Übersicht über Paletten, Boxen & Co.

Das kleine Einmaleins der Ladungsträger

| Autor / Redakteur: Gerald Scheffels / Bernd Maienschein

Holzpaletten machen 90 bis 95 % aller Ladungsträger aus.
Holzpaletten machen 90 bis 95 % aller Ladungsträger aus. (Bild: HPE)

Ladungsträger in der Logistik vereinheitlichen und erleichtern den weltweiten Materialfluss. Die universell einsetzbare Palette zeigt dies ganz deutlich. Schaut man genau hin, gibt es dennoch große Vielfalt. Der Anwender kann sich zum Beispiel zwischen Einweg- und Mehrwegpaletten, Pool- und Tauschsystemen und unterschiedlichen Werkstoffen (Holz und Kunststoff) entscheiden. Und auch für nicht palettierbare Waren wie Schüttgüter und Flüssigkeiten gibt es passende standardisierte Ladungsträger.

1200 mm × 800 mm × 144 mm, 20 bis 24 kg Eigengewicht und 78 Nägel: Das sind die Kenndaten der Europoolpalette. Dieser Palettentyp verdeutlicht – ähnlich wie der Container – den Nutzen der Standardisierung von Ladungsträgern in der Materialflusstechnik. Die stets identischen Abmessungen erlauben einheitliches Verladen, Lagern, Handling, Kommissionieren …

Holz- oder Kunststoffpalette?

Die Europalette, deren Standard in der Europa-Norm EN 13698-1 definiert ist, wird unternehmensübergreifend getauscht und aus ihren Abmessungen wurden auch kleinere genormte Ladungsträger abgeleitet.

Wer eine solche Palette nutzt, hat eine Entscheidung für den Werkstoff (Holz), die Häufigkeit der Nutzung (Mehrweg) und die Art des Umlaufs (Tausch) getroffen. Für das Holz spricht der nachhaltige Rohstoff: Die Ökobilanz der Holzpalette ist gut und auch die Kosten „stimmen“. Deshalb werden allein in Deutschland rund 90 Mio. Holzpaletten pro Jahr produziert, ihr Marktanteil im gesamten Bereich der Ladungsträger wird auf 90 bis 95 % geschätzt.

Die Kunststoffpalette hingegen kann mit geringerer Reparaturanfälligkeit punkten, ebenso mit sehr hoher Maßhaltigkeit – ein Vorteil beim Betrieb von Automatiklagern. Im weltweiten Güteraustausch kommen Kunststoffpaletten zum Einsatz, deren Abmessungen von 1140 mm × 1140 mm auf die Ladefläche von Containern abgestimmt sind. Für hygienesensible Anwendungen, etwa in der Lebensmittelindustrie, bewährt sich die „Euro H1 Hygienepalette“ aus Kunststoff.

Pool-System oder nicht?

Die rund 400 Mio. in Umlauf befindlichen Europaletten sind Teil eines Pool-Systems, das einen einfachen, kostenlosen und freien Austausch unter Versendern, Spediteuren und Empfängern gewährleistet. Daneben gibt es „gemanagte“ Pool-Systeme. Das bekannteste stammt von Chep und ist zum Beispiel in der Lebensmitteldistribution, aber auch in der Automobilindustrie weit verbreitet. Chep stellt die markanten blauen Paletten und Boxen bereit, pflegt sie und koordiniert die weltweiten Ströme der Ladungsträger. Unabhängig davon gibt es auch freie Mehrwegsysteme für den Ladungsträger-Austausch zwischen Versendern und Empfängern.

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Gerald Scheffels
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