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Etiketten Etiketten ohne Trägermaterial sind vielversprechende Zukunftsträger

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Ein Etikett auf den Weg zu bringen, umfasst mehr als nur das Drucken. Es durchläuft eine komplexe Wertekette, die unabhängig von der eingesetzten Technologie auch das zu bedruckende Material und die Etikettiermaschinen einschließt. Der „Wettbewerb zwischen den Dekorationstechniken“ stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion beim Jahreskongress des Finat, des internationalen Verbandes der Etikettenindustrie.

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Produkte ohne Etiketten ...
Produkte ohne Etiketten ...
(Bild: Finat)

An der Podiumsdiskussion nahmen Vertreter der wichtigsten Etappen der Lieferkette der heutigen Etikettenindustrie teil. Im Podium saßen Stefan Richter (D) von Krones, einem führenden Hersteller moderner Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik, einschließlich verschiedener Etikettiersysteme, ferner Geert-Jan Kolkhuis Tanke (NL) von Avery Dennison als Vertreter eines führenden globalen Lieferanten von Etikettenmaterial, sowohl von Papier als auch von Folie, insbesondere für Selbstklebeetiketten, sowie Raul Matos (USA), dem Gründer von Karlville Development LLC, einem weltweit führenden Anbieter von Verarbeitungs- und Etikettiertechnik für Schrumpfbanderolen sowie für die Verarbeitung von Beuteln.

Für Selbstklebeetiketten spricht die Auswahl

„Warum sollte ein Markeninhaber sich für eine bestimmte Etikettiertechnologie entscheiden?“, fragte Moderator Marc Büttgenbach, der selbst für den globalen Vertrieb von Lables und Consumables bei Bizerba, einem weltweit führenden Anbieter eines breiten Lösungsportfolios aus Hard- und Software, insbesondere im Lebensmittelbereich, verantwortlich ist. Bei Schrumpffolienetiketten, so Raul Matos von Karlville, gehe es um die „Fähigkeit, Behälter unterschiedlicher Größen und Formen mit Etiketten zu versehen. Schrumpfhülsen auf kleineren Flaschen mit Einzelportionen sind wirtschaftlich tragfähig“, sagte er. Für Selbstklebeetiketten, warf Geert-Jan Kolkhuis Tanke von Avery Dennison ein, spräche „die riesige Auswahl an Materialien und Produkten für alle Preisanforderungen, die sich mit Innovationen und der weiteren technologischen Entwicklung verändern.“

„No-Label-Look“ nur mit Selbstklebeetiketten erreichbar

Die Experten waren sich einig, dass wir in einer Mehrtechnologie-Gesellschaft leben, in der die eingesetzten Materialien sowohl auf konventionellen als auch auf digitalen Druckmaschinen verarbeitet werden. „Krones stellt heute Mehrtechnologie-Etikettiermaschinen her“, erläuterte Stefan Richter, der über aktuelle Trends berichtete. „Obwohl der Anteil der Nassklebeetiketten sinkt“, ergänzte er, „kann man den „No-Label-Look“ bisher nur mit Selbstklebeetiketten erzielen.“

Anforderungen an Etiketten ändern sich rasch und oft

Tatsächlich sind die Anforderungen an ein Etikett einem ständigen Wandel unterworfen. Das gilt nicht nur für den Marketing- und Werbebedarf der Markeninhaber, wie für QR-Codes, sondern heute insbesondere auch, weil auf rechtliche Vorgaben, die umfangreichere Inhaltsangaben verlangen, reagiert werden muss. Die daraus resultierenden größeren Textflächen und Etiketten stellen die Markeninhaber und die Etikettenlieferkette sicher vor große Herausforderungen. In diesem Zusammenhang lenkte Geert-Jan Kolkhuis Tanke von Avery Dennison die Aufmerksamkeit auf den Wert von Leaflet-Etiketten, bei denen, wie er es ausdrückte, „Etiketten auf Etiketten“ aufgebracht werden. Diese haben sich seit Jahren bei Selbstklebeetiketten, vor allem bei pharmazeutischen Anwendungen, bewährt.

Die umfangreicheren Angaben auf Etiketten spielen auch bei der Produktion von Schrumpffolienetiketten eine wichtige Rolle, sagte Raul Matos von Karlville. „QR-Codes müssen in einem Bereich platziert werden, der wenig schrumpft“, erklärte er und betonte die Notwendigkeit, die gesamte Lieferkette, beginnend beim Grafiker, in die Produktion einer erfolgreichen Schrumpfhülse einzubeziehen.

Barcodes und andere aufgedruckte „intelligente“ Informationen spielen bei der Produktauthentifizierung und -verfolgung ebenfalls eine Rolle. Sie stellen aber nur einen Teil der Möglichkeiten dar, um geschichtete, sichtbare und unsichtbare Sicherheitselemente in und auf einem Selbstklebeetikett zu installieren, wie Kolhuis Tanke unterstrich. Natürlich sind RFID-Etiketten ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Anwendung dieses Prinzips. Obwohl, wie Matos ergänzte, sie heute hauptsächlich als „Sicherheitsmerkmal für hochpreisige Produkte interessant sind“.

Dann wandte sich das Gespräch einem Thema zu, das die Experten eindeutig als vielversprechende Technologie der Zukunft bezeichneten. Gemeint waren Etiketten ohne Trägermaterial („Linerless-Etiketten“). Diese sind bereits auf abgepackten Lebensmitteln in Supermärkten weit verbreitet. Ebenfalls diskutiert wurde das Drucken auf flexiblen Verpackungen als weiteren Entwicklungsweg für Etikettenverarbeiter. „Gegenwärtig hat unsere Branche auf diesem Markt erst einen winzigen Anteil“, sagte Matos, „dabei könnten wir hier viel stärker vertreten sein.“ Er erinnerte die Zuhörer daran, dass im breiteren Verpackungssegment zwei verschiedene, sich aber ergänzende Geschäftsmodelle – die Primär- und die Sekundärverpackungen – bestehen, die heute beide von Etikettenproduzenten bedient werden könnten. Dann ergänzte er jedoch, dass „dafür in unserer Industrie ein Umdenken notwendig ist, …wir müssen die flexible Verpackung als eine eng verwandte Schwesterbranche ansehen.“

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