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Green Logistics

Kampf dem Kohlendioxid

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Beim Gebäudemanagement setzt man auf Ökostrom, Photovoltaikanlagen für die Stromgewinnung, Lichtbänder in Hallendächern, Energiesparlampen und Zeitschaltsysteme. Zudem werden Ressourcen durch Abfallvermeidung und -trennung, geringen Papierverbrauch sowie Behälter- und Paletten-Pooling geschont.

„Wir nutzen jede Option, die uns dabei hilft, umweltfreundlicher unterwegs zu sein“, betont Matthias Schadler, Geschäftsführer von Pfenning Logistics. „Unsere Fahrzeuge sind grundsätzlich mit der neuesten Motorengeneration Euro-6 ausgestattet. Fahrertrainings sorgen für eine effiziente, möglichst verbrauchsarme Fahrweise. Aktuell testen wir einen ,e-Actros‘ im Nahverkehr und die Fahrer optimieren ihre Routen per Transportmanagementsystem.“

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Zudem „konzipieren wir unsere Supply Chains so, dass wir sie rückwärts denken. Gerade im wachsenden E-Commerce-Segment wollen wir unseren Kunden über intelligente Reverse-Logistics-Lösungen helfen, Ressourcen zu schonen. Retouren werden nach einer Qualitätsprüfung möglichst wieder in den Wertschöpfungskreislauf zurückgeführt. Und in unseren ,multicube‘-Logistikzentren bündeln wir viele arbeitsteilige Schritte unter einem Dach.“

Nachhaltige Anlagen hoch im Kurs

„Die Raben Group hat unterschiedliche Maßnahmen ergriffen, um den Carbon Footprint zu reduzieren“, so Jakub Krzewina, CSR-Manager der Raben Group. So beträgt der Anteil der Fahrzeuge mit Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 über 50 %. In Lagerneubauten werden LED-Beleuchtungssysteme, eine automatische Lichtsteuerung, gasbetriebene Heizsysteme, Lagerbereiche mit natürlicher Lüftung und Wärmerückgewinnung sowie Hochregallager zur effizienten Nutzung der Lagerflächen eingesetzt.

Bereits über 52 % aller Kunden der Raben Group haben dem Erhalt elektronischer Rechnungen zugestimmt. „Für jeden dieser Kunden pflanzt Raben Group einen Baum, bis heute wurden mehr als 14.000 gepflanzt, die rund 11.000 t CO2 neutralisieren können.“

Die Flotte in Deutschland wurde mit vier LNG-Sattelzugmaschinen ausgestattet, in Polen sind derzeit fünf Erdgasfahrzeuge mit einer Kapazität für je zehn Paletten im Einsatz, die Inlandslieferungen im Umkreis von 150 km um das Raben-Depot zustellen. Die Fahrzeuge erzeugen geringere CO2-Emissionen und fast keinen Feinstaub.

„In welchen Bereichen Ihres Unternehmens wird für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes beziehungsweise der Kohlendioxiderzeugung derzeit am meisten unternommen?“, so die zweite Frage an die Logistikdienstleister.

„Beim Transport per Lkw setzt DB Schenker vermehrt auf E-Antrieb, so auf der ,letzten Meile‘ und in der City-Logistik“, erläutert Andrea Schön. Routen und Touren werden ständig optimiert, um Leerfahrten zu vermeiden. „Auch der Transport per Bahn und Binnenschiff sind mögliche Alternativen. Unser ,Eco-Warehouse-Konzept‘ basiert auf globalen Standards für nachhaltiges Bauen. Dazu gehören Techniken zur Wärmeisolierung, der Einsatz von schnell erneuerbaren, lokal verfügbaren Ressourcen sowie die Installation von Geothermie, modernen Leuchtsystemen, Solarenergie- und Regenwassernutzungs-Techniken.“ „EcoWarehouses“ betreibt DB Schenker unter anderem in Auckland, Bornemouth und Doncaster in Großbritannien und in Österreich in St. Pölten, Klagenfurt und Linz.

Cargo Bikes von DB Schenker „schaffen eine umweltfreundliche Alternative zu den herkömmlichen Fahrzeugen“. Insgesamt sind in mehr als zwölf Städten in Europa rund 40 Cargo-E-Bikes unterwegs, die Lieferungen bis zu 250 kg nahezu emissionsfrei zum Ziel transportieren.

Elektro-Lkw und Cargo E-Bikes

Derzeit sind fünf vollelektrische 7,5-t-Elektro-Lkw der Marke „Fuso eCanter“ mit 120 km Reichweite in Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und Paris im Einsatz. Und Ende 2018 starteten DB Schenker und die schwedische Firma Einride den ersten kommerziellen Einsatz eines vollelektrischen, autonomen Lkw T-Pod.

