Sonderfahrzeuge Hubtex entwickelt fünf neue Fahrzeugtypen für radioaktive Abfälle

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 1 min Lesedauer

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Für die Schachtanlage Konrad, das Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle im niedersächsischen Salzgitter, entwickelt Flurförderzeugspezialist Hubtex fünf neue Fahrzeugtypen.

Dieses Seitenstapelfahrzeug (SSF) von Hubtex ergänzt den für Konrad abgestimmten Fahrzeugverbund und übernimmt darin definierte Transport- und Übergabeaufgaben.(Bild:  Hubtex)
Dieses Seitenstapelfahrzeug (SSF) von Hubtex ergänzt den für Konrad abgestimmten Fahrzeugverbund und übernimmt darin definierte Transport- und Übergabeaufgaben.
(Bild: Hubtex)

Die Hubtex-Fahrzeuge sind, wie es heißt, Teil des künftigen Einlagerungsprozesses der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Sie sollen aufeinander abgestimmte Aufgaben übernehmen: vom oberirdischen Umschlag über den Weitertransport bis zur präzisen Positionierung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle in rund 850 Metern Tiefe. Hinzu kommt der Transport von Frischbeton und Dickstoff zum späteren Verfüllen der Einlagerungsbereiche. Entscheidend sei dabei nicht ein einzelnes Fahrzeug, wie Hubtex angibt, sondern das sichere Zusammenspiel aller Fahrzeugtypen an definierten Übergabepunkten.

Vom Prozess zur Fahrzeugarchitektur

Für diese Anwendung stand keine geeignete Standardlösung zur Verfügung. Enge Fahrwege, Steigungen und Gefälle, hohe Fahrzeuggewichte sowie klar definierte Fahr-, Brems- und Übergabeprozesse bestimmen die konstruktive Auslegung. Hinzu kommen strenge Vorgaben zu Strahlenschutz, Dekontaminieren, Brandlast, Kollisionsvermeidung, möglichen Absturzhöhen und Bedienerschutz. Jeder Transportvorgang muss kontrollierbar, zuverlässig und nachvollziehbar bleiben.

Das Stapelfahrzeug (SF), einer von fünf Sonderfahrzeugtypen, die Hubtex für die Anforderungen bei Konrad entwickelt hat, ist auf den sicheren Transport und die präzise Handhabung schwerer Lasten unter den besonderen Einsatzbedingungen des Endlagers ausgelegt.(Bild:  Hubtex)
Das Stapelfahrzeug (SF), einer von fünf Sonderfahrzeugtypen, die Hubtex für die Anforderungen bei Konrad entwickelt hat, ist auf den sicheren Transport und die präzise Handhabung schwerer Lasten unter den besonderen Einsatzbedingungen des Endlagers ausgelegt.
(Bild: Hubtex)

Hubtex analysierte deshalb zunächst Fahrwege, Schnittstellen, Lastübergaben, Umgebungsbedingungen und mögliche Gefährdungen. Daraus entstanden neue, aufeinander abgestimmte Fahrwerks-, Lenkungs-, Hub- und Schutzkonzepte. Je nach Aufgabe verfügen die Fahrzeuge unter anderem über abgeschirmte, strahlengeschützte Fahrerkabinen mit Bleiglas und massiven Stahlwänden, Schutzbelüftung, Brandüberwachung, Feuerlöschanlagen und Notlenkeinrichtungen. Positionserfassung, optische Spurführung, Gebindeverfolgung und Kommunikationssysteme unterstützen die kontrollierte Einbindung in den Gesamtprozess.

Die größte Herausforderung lag nicht in einem einzelnen Fahrzeug, sondern im Zusammenspiel aller Funktionen und Schnittstellen.

Frank Knurr, Vertriebs- und Projektingenieur bei Hubtex

Wie Hubtex-Ingenieur Knurr anmerkt, mussten Mechanik, Schutzsysteme, Übergaben und Prozessüberwachung von Beginn an als ein Gesamtsystem gedacht werden. „Gleichzeitig muss jeder technische Schritt auch nach vielen Jahren noch eindeutig nachvollziehbar sein“, so Knurr.

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