Etiketten

Etiketten ohne Trägermaterial sind vielversprechende Zukunftsträger

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Die Frage nach dem Preis und der Nachhaltigkeit

Anschließend führte der Moderator die Diskussion zu einem für die Finat-Mitglieder wichtigen Thema: der Frage nach dem Verhältnis von Preis und Nachhaltigkeit. Kolkhuis Tanke von Avery Dennison wies darauf hin, dass eine genaue Definition des Begriffs „Nachhaltigkeit“ erarbeitet werden müsse, denn „es geht auch um Effizienz an der Produktionslinie und um die Gesamteinsatzkosten, die TCO. Kann die Nachhaltigkeit hier zu Einsparungen führen?“

Matos von Karlville Development erweiterte die Diskussion auf Schrumpffolienetiketten, die seiner Meinung nach in manchen „grünen“ Kreisen nicht als nachhaltige Lösung angesehen werden. „Aber“ betonte er, „neue Technologien erlauben heute, die Hülse beim PET-Recycling vom Behälter zu trennen.“ Er sagte, dass der Anteil der Schrumpfbanderolen „auch mit den weiteren Veränderungen bei den Verpackungen weiter ansteigen wird. Nachfüllpackungen, verschließbare Beutel… alle diese Anwendungen werden einen Wendepunkt darstellen.“ „Nachhaltigkeit bedeutet auch einen Trend zu dünneren Materialien“, unterstrich Richter und wies auf einen wichtigen Faktor der Geschäftsplattform von Krones hin. Diese „stellen allerdings höhere Anforderungen an die Etikettierung sowie an die Qualität des Etikettenmaterials, auch wenn dünnere Materialien sehr preisorientiert sind.“

Zwei Arten der Produktdekoration wurden als Bedrohung für die Etikettenindustrie benannt. Beide basieren auf der Steigerung der Kapazität digitaler Technologien. „Mit allen unseren aktuell verfügbaren Technologien“, erklärte Stefan Richter von Krone, „können wir immer noch keine dreidimensionalen Flächen dekorieren.“ Die Bedrohung durch den 3D-Druck wird verstärkt durch den Behälterdirektdruck, der ohne zusätzliches Etikettenmaterial auskommt, wie Shrink-Sleeve-Experte Matos betonte.

Gegenwärtig sieht Krones verstärkt Anzeichen dafür, dass sich die Markeninhaber für einen Mix aus Etikettentechnologien entscheiden, sagte Richter. „Tatsächlich“, führte Moderator Büttgenbach an, „verschmelzen Etikettierung und Verpackung immer stärker miteinander. Welches Szenario ist dann in fünf oder zehn Jahren wahrscheinlich?“

Kolkhuis Tanke und Avery Dennison sehen „mehr Selbstklebeprodukte, eine größere Effizienz, die Hochgeschwindigkeitsetikettierung und weitaus mehr ‚intelligente‘ Etiketten sowie die Nahfeldkommunikation (NFC). Diese Trends werden nicht nur das Verhalten der Verbraucher beeinflussen, sondern auch die Funktionalität der Etiketten deutlich erweitern.“ Für Karlville erwartet Matos im Laufe der weiteren Entwicklung des Marktes mittelfristig das vollautomatische Aufspenden von Schrumpfhülsen sowie einen größeren Anteil bei flexiblen Verpackungen, insbesondere bei Beuteln. Unabhängig davon spielen die Etikettiermaschinen eine wichtige wegbereitende Rolle, führte Stefan Richter von Krones an. „Es wird ein hochgradig flexibles ‚offenes‘ Aufspendesystem geben. Aber die Materialzulieferer müssen die Etikettierungsindustrie eher in ihre Entwicklungen einbeziehen, um entsprechende Veränderungen auf unserer Seite zu ermöglichen.“

Als letztes stellte der Moderator die Frage, ob sich eine dieser Technologien als alleiniger Sieger durchsetzen wird. Die Experten waren sich jedoch darin einig, dass der Markt für alle ausreichend Platz bietet. „Wir alle sind Teil eines wachsenden Geschäfts“, meinte Richter.

Der Finat fördert aktiv eine breitere Technologiebasis als bisher bei den Etikettendruckereien üblich ist. Die von den Teilnehmern in der Podiumsdiskussion gestellten Fragen machen deutlich, dass die Mitglieder des Verbandes sich auch mit Nachdruck für eine umfassendere Definition des Begriffs „Etikett“ aussprechen.

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