„In unserer konzernweiten Investitionsrichtlinie ist festgelegt, dass Neubeschaffungen immer nachweislich CO2-effizienter sein müssen als der vorhandene Bestand“, betont Birgit Hensel, Deutsche Post DHL Group. „Bei uns betrifft das vor allem die Fahrzeugflotten und Gebäude, für beides haben wir Mindeststandards festgelegt. Für unsere Lkw-Flotte zählen dazu Geschwindigkeitsbegrenzungen und aerodynamische Anwendungen, die den Verbrauch und CO2-Ausstoß merklich reduzieren, sowie Telematiksysteme, die Potenziale für eine kraftstoffsparende Fahrweise aufdecken.“

Derzeit sind mehr als 9000 der mit der RWTH gemeinsam entwickelten elektrischen Zustellfahrzeuge „StreetScooter“ im Einsatz, „mit denen wir bereits rund 32.000 t CO2 eingespart haben“.

„Bei den von uns genutzten Gebäuden ersetzen wir konventionelle Haustechnik zunehmend durch effizientere Systeme für Heizung, Kühlung und Beleuchtung. Hinzu kommt die Nutzung von Regenwasser und Sonnenenergie.“

Generell versucht DPDHL, „Abfall wie Transportverpackungen oder Papiermüll möglichst zu vermeiden. Unser Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Einwegplastik-Reduzierung im Betrieb.“

„Einen Schwerpunkt setzen wir mit der Planung und Realisierung moderner Logistikzentren“, so Pfenning-Mann Schadler. „Mit dem ,multicube rhein-neckar“, einer der umweltfreundlichsten Industriebauten in Europa, und dem kürzlich eröffneten ,multicube rheinhessen‘ haben wir ein sehr nachhaltiges Immobilienkonzept etabliert. Wir übererfüllen die gesetzlichen Vorgaben: Wände sind besser gedämmt, LED-Beleuchtung spart Strom, und 100 % PEFC-zertifiziertes Holz dient bei den Holzleimbindern als Baumaterial. So liegt unsere Ökobilanz um 40 % unter den Vorgaben der Energieeinsparverordnung.“

Optimierte Laderaumnutzung

Grundsätzlich wird der Laderaum der Fahrzeuge optimal genutzt, um die Anzahl der Lkw-Transporte zu reduzieren. Bis Jahresende wird die Raben Group 700 Doppelstockanhänger besitzen. So kann die Nutzlast eines Standardsattelaufliegers von 30 auf 60 Paletten erhöht werden und auf die Palette gerechnet fallen ein Fünftel weniger Emissionen pro Transport an.

Derzeit setzt Raben rund 700 Wechselbrücken-BDF-Container ein, die sukzessive Anhänger ersetzen sollen. Mit 36 Stellplätzen bietet ein BDF-Container drei Plätze mehr als ein Anhänger, sodass im Doppeldecker pro Transport 72 Paletten aufgenommen werden können. Ein solcher Transport kann vier konventionelle Lkw ersetzen.

Wo gesetzlich zulässig, setzt Raben auch Jumbo-Lkw für bis zu 102 Paletten ein. Durch ihren Einsatz in der Tschechischen Republik konnte das Unternehmen seine CO2-Emissionen um 200 t pro Jahr reduzieren. Zudem werden bereits 100 „CityLiner“-Trailer mit einer Beladekapazität von 27 Paletten eingesetzt, die mit ihren zwei Achsen auch in städtischen Gebieten mit eingeschränktem Verkehr fahren, was zuvor nur mit Fahrzeugen für bis zu 15 Paletten möglich war.

„Auf welche Maßnahmen zur Reduzierung des Carbon Footprint werden Sie sich künftig noch stärker fokussieren?“ So lautete die dritte Frage. „Um bis 2030 sowohl die eigenen Konzernziele als auch die nationalen Beiträge zum Pariser Abkommen im Transportwesen zu erfüllen, wollen wir den Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen unterstützen und forcieren“, betont Andrea Schön. Dies bedeute unter anderem Beteiligung an Plattformen und in Foren mit Akteuren der Lieferkette sowie NGO, Mitarbeit an Gesetzgebungen und Pilotprojekte mit neuen Kraftstoffen und Antrieben. Zudem „Nachfragemanagement bei unseren Kunden mittels fachlicher Beratung, Angebot von grünen Lösungen beziehungsweise Produkten sowie Mitarbeiteraktivierung und -befähigung“.

Schulungen und Beratung

DPDHL hat sein ursprüngliches „GoGreen“-Ziel Ende 2016 und damit vier Jahre früher als geplant erreicht. Und bis 2050 sollen alle logistikbezogenen Emissionen auf null reduziert werden. „Stand heute werden dies Maßnahmen in den Bereichen Fuhrparkmanagement und Routenoptimierung sein“, so Jörn Peter Struck, Cargoline. „In 2020 werden wir eine neue Erhebung aller Verbrauchsdaten durchführen und aus den Ergebnissen bei Bedarf weitere oder andere Maßnahmen ableiten.“ ■

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