Forschung

ASSIST 4.0: KNAPP präsentiert Forschungsergebnisse

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Die größte Herausforderung im Tahmen des Projekts war: Die richtigen Informationen, zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität und am richtigen Ort zur Verfügung stellen zu können.
Die größte Herausforderung im Tahmen des Projekts war: Die richtigen Informationen, zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität und am richtigen Ort zur Verfügung stellen zu können. (Bild: KNAPP)

Im Rahmen des Forschungsprojektes ASSIST 4.0 forcierten acht österreichische Unternehmen seit 2014 unter der Leitung des Intralogistikers KNAPP die Umsetzung eines intelligenten Assistenzsystems für den industriellen Servicebereich. Im Juni dieses Jahres endete die Projektlaufzeit. Die Ergebnisse präsentiert KNAPP vom 15. bis 16. September im Rahmen des Logistiksommers an der Montanuniversität Leoben.

Alltag in der automatisierten Fertigung: Geräte und Maschinen laufen auf Hochtouren. Komponenten werden entlang der Montagekette zu den einzelnen Fertigungsschritten transportiert, fertiggestellt und an den Kunden oder einen Zwischenhändler ausgeliefert. Maschinen, die diese Prozesse unterstützen, sind dem Trend von Industrie 4.0 folgend, stark vernetzt und stellen zahlreiche Daten zur Optimierung zur Verfügung. Die Vision: Eine Smart Factory, die sich selbst steuert und optimiert. Versetzt man sich nun in den Alltag eines Servicetechnikers, der eine Wartung oder Reparatur durchführt, wird man derzeit jedoch jäh aus dieser Vision gerissen: Gedruckte Dokumentationen oder – im besten Fall – elektronische Dokumente bilden hier die Datenbasis, die es zu durchsuchen gilt. Hier ist von smart noch nicht viel zu erkennen. ASSIST4.0 soll an dieser Stelle die Vision von Industrie 4.0 und einer Smart Factory vervollständigen. Als digitales Assistenzsystem zeigt es mögliche Fehlerursachen an und gibt Empfehlungen zur Problembehebung anhand eingespielter Inhalte ab. Diese bestehen aus einem Pool strukturierter und mit Metadaten versehenen Informationen und reichen von „Schritt-für-Schritt-Anleitungen“, über Bilder bis hin zu Videos. Bei Letzteren kann es sich auch um Daten handeln, die von den Usern selbst generiert und integriert werden können.

Logistics of Information

Der im ASSIST 4.0-Projekt entwickelte Software-Demonstrator versorgt Servicemitarbeiter situationsangepasst mit Informationen und visualisierten Daten. Die Plattform funktioniert dabei endgerätunabhängig, sodass sich der Mitarbeiter je nach Art der Tätigkeit zwischen Wearables wie Tablets, Smartphones oder Datenbrillen entscheiden kann. „Als Intralogistikanbieter beschäftigen wir uns zwar vordergründig mit dem Materialfluss, doch der Informationsfluss und die Bereitstellung von relevanten Daten gewinnen immer stärkere Bedeutung. Genau darin lag auch die Herausforderung im Projekt: Nämlich die richtigen Informationen, zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität und am richtigen Ort zur Verfügung stellen zu können“, erklärt Peter Stelzer, ASSIST 4.0-Projektleiter und Geschäftsführer der neu gegründeten KNAPP-Tochter ivii, deren Kerngeschäft Bilderkennungs- und Bildverarbeitungstechnologien bilden.

Der Mensch im Mittelpunkt

Das Forschungsteam konzipierte insgesamt sechs Anwendungsfälle, realisierte und evaluierte diese bei verschiedenen Usertests. „Für uns stand immer der Mensch im Mittelpunkt dieses Projekts. Aus diesem Grund haben wir von Beginn an jene Kollegen aus den Servicebereichen involviert, die letztlich mit dem Produkt arbeiten werden“, berichtet Kajetan Bergles, Service Development Manager bei KNAPP und Verantwortlicher für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Projekt. Die persönlichen Erfahrungen der Mitarbeiter und die Ergebnisse der Studien, wie beispielsweise die des zweitägigen Feldtests im reellen Industrieumfeld, geben diesem benutzerzentrierten Ansatz recht.

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