Krane/Hebezeuge

Hightechkrane „schweben“ durch die Hallen

| Autor / Redakteur: Reinhard Irrgang / Bernd Maienschein

Die Hubwerke der sechs CXT-Neo-Zweiträger-Brückenkrane heben Stahlrohre absolut synchron für einen sicheren Betrieb in der neuen Halle von Brinker Fetten Logistik.
Die Hubwerke der sechs CXT-Neo-Zweiträger-Brückenkrane heben Stahlrohre absolut synchron für einen sicheren Betrieb in der neuen Halle von Brinker Fetten Logistik. (Bild: Konecranes)

Hallenkrane sind in der Intralogistik immer dann unentbehrlich, wenn es um das flurfreie sichere Handling und den zügigen Transport von sehr schweren Gütern geht. So werden beispielsweise bis zu 40 t schwere Stahlcoils mit dem präzisen Zusammenspiel von Kranbrücken und Hebezeugen sicher „an den Haken genommen“. Aber auch Leichtkransysteme leisten, etwa bei der Versorgung von Arbeitsplätzen mit nur 250 kg schweren Bauteilen, wertvolle Dienste.

Die Stahlo Stahlservice GmbH & Co. KG setzt in Gera auf Krantechnik von Demag. Stahlo verarbeitet dort Feinblech zu kundenspezifischen Bändern, Platinen und Zuschnitten. Zurzeit baut das Unternehmen ein komplett neues Servicecenter und wird seine bisherige Verarbeitungskapazität verdoppeln, was eine Neustrukturierung des Materialflusses erfordert.

Vielseitige und leistungsstarke Krane

Deshalb werden in den insgesamt sechs neuen Hallen zwölf neue Krananlagen von Demag Cranes & Components installiert. Im neuen zentralen Coillager werden Aluminiumcoils mit maximal 30 t Gewicht und bis zu 40 t schwere Stahlcoils gelagert. Deshalb können die Krane über eine fest eingescherte Koppeltraverse ihre Lastaufnahmemittel wechseln: Stahlcoils werden per Magnet bewegt, Aluminiumcoils mit Greifern. Das Handling per Magnet bietet den Vorteil, dass die Coils mit geringeren Zwischenräumen gestapelt werden können, nämlich mit nur 400 anstatt 800 mm Abstand. Entsprechend erhöht sich die Aufnahmekapazität des Lagers. Die beiden Prozesskrane im Coillager mit einer Tragfähigkeit von jeweils 48 t und einem Spurmittelmaß von 41,10 m verfahren auf einer Kranbahnlänge von 126 m, die ebenfalls zum Auftragspaket gehört.

Beim Entladen der Waggons beziehungsweise Lkw werden die Prozesskrane manuell bedient. Nach dem Entpacken und der Qualitätskontrolle legen sie, nun im Automatikbetrieb, die Coils an den vom Lagerverwaltungssystem vorgegebenen Lagerort ab. Von dort geben sie die Coils zu den quer zum Zentrallager angeordneten Hallen 2 bis 6 ab, wo die weitere Bearbeitung stattfindet. Diese fünf Hallen erhalten ebenfalls neue Demag-Krane. In zwei Hallen werden Prozesskrane mit eichfähiger Wiegetechnik und mit hochgenauen Wegmesssystemen installiert. Diese Krane übernehmen zusätzlich zum Coilhandling auch den Austausch und die Positionierung von Platinenträgern. Sechs Krane werden als V-Profil-Krane ausgeführt, die bei geringem Eigengewicht hohe Traglasten ermöglichen und zudem ein reduziertes Schwingungsverhalten aufweisen.

Krane für schnelle und effiziente Intralogistik

In einer komplett neuen Halle mit 6000 m² Fläche kommissionieren und verladen die Experten von Brinker Fetten Logistik in Duisburg Stahlrohre. Um die bis zu 16 m langen und bis zu 10 t schweren Rohre schnell und sicher vom Lager auf den Lkw zu bringen, sind leistungsstarke und zuverlässige Krane erforderlich. Die sechs neuen Zweiträger-Brückenkrane des Typs „CXT Neo“ von Konecranes sind deshalb speziell für die Bedürfnisse des Anwenders konzipiert.

