Multi-User-Zentren

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Gleichzeitig sei aber die gemeinschaftliche Nutzung eines Lagers durch mehrere Kunden auch für den Logistikdienstleister sinnvoll: „Ziel des Logistikers ist es, Leerflächen zu vermeiden, da diese hohe Kosten produzieren. Dieses Risiko lässt sich mit mehreren Kunden an einem Standort begrenzen.“ Für viele Multi-User-Standorte kann eine volle Auslastung erzielt werden. Rhenus Warehousing Solutions betreibt innerhalb der Rhenus einen Großteil der Multi-User-Läger. Hinzu kommen Standorte mit freien Kapazitäten, durch die Rhenus Warehousing Solutions seinen Kunden sehr kurzfristige Lösungen anbieten kann – das ist Teil des Konzeptes.

Bezahlbare Flexibilität

Etwa jeder zweite Kontraktlogistikkunde von Rhenus in Frankreich nutzt derzeit ein Multi-User-Lager. „Besonders Ballungsräume wie Lyon, Paris und das Elsass sind gefragt“, weiß Sophie Conte. „Das Multi-User-Konzept eignet sich aber nicht nur für kleine Kunden. Es hängt sehr davon ab, wie viele Bestellungen und Abläufe täglich erbracht werden müssen.“ Wichtig sei aber – gerade bei einer Vielzahl von Kunden und Produkten –, das Lager entsprechend zu strukturieren. „Die Produkte müssen kompatibel sein, die Lagerung von Lebensmitteln neben chemischen Produkten geht natürlich nicht.“ Werden Aufträge verschiedenster Kunden aus dem gleichen Lager betreut, wird durch mehrfache Kontrollsysteme sichergestellt, dass es nicht zu Verwechslungen kommen kann.

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Einer der Rhenus-Kunden, der sich in Frankreich für ein Multi-User-Konzept entschieden hat, ist der europäische Marktführer für Heimwerken und Gartenbau im Internet, Manomano. Rhenus übernimmt für ihn die Auftragsvorbereitung und -annahme sowie den Versand der Artikel am Standort Gretz-Armainvilliers im Großraum Paris. Seit rund acht Monaten ist ManoMano einer von fünf Kunden in dem Multi-User-Lager: „Wir wollten unseren Kundenservice mit kurzen Lieferzeiten weiter verbessern“, berichtet Victor Schieber, Leiter Logistik und Fulfillment bei Manomano.

„Ausschlaggebendes Kriterium für das Multi-User-Lager von Rhenus war die Flexibilität“, ergänzt er. „Wir benötigen absehbar immer mehr Platz im Lager – angefangen von kleinen Mengen bei Beginn der Zusammenarbeit bis hin zur Nutzung von knapp 30.000 m² Fläche in den nächsten Jahren. Zu einem wettbewerbsfähigen Preis ist dies für uns nur an einem Multi-User-Standort möglich, ohne für Leerflächen extra bezahlen zu müssen.“

Projekthochlauf verkürzt sich

Im westpolnischen Posen betreibt Rhenus ebenfalls ein 12.000 m² großes Cross-Dock- und Multi-User-Lager. Hier werden Haushaltskleingeräte, Medien- und Elektronikartikel, chemische Produkte und Anlagenteile für B2B- und B2C-Kunden aufbewahrt und kommissioniert. Zudem ist der Standort für Kunden aus dem Verlagswesen tätig. Mehrwertleistungen, Retourenmanagement und Transportservices ergänzen das Angebot.

„Gerade kleinere Projekte und Start-ups verfügen häufig über wenig Volumen im Lager. Das Anmieten eines eigenen Lagers wäre viel zu kostspielig. Durch unterschiedliche Peaks können wir unsere Ressourcen besser nutzen und zwischen den Projekten und Kunden aufteilen. Wenn es zu unerwarteten Schwankungen des Auftragsvolumens kommt, können wir diese zudem gut ausgleichen“, berichtet Sebastian Musialik, Niederlassungsleiter in Posen. Und noch einen Vorteil gebe es: Starte ein Kunde mit seinem Projekt an einem ganz neuen Standort, so sei dies meist mit einem neuen Team verbunden, der Projekthochlauf entsprechend zeit- und ressourcenintensiv. „Bei einem Multi-User-Lager ist das Kernteam bereits vorhanden und ein aufwendiger Rekrutierungsprozess entfällt. Zudem können positive Erfahrungen aus anderen Projekten in die Abläufe integriert werden.“ ■

Ergänzendes zum Thema
Interview mit Andreas Plikat, Geschäftsführer der Rhenus Warehousing Solutions

Herr Plikat, für welche Kunden eignen sich Multi-User-Läger besonders?

Je kleiner das Geschäft, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Multi-User-Lager die beste Lösung darstellt. Aber auch für sehr große Kunden bieten sich Multi-User-Läger an. Jeder Kunde hat dann seinen eigenen Bereich, in dem die Geschäfte zuverlässig realisiert werden.

Welche Vorteile haben Multi-User-Läger?

Multi-User-Läger haben den Vorteil, dass die gesamte Infrastruktur von mehreren Kunden gemeinsam getragen wird. Zudem können das Personal sowie auch Fahrzeuge und anderes Equipment für mehrere Kunden eingesetzt werden. Neben Kostenvorteilen führt das dazu, dass Volumenschwankungen leichter ausgeglichen werden können.

Welche Herausforderungen muss der Logistiker beim Multi-User-Konzept meistern?

Während ein kundenspezifisches Lager die konkreten Bedürfnisse eines Kunden abdeckt, müssen die Prozesse in einem Multi- User-Lager verschiedene Anforderungen erfüllen. Das betrifft das Lagerverwaltungssystem genauso wie die Mitarbeiter, die für den Einsatz bei verschiedenen Kunden geschult werden.

Ist der personelle Aufwand in Multi-User-Lägern höher?

In Multi-User-Lägern können Mitarbeiter in bestimmten Funktionen mehrere Kunden betreuen. Bis zu einer gewissen Größe wird damit der Aufwand geteilt und ist somit sogar kleiner, dafür aber der Schulungsaufwand größer.

Unterschiedliche Waren erfordern unterschiedliche Lagerbedingungen. Wird darauf schon bei der Konzeption der Läger geachtet?

Wir betreiben viele Läger, die von vornherein für Multi-User konzipiert sind und eine Vielzahl von Kundenanforderungen in verschiedenen Bereichen abdecken. In anderen Fällen starten wir in einem Bereich des Lagers mit einem Kunden und auf ihn zugeschnittenen Einrichtungen, die dann um weitere Bereiche für andere Kunden ergänzt werden.

Wie gehen Sie damit um, wenn die vorhandenen Flächen im Multi-User-Lager knapp werden?

Die Sicherung des Wachstums bestehender Kunden hat stets Vorrang. Fragen mehrere neue Kunden einen Standort an, an dem die Fläche nicht für alle reicht, suchen wir nach geeigneten Alternativen, die wir durch unser großes Netzwerk offerieren können.

* Andreas Plikat ist Geschäftsführer der Rhenus Warehousing Solutions in 59439 Holzwickede, Tel. (0 23 01) 29-0, info@de.rhenus.com

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