielt im Zusammenhang mit immer komplexer werdenden Lieferketten eine große Rolle. Exotische Früchte, Tomaten im Winter oder Fisch aus dem Pazifik – dank internationaler Kommunikation und weltweitem Transport erfüllen Lebensmittelhändler Verbrauchern fast jeden Wunsch. Die Nahrungsmittel haben häufig, bis sie auf unserem Teller landen, eine weite Reise mit vielen Stationen hinter sich. Welche Produktionsschritte oder Zwischenhändler sich dahinter verbergen – das ist für den Verbraucher, der am Ende dieser Kette steht, oft ein Buch mit sieben Siegeln. Doch Lebensmittel sind ein sensibles Gut. Sie müssen oft frisch verarbeitet und genauestens geprüft werden. Umso wichtiger ist das Thema Transparenz in dieser Branche. Daher ist die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln bereits seit 2005 durch eine EU-Verordnung gesetzlich vorgeschrieben. Lebensmittel sind aber auch wertvolle Rohstoffe, die mit Bedacht angebaut und eingekauft werden sollten. Sie sollen vorrätig sein, wenn sie gebraucht werden, und bei Überbestellung nicht unnötig vernichtet werden müssen. Um die eigenen Ansprüche sowie die der Kunden in Sachen Ethik, Preisgestaltung, Qualität und Verfügbarkeit erfüllen zu können, setzen daher immer mehr Nahrungsmittelproduzenten auf eine gesteigerte Transparenz in ihrer Lieferkette. Möglich wird das durch Maßnahmen für eine Rückverfolgbarkeit und den gezielten Einsatz von Software im Bereich der Bestandsoptimierung im Rahmen der unternehmensinternen Prozesse.

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Ein Mal um die halbe Welt und zurück

Um die einzelnen Supply Chain Prozesse zuverlässig nachvollziehen zu können, ist eine detaillierte und lückenlose Dokumentation notwendig. Dass dies trotz der gesetzlichen Verankerung häufig noch nicht umgesetzt wird, zeigen verschiedene Fälle, die durch die Medien gegangen sind. Während die Hersteller häufig innerhalb des eigenen Produktionsprozesses den Weg und aktuellen Zustand des Produktes, beispielsweise über ein Produktionsleitsystem, relativ umfassend nachvollziehen können, sind sie bei den Informationen über Zutaten von den Zulieferern abhängig. Ein unterschiedlicher Grad an Digitalisierung entlang der teilweise sehr komplexen Lieferkette sorgt für Medienbrüche und in der Folge für Informationsverlust. Barcodes oder teilweise 2D-Codes haben sich hier als einfaches digitales Werkzeug in der Vorkette seit Jahren bewährt, allerdings könnte man mithilfe von immer erschwinglicheren RFID-Chips noch mehr Informationen über die Supply Chain transportieren.

Ein Praxisbeispiel zeigt, welchen Umfang die Informationen in der Supply Chain haben können: Fischstäbchen haben einen langen Weg hinter sich, bevor sie in den heimischen Tiefkühlfächern zum baldigen Verzehr gelagert werden. Dieser beginnt in den meisten Fällen mehr als 19.000 km entfernt in den kalten Regionen des nördlichen Pazifik. Direkt nach dem Fang wird der Alaska-Seelachs weiterverarbeitet und tiefgekühlt. Über viele Produktionsschritte hinweg, wie das Entfernen der Gräten, das Panieren, Verpacken, Transport und viele Qualitätskontrollen, dürfen die Stäbchen ihre niedrige Temperatur kaum verändern, um in einwandfreiem Zustand in den Supermärkten anzukommen. Geht doch einmal etwas auf der Strecke zwischen Verarbeitern, Großhändlern, und Einzelhändlern in mehreren Ländern und Kontinenten schief, kann das schwerwiegende finanzielle Konsequenzen für den Hersteller haben. Mittels Rückverfolgbarkeit kann er jedoch exakt die verantwortliche Station ermitteln und die Störung im besten Fall sofort beheben.

Dass hinter jeder Seriennummer im Supermarktregal eine möglichst „umfangreiche“ Geschichte steht, ist aber nicht nur im Interesse der Hersteller, sondern natürlich auch der Händler, die im direkten Kontakt zum Endverbraucher stehen. Je detaillierter die erfassten Informationen zur Herkunft der Zutaten und der Verarbeitungsschritte, desto unwahrscheinlicher sind Qualitätsmängel.

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