In der neuen Halle arbeiten 60 Mitarbeiter gleichzeitig an bis zu zehn Kommissionier- und Verladeplätzen. Für einen reibungslosen Betrieb müssen die Rohre schnell von Ort zu Ort transportiert werden. „Und das feinfühlig, denn die Sicherheit unserer Logistikexperten und die Effizienz unserer Prozesse sind Kern unseres Geschäfts“, betont Ludwig Fetten, Geschäftsführer der Brinker Fetten Logistik.

Deshalb lieferte Konecranes ein Rundumpaket aus sechs hochmodernen Zweiträger-Brückenkranen CXT Neo inklusive umfassender Servicebetreuung, speziell ausgelegt für die Anforderungen des Anwenders. Zwei Krane bieten je 19 m Spannweite, vier je 29 m, die Hubhöhe beträgt 7 m. Die Hubgeschwindigkeit liegt zwischen 0,48 und 4 m/min, die Katzfahrgeschwindigkeit beträgt maximal 20 m/min und die Kranfahrgeschwindigkeit maximal 63 m/min. Bei den Hubgeschwindigkeiten im Teillastbereich sind bis zu 7,5 m/min möglich.

Zwei Hubwerke heben im Gleichgewicht

Die Krane sind mit jeweils zwei Hubwerken ausgestattet. „Diese können an verschiedenen Stellen des Rohres zugreifen und im Gleichgewicht heben“, so Dirk Gawrich, Sales Manager bei Konecranes. Für einen absolut synchronen Betrieb sind die Krane mit der Synchro-Hoisting-Tandemsteuerung ausgerüstet. Zudem lassen sich Hub- und Fahrgeschwindigkeiten der Hubwerke, der Katzen und der Krane selbst dank ASR-Hubumrichtern stufenlos steuern. Gawrich: „Eine hohe Kranfahrgeschwindigkeit ist wichtig, um die Rohre effizient zu den Verladeplätzen und auf die wartenden Lkw zu bringen.“

Für eine sichere Arbeitsumgebung sorgt zudem die Energiekette der CXT-Neo-Krane. Sie führt die primären Stromversorgungs- und Steuerungskabel entlang der Kranbrücke; dies schützt die wichtigen Verbindungen vor Verschleiß und hält gleichzeitig den Arbeitsbereich unterhalb der Kranbrücke frei. Zudem trägt zur Sicherheit bei, dass die Kranfahrer die leistungsstarken Anlagen per Funkfernsteuerung mit integrierter Lastanzeige steuern, so lassen sich potenzielle Überlasten schnell erkennen.

35 Kettenzüge mit bis zu 5 t Tragkraft und zwölftastigem Funksender

Stahl Cranesystems wird in Kanada durch die Canstahl Inc. vertreten, die wiederum seit 2009 mit dem Kranbau- und Serviceunternehmen Groupe Industriel Premium Inc. in Québec kooperiert. Diese Zusammenarbeit wird mit der Einbeziehung des Bauunternehmens Structures Industrielles Premium verstärkt. In diesem Zusammenschluss können den Kunden ganzheitliche Lösungen von individualisierter Krantechnik bis hin zu Gebäudemodifizierungen zum sicheren Einbau der Hebetechnik angeboten werden.

Diese Vorteile nutzte Nortek Air Solutions Québec, einer der führenden Anbieter von innovativen, kundenspezifischen Klimageräten in Kanada, für die Erweiterung seines Betriebsgeländes. Benötigt wurden 18 neue Einträger-Brückenkrane, von denen 15 mit zwei Hebezeugen im Tandembetrieb arbeiten sollten. Alle Brückenkrane wurden mit Komponenten von Stahl Cranesystems ausgestattet.

