Selbstfahrende Transportsysteme

Die vielen Gesichter der Autonomie

| Autor: Benedikt Hofmann

DHL Supply Chain startet einen weiteren Pilotversuch mit einer kollaborativen, autonomen Roboterlösung.
DHL Supply Chain startet einen weiteren Pilotversuch mit einer kollaborativen, autonomen Roboterlösung. (Bild: DHL Supply Chain)

Wir haben an dieser Stelle bereits über selbstfahrende Transportsysteme geschrieben. In den vergangenen Wochen zeigte sich allerdings besonders anschaulich, wie vielseitig die autonomen Systeme sind und wie breit sich ihre Anwendungsgebiete gestalten.

DHL Supply Chain beispielsweise startet einen weiteren Pilotversuch mit einer kollaborativen, autonomen Roboterlösung. In den kommenden zwei Monaten werden die „Locusbots“ von Locus Robotics die Kommissionierung in einem Lager für Medizintechnik im US-Bundesstaat Tennessee testweise unterstützen. Diese selbstfahrenden Systeme sind speziell auf die sichere Zusammenarbeit mit den Lagerfachkräften ausgerichtet und helfen diesen, Waren schneller zu finden und zu transportieren. Dadurch müssen die Kommissionierer keine Wagen mehr schieben oder schwere Behälter tragen. „Wir halten es für sehr wichtig, fortschrittliche Technologielösungen wie diese zu identifizieren und im Lagerbetrieb umzusetzen, um die Lieferketten unserer Kunden zu optimieren“, sagt Adrian Kumar, Vice President Solutions Design bei DHL Supply Chain Nordamerika, dazu. „Die Erfahrungswerte aus diesem ersten Pilotprogramm im Medizintechnik-Sektor werden DHL Supply Chain helfen, das Potenzial für einen breiteren Einsatz der Technologie in anderen Teilen unseres Unternehmens besser abzuschätzen. Dies ist eine natürliche Weiterentwicklung unseres Robotikprogramms.“

Mobile Industrial Robots wiederum bringt einen weiteren autonomen mobilen Roboter auf den Markt. Der MIR 200 transportiert Lasten von bis zu 200 kg und hat eine Zugkraft von 500 kg. Dank ESD-Konformität kann er auch in der Elektronikmontage eingesetzt werden. Wie die anderen Systeme von Mobile Industrial Robots verfügt der MIR 200 über eine leistungsfähige Sensorik. Sechs Sensorsysteme schicken die Daten an die Echtzeitnavigation und Sicherheitsalgorithmen des Roboters. Selbst in Situationen, in denen Menschen, Kabel, Paletten oder Boxen unvorhersehbare Hindernisse darstellen, kann der Roboter problemlos navigieren. Zusätzliche Sensoren sorgen dafür, dass auch Hürden über dem Roboter erkannt werden – zum Beispiel Tische, Löcher und Stufen oder Glastüren. Mit einem Update der intuitiven webbasierten Benutzeroberfläche sei die Programmierung gerade für Anwender ohne Erfahrung noch einfacher geworden, verspricht der dänische Roboterbauer. Die Erweiterungen beinhalten anwenderspezifische Dashboards, verbessertes Mapping, einfachere Einstellung der zu übernehmenden Aufgaben, mehrstufige Berechtigungen, responsives Web-Design sowie eine umfassende Browserkompatibilität.

Selbstfahrender Reinemacher

Ein ganz anderes Anwendungsfeld für autonome Systeme besetzt der RA 660 des Schweizer Unternehmens Cleanfix. Der Gewinner des European Cleaning & Hygiene Award 2017 ist im Bereich der Bodenreinigung für Hartbeläge zu Hause und besonders für Unternehmen mit großen Flächen im Innenraum interessant. Mithilfe von Geo-Navigation ermöglicht der RA 660 Navi einen vollständig autonomen Reinigungsprozess, besonders auch in sensiblen oder gefährlichen Produktions- oder Hygienebereichen. Er kann dem Hersteller zufolge in kürzester Zeit auf individuelle Räumlichkeiten eingestellt werden. Zusätzliche Hardware, wie zum Beispiel Reflektoren, wird dabei nicht benötigt. Der Roboter orientiert sich anhand der Geo-Navigation in seinem Umfeld, erfasst bei der Reinigung die Kontur des Raumes und ermöglicht die systematische Bearbeitung der Flächen – bis in die hinterste Ecke. So eignet sich der RA 660 Navi unter anderem besonders für den Einsatz in sensiblen Bereichen, wie beispielsweise Laboren oder Sicherheitszonen, in denen der Personeneinsatz problematisch sein kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Themenkanal Fördertechnik.

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