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Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf im Lagermanagement

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Sie haben eben die modernen Pick-Techniken angesprochen. Gerade Pick-by-Voice hat ja in den letzten zwei bis drei Jahren sehr zugenommen. Gibt es Fortschritte in dieser Technik?

Ehrhardt: Wir sind seit 2001 offizieller Vocollect-Partner und waren in Deutschland die Ersten, die in einem Projekt Pick-by-Voice installiert haben. Inzwischen wird fast jedes zweite Projekt mit Voice-Technik realisiert.

Aber viele Unternehmen holen nicht das Optimale aus dieser Technik heraus. Rund wird die Sache aber erst, wenn Voice in Kombination mit anderen Techniken, wie zum Beispiel dem Multi-Order-Picking, eingesetzt wird.

Und was raten Sie in diesem Zusammenhang den Logistik-Verantwortlichen?

Ehrhardt: Viele Unternehmen, deren Logistikprozesse insgesamt nicht rund laufen, machen den Fehler und betrachten nur den eigentlichen Pick-Vorgang. Sie installieren eine Add-on-Software und glauben, mit solch einer Insellösung wären sie auf dem modernsten Stand der Technik und hätten ihre Prozesse verbessert. Tatsächlich erzielen sie aber lediglich den Vorteil, dass ihre Lagerarbeiter beim Kommissionieren statt Papierlisten oder Handheld-Geräten jetzt Voice-Terminals benutzen und dadurch beide Hände frei haben.

Viel wichtiger ist es jedoch, die gesamte Prozesskette mit sämtlichen vor- und nachgelagerten Prozessen zu betrachten, die Bereitstellung der Ware zum Kommissionieren zum Beispiel. Diese Bereitstellung hat mit Pick-by-Voice zunächst gar nichts zu tun, muss aber auch automatisiert laufen und entsprechend in eine effiziente, ganzheitliche Lösung einbezogen werden. Geschieht das nicht, nützt das schönste Pick-by-Voice nichts. Da besteht immer noch ein großer Handlungsbedarf, der oft unterschätzt wird.

Wie individuell müssen Lagerlösungen gestaltet werden und wie weit können solche Lösungen standardisiert implementiert werden?

Ehrhardt: Grundsätzlich muss man hier die unterschiedlichen Branchen betrachten. Jede Branche hat unterschiedliche Anforderungen und diese müssen über ein System dargestellt werden. Daher ist unser Lagerführungssystem, das LFS 400, so konzipiert, dass es bereits standardmäßig viele Prozesse in den unterschiedlichsten Branchen abbildet.

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