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Luftfracht Transportsystem spart im Flieger bis zu 80 % Gewicht

Das saarländische Unternehmen Trilatec schickt sich an, die Luftfracht zu verändern: Wo bislang schwere Holzpaletten zum Einsatz kommen, könne künftig ein ultramoderner Karton-Faserverbundstoff genutzt werde, so das Unternehmen – eine „Revolution“ in der Luftfracht.

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Eine „Revolution“ in der Luftfracht? Jedenfalls hat „squAIR-timber“ aus ultramodernem Karton-Faserverbundstoff das Zeug dazu, jede Menge Gewicht (und damit Kosten) einzusparen.
Eine „Revolution“ in der Luftfracht? Jedenfalls hat „squAIR-timber“ aus ultramodernem Karton-Faserverbundstoff das Zeug dazu, jede Menge Gewicht (und damit Kosten) einzusparen.
(Bild: Trilatec)

Wie Trilatec angibt, ist das System „squAIR-timber“ bis zu 80 % leichter gegenüber herkömmlichen Standardpaletten aus Holz. Ein weiterer Vorteil des neuen Materials: Selbst bei einmaliger Verwendung kann es umweltfreundlich im nächsten Papiercontainer entsorgt werden.

Karton-Faserverbundstoff überzeugt

„Das ist eine Revolution in der Luftfracht“, sagt Trilatec-Chef Andreas Langemann, Erfinder und Produzent des neuartigen Transportsystems. Erste Erfahrungen bei Airlines hätten gezeigt, dass 1200 t Gewicht pro Jahr eingespart werden können – was in etwa drei vollbeladenen Jumbojets entspreche. Weil „squAIR-timber“ aus 100 % recyceltem Material bestehe, entfielen die Kosten für eine spezielle Holzentsorgung. Und auch im Beschaffungspreis überzeuge die Lösung aus Karton-Faserverbundstoff, wie es heißt.

„Das System hat einen doppelten Vorteil: Zum einen bringt ,squAIR-timber‘ den Luftfahrtgesellschaften einen enormen Kosten- und Gewichtsvorteil. Zum anderen profitieren Handling-Agenturen von der Zeitersparnis beim Aufbau des ultramodernen Transportsystems“, sagt Langemann. Pro ULD-Palette werden seiner Aussage zufolge 15 min weniger für den Aufbau gebraucht.

Wasserbeständig und ISPM15-konform

Flächig belastet, trägt 1 m des neuen Materials laut Anbieter bis zu 5 t – mit einem Eigengewicht von nur 1,2 kg/m (bei Holz liegt das Eigengewicht bei 3 bis 4 kg/m). „Der Schlüssel der Stabilität liegt im Fertigungsverfahren“, erklärt Stefan Trinkaus, technischer Geschäftsführer bei Trilatec. „Die Kartonfasern werden nach Einarbeitung von Kaltleimverbindungen in mehreren Schichten unter Druck zusammen laminiert. Dieser Prozess macht das Material wasserbeständig, es ist dadurch mehrfach verwendbar und gleichzeitig ISPM15-komform“, so Trinkaus.

Zur Gewichts- und Kostenersparnis im Frachtflieger bietet Trilatec ab März 2018 das „squAIR-timber“-System aus ultramodernem Karton-Faserverbundstoff an.
Zur Gewichts- und Kostenersparnis im Frachtflieger bietet Trilatec ab März 2018 das „squAIR-timber“-System aus ultramodernem Karton-Faserverbundstoff an.
(Bild: Trilatec)

Im März 2018 hat Trilatec die Produktion von „squAIR-timber“ aufgenommen und den weltweiten Vertrieb gestartet. Aufgrund der Nähe zum größten deutschen Flughafen-Drehkreuz Frankfurt am Main (FRA) wurde als Produktionsstandort das nahegelegene Ginsheim-Gustavsburg gewählt. „Für diesen Standort haben wir uns bewusst entschieden, weil hier auch die Cargo City Süd mit Hunderten Spediteuren und Cargohändlern sowie unzähligen Logistikfirmen liegt“, sagt Erfinder Langemann abschließend.

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