Das passt nicht mehr! Unternehmer Stihl: „Die 35-Stunden-Woche ist überholt!“

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Nikolas Stihl mahnt rasche Gespräche der Tarifparteien über die Verlängerung der Arbeitszeit in der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland an – ohne Lohnausgleich ...

Macht schnell! Nikolas Stihl, der Aufsichtsratschef von Stihl, ist der Meinung, dass die 35-Stunden-Woche so schnell wie möglich ad acta gelegt werden sollte, um den personellen Aderlass in der Industrie zu beenden ...(Bild:  B. Weißbrod / dpa)
Macht schnell! Nikolas Stihl, der Aufsichtsratschef von Stihl, ist der Meinung, dass die 35-Stunden-Woche so schnell wie möglich ad acta gelegt werden sollte, um den personellen Aderlass in der Industrie zu beenden ...
(Bild: B. Weißbrod / dpa)

Der Aufsichtsratschef des Forst- und Gartengeräteherstellers Stihl, Nikolas Stihl, sagte in Waiblingen der Deutschen Presse-Agentur folgendes: „In den guten Zeiten konnte sich Deutschland die 35-Stunden-Woche leisten. Aktuell können wir das nicht mehr!“ Die Sozialpartner sollten sich in diesen Zeiten ihrer Verantwortung bewusst werden und über das Thema sprechen. Stihl schaue jetzt hier natürlich insbesondere auf die IG Metall, weil sie die Zugeständnisse letztendlich machen müsse. „Aber wenn man nun schon in Richtung 500.000 verlorener Industriearbeitsplätze unterwegs ist, dann sollte man nun wirklich alles tun, um das Ausbluten zu stoppen“, drückte sich Stihl aus. Und eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich würde die Arbeitskosten relativ schnell senken, so seine Meinung.

Die 35-Stunden-Woche ist ein Zugeständnis

Mitten in der Wirtschaftskrise hatte etwa die Mercedes-Führung eine alte Grundsatzdebatte neu entfacht. Denn der Chefaufseher Martin Brudermüller regte in einem Interview mit dem Handelsblatt die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an – für dasselbe Gehalt. In der deutschen Autoindustrie ist bei den tarifgebundenen Unternehmen die 35-Stunden-Woche Standard, aber gesetzlich verpflichtend ist sie nicht, wie man dazu wissen muss. Die IG Metall hatte gegen den Vorstoß des Vorstands bei Mercedes-Benz natürlich bundesweit zu Protesten bei dem Autobauer aufgerufen – und das in einer eh schon prekären Lage.

Die IG Metall denkt eher ideologisch als logisch

Die Tarifgespräche in der Metall- und Elektroindustrie starten demnach im Herbst. Die 35-Stunden-Woche wurde mit heftigen Geburtsschmerzen einmal vereinbart, so Stihl weiter. Und wenn man das Ganze zurückdrehen will, wird der Verlustschmerz sehr groß, wie ihm auch klar ist. „Deswegen glaube ich auch nicht, dass man hier eine einfache Tarifrunde sehen wird“, sagt Stihl. Er setzt auf pragmatische Lösungen bei dem Thema. Und je näher die Vertreter der IG Metall tatsächlich an der arbeitenden Bevölkerung seien, desto eher würden sie die Dinge verstehen. Stihl habe aber Bedenken mit Blick auf die Gewerkschaftszentrale in Frankfurt: „Dort scheinen die Positionen sehr eingefahren und stark von ideologischen Überzeugungen geprägt zu sein, die in diesen Zeiten fatal werden könnten.“

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