Logistik-Studie Wie geht es weiter mit der humanitären Logistik?

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Heute wurden während der Konferenz „ConnectChains“ in Berlin die Ergebnisse der Studie „Die Zukunft der humanitären Logistik“ präsentiert. KI wird eine überragende Bedeutung prognostiziert.

Autor Prof. Dr. Sander de Leeuw präsentierte seine Studie über die Zukunft der humanitären Logistik jetzt in Berlin.(Bild:  LHOF)
Autor Prof. Dr. Sander de Leeuw präsentierte seine Studie über die Zukunft der humanitären Logistik jetzt in Berlin.
(Bild: LHOF)

Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, die humanitäre Logistik erheblich zu verbessern. Zu diesem zentralen Ergebnis kommt die neue Studie „The Future of Humanitarian Logistics“, die vom Fritz Institute (Kalifornien/USA) und der Wageningen University & Research (Wageningen/Niederlande) in Zusammenarbeit mit der Logistics Hall of Fame durchgeführt wurde. Die Resultate wurden am 4. Dezember während der „ConnectChains – The Humanitarian Supply Chain Conference“ vorgestellt, die in der Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden in Berlin stattfand. Für die Studie befragt wurden 75 Lieferkettenexperten aus humanitären Organisationen und kommerziellen Unternehmen. Sie kommt zum Schluss, dass eine branchen- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit bei KI-gesteuerten Supply-Chain-Lösungen den größten Nutzen für humanitäre Einsätze bringen würde.

Die befragten Experten waren sich einig, dass die Bündelung von Fachwissen aus verschiedenen Industrien und Organisationen Innovationen in der Praxis beschleunigen, Doppelarbeit reduzieren und globale Hilfslogistikprojekte stärken kann.

Prof. Dr. Sander de Leeuw, Wageningen University & Research

Die für die Studie Befragten haben folgende vier Schwerpunktbereiche identifiziert, in denen eine KI-gestützte Zusammenarbeit die größte Wirkung entfalten könnte:

  • Bedarfsprognosen in Krisensituationen: Konkret geht es um Vorhersagen eines sich schnell verändernden Bedarfs an Lebensmitteln, Unterkünften, medizinischen Hilfsgütern und Logistikkapazitäten.
  • Optimierung der Routenplanung und Verteilung: Hier geht es um die Effizienzsteigerung in Transportnetzwerken, bei der Lieferung auf der letzten Meile und bei der Ressourcenzuweisung.
  • Echtzeittransparenz und Datenaustausch: Das zielt auf die Entwicklung interoperabler Systeme zur Verbesserung der Koordination zwischen humanitären Akteuren und Behörden ab.
  • KI-gestützte Vorsorge und Szenarioplanung: Hier dreht sich alles um den Einsatz datengestützter Modelle für Risikobewertung, Krisensimulation und Notfallvorsorge.

Auf der Basis dieser Ergebnisse planen die Studienpartner die Bildung einer internationalen, sektorübergreifenden Projektgruppe. „Das internationale Team wird praktische Lösungen und strategische Partnerschaften entwickeln“, sagte Mitsuko Mizushima vom Fritz Institute.

Mitsuko Mizushima vom US-amerikanischen Fritz Institute kündigte Aktivitäten einer geplanten internationalen, sektorübergreifenden Projektgruppe an.(Bild:  LHOF)
Mitsuko Mizushima vom US-amerikanischen Fritz Institute kündigte Aktivitäten einer geplanten internationalen, sektorübergreifenden Projektgruppe an.
(Bild: LHOF)

Konferenzleiter Thilo Jörgl unterstrich die Aktualität dieser Initiative: „Das ganze humanitäre Hilfssystem befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die jüngsten Kürzungen der US-Regierung – insbesondere diejenigen, die USAID-Programme betreffen – haben zu erheblicher Unsicherheit geführt. Viele bezeichnen diesen Wandel als einen humanitären Neustart, der das Ausmaß der UN-Reformen der vergangenen zwei Jahrzehnte in den Schatten stellen könnte.“

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