Kettenzüge anstelle von Seilzügen

In Nordamerika werden Hallenkrane traditionell mit Seilzügen ausgestattet. Um die Last im Tandembetrieb ohne Hakenwanderung heben zu können, ein geringes Maß zwischen den Lasthaken zu gewährleisten und das Anfahrmaß auf beiden Seiten der Kranbrücke auf einem Minimum zu halten, hat man diese Strategie aber überdacht und statt der Seilzüge wurden Kettenzüge eingesetzt. Insgesamt wurden 35 Kettenzüge mit einer Hubkraft zwischen 2000 und 5000 kg neu installiert. Die Hebezeuge bieten zwischen 6 und 8 m Hubhöhe, die Spannweiten der Brückenkrane betragen bis zu 20,12 m. Die Krane sind jeweils mit einem zwölftastigen Funksender ausgestattet, der mit jeweils drei Empfängern für die Kranbewegung und die beiden Hebezeugen mit Tandembetrieb kommuniziert. Durch diese effiziente Gestaltung der Steuerung konnten die Kabelschleppsysteme für die Steuerleitungen eingespart werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Elektroseilzüge für bis zu 80 t Traglast

Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG ist ein führender Hersteller von Geländefahrzeugen. Die gesamte Produktion im schwäbischen Laupheim ist auf die Herstellung von Pistenraupen des Typs „PistenBully“ ausgelegt. Bereits im April 2016 hatte sich das Unternehmen dazu entschieden, seine Fabrikhalle „auf Stand“ zu bringen und die Anlage auf ein Hebe- und Transportsystem des finnischen Kranspezialisten Erikkila umzustellen. So entstand innerhalb von neun Monaten eine komplett neue Herstellungslinie mit überarbeitetem Arbeitsablauf. Die Ergänzung der Leichtkranprofile lieferte Kito Europe. So werden die Elektrokettenzüge des Typs Kito ER2 zusammen mit den als Arbeitsplatzkrane genutzten Leichtkransystemen von Erikkila eingesetzt. Nachdem Kito den Kranhersteller Erikkila im Januar 2018 übernommen hat, werden vermehrt gemeinsame Projekte umgesetzt.

Dank Frequenzumrichter sicherer, effizienter und präziser arbeiten

Wie gemeldet wird, können die Monteure der Kässbohrer Geländefahrzeug AG „heute viel sicherer, effizienter und präziser arbeiten“. Der Frequenzumrichter am Kito-Elektrokettenzug sorgt für sanftes Heben und präzises Platzieren der bis zu 750 kg schweren Bauteile. Per Funkfernsteuerung lässt sich die gesamte Kranbrücke inklusive Kettenzug perfekt lenken, um beispielsweise die Fahrgestelle in die richtige Position zu bringen.

Das elsässische Unternehmen Liebherr-Mining Equipment Colmar SAS fertigt Großhydraulikbagger für den Einsatz im Tagebau und Nassbagger für maritime Anwendungen. Liebherr hatte sich bereits 2016 im Zuge der Neuorganisation im Bereich Intralogistik für Kransysteme von Vetter Krantechnik entschieden. Im Frühsommer 2018 wurden als Ergänzung zwei neue Arbeitsplatz-Kransysteme des Typs „ErgoLine“ geliefert und installiert.

Kransystem für die Auspackzone

Im Bereich der sogenannten Auspackzone kommen alle Komponenten bis maximal 1000 kg Gewicht an, wobei nach genauer Analyse der Einsatzschwerpunkt für das Ergoline-System auf Stückgewichten bis maximal 250 kg liegt. Frédéric Varain, Projektverantwortlicher bei Liebherr, nach einem ausführlichen Test im modernen Kranwerk von Vetter: „Das ist genau die Art von Arbeitsplatz-Kransystem, mit dem wir das Materialhandling im Bereich Auspackzone effizient beschleunigen und die Ergonomie an den Transportbändern erheblich verbessern können.“

Mit dem flexiblen, modularen Kransystem konnten alle Anforderungen erfüllt werden. Um die nötige Stabilität des Hauptportals auf der langen Entfernung von fast 10 m zu gewährleisten, bestehen Stützen und Träger aus Stahl. An den daran paarweise abgehangenen Fahrbahnen aus Aluminium läuft je eine kardanisch gelagerte „ErgoLine“-Kranbrücke, ebenfalls aus Aluminium. ■

Ergänzendes zum Thema
 
Robuste und leistungsstarke Funkfernsteuerungen

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