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Logistikzentrum Ein Lager mit Schuppen

| Redakteur: Robert Weber

Der Tabakkonzern Reemtsma hat ein neues Hochregallager (HRL) gebaut. Auf der Fassade erkennt der Besucher eine außergewöhnliche Schuppenstruktur. Die sorgt dafür, dass der Radarüberwachungsbereich des Hannoveraner Flughafens nicht beeinträchtigt wird.

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Blick ins Zigarettenlager: Das neue Hochregallager ist 35 m hoch und umfasst sechs Gassen. Bild: Klug
Blick ins Zigarettenlager: Das neue Hochregallager ist 35 m hoch und umfasst sechs Gassen. Bild: Klug
( Archiv: Vogel Business Media )

Doch nicht nur für die Außenfassade haben sich die Zigarettenexperten einiges einfallen lassen. Im Inneren des Hochregallagers ist moderne Technik verbaut.

Herzstück für die stetig hohe Förderleistung des Zentrums bildet die Materialflusssteuerung I-Wacs MFC (Material Flow Control) von Klug integrierte Systeme, die als Generalunternehmer das Hochregallager-Projekt verantworteten. Das System erreicht eine Knotenpunktleistung von mehr als 7000 Transporteinheiten in der Stunde, bietet dabei maximale Flexibilität für Erweiterungen und Änderungen bei einer insgesamt hohen Transparenz, heißt es in einer Pressemitteilung.

Intelligentes Lastenmanagement für Regalbediengeräte

Das oberste Ziel des Projektes war es, die gesamte Ein- und Auslagerung so zu koordinieren, dass die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt werden. Vor diesem Hintergrund entwickelte Klug für die Regalbediengeräte (RBG) in den sechs Gassen ein intelligentes Lastmanagement, um den Spitzenstrom weitestgehend zu begrenzen – ohne dabei die Leistungsfähigkeit der Regalbediengeräte selbst zu beschneiden. Eine konkrete Auswirkung: Die Hubwerke führen ihre vertikalen Fahraufträge erst dann aus, wenn der Fahrantrieb in horizontaler Richtung bereits zu bremsen beginnt.

Der Vorteil: Die beim Bremsen erzeugte generatorische Energie speist durch einen Verbund der Servoachsen den Hubantrieb. Dieser würde sonst naturgemäß für ein Ansteigen des Stromes beim Anheben von Lasten führen. Im umgekehrten Fall wird im Reemtsma-Lager die Bremsenergie beim Absenken der Lastaufnahmemittel genutzt, um den Spitzenstrom beim Beschleunigen der Fahrantriebe zu begrenzen.

Kommunikation per Ethernet

Die Steuerung der Regalbediengeräte ist zweigeteilt in einen logischen Teil für den Ablauf und einen weiteren zur Leistungssteuerung für Motoren sowie die gesamte Aktorik und Sensorik. Beide Steuerungsebenen sind zentral in einem Schaltschrank untergebracht, der auf den Regalbediengeräten mitfährt.

Die Handlingsysteme sind als autarke Einheiten konzipiert und so in der Lage, den kompletten Hand- und Automatikbetrieb selbstständig zu bewältigen. Das ERP-System gibt dabei die anzufahrenden Palettenstellplätze vor.

Die Materialflussebene organisiert die erforderlichen Transporte in der Fördertechnik und bei den Regalfahrzeugen. Die Kommunikation zwischen SPS und Materialflussebene hat Klug per Ethernet TCP/IP realisiert, damit einen durchgängigen Datenfluss von der Leit- bis zur Steuerungsebene geschaffen. In dieser Ebene fällt dem von Klug entwickelten Visualisierungssystem I-Wacs SIAM (Service Interface, Analysis & Monitoring) eine wesentliche Schlüsselrolle zum Bedienen und Beobachten zu.

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