Mergers & Acquisitions

Kion übernimmt Dematic

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Kion will durch die Übernahme von Dematic in die Weltspitze der Anbieter intelligenter Intralogistiklösungen aufrücken.
Kion will durch die Übernahme von Dematic in die Weltspitze der Anbieter intelligenter Intralogistiklösungen aufrücken. (Bild: Dematic)

Die Kion Group hat mit dem bisherigen Eigentümer – einem durch AEA Investors und Ontario Teachers' Pension Plan verwalteten Fonds – die Akquisition von Dematic vereinbart. Kion will durch die Übernahme des auf Automatisierung und Lieferkettenoptimierung spezialisierten Unternehmens mit Sitz in Heusenstamm in die Weltspitze der Anbieter intelligenter Intralogistiklösungen aufrücken.

Durch die Übernahmen von Dematic entsteht ein globaler Anbieter der Materialflussindustrie mit knapp 30.000 Mitarbeitern, über 6,7 Mrd. Euro Umsatz im Kalenderjahr 2015 und hoher Profitabilität mit einer kombinierten bereinigten EBIT-Marge von rund 9,4 % im selben Zeitraum. Nach Abzügen bestimmter Verbindlichkeiten erwartet die Kion Group für die Anteile einen Kaufpreis in Höhe von etwa 2,1 Mrd. US-Dollar, ausgehend von einem Unternehmenswert von 3,25 Mrd. US-Dollar. Die Transaktion unterliegt den üblichen Vollzugsbedingungen sowie behördlichen Genehmigungen und soll im 4. Quartal 2016 abgeschlossen werden.

Dematic ist nach Unternehmensangaben seit 2013 jährlich mehr als 12 % gewachsen und erzielte im Kalenderjahr 2015 rund 1,8 Mrd. US-Dollar Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 166 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen beschäftigt knapp 6000 Mitarbeiter, darunter über 3000 Ingenieure für Softwareentwicklung, Forschung und Entwicklung, Ingenieurdienstleistungen, Projektmanagement und im Kundendienst. Zusätzlich verfügt es in 22 Ländern über mehr als 100 Standorte.

„Ein in der Branche einzigartiger Anbieter“

Die Kion Group hatte mit dem Kauf von Egemin Automation und Retrotech bereits in den vergangenen zwölf Monaten begonnen, seine Position im Markt für automatisierte Systemlösungen zu stärken. „Mit dem Kauf von Dematic verändern und bauen wir erheblich aus, was die Kion Group ist und macht – für weiteres profitables Wachstum in einer sich schnell wandelnden Industrie und digitalisierten Welt,“ so der Vorstandsvorsitzende der Kion Group, Gordon Riske. „Wir werden zu einem einzigartigen Anbieter von Produkten, Lösungen und Services. Wie kein anderer in unserer Branche können wir jetzt jeden Kunden nahtlos auf seiner Reise in Richtung Industrie 4.0 und Intralogistik 4.0 begleiten, und das weltweit.“

„Diese Transaktion wird unsere Industrie grundlegend verändern. Kion Group und Dematic werden gemeinsam Lösungen entwerfen und liefern, die unsere Kunden noch besser in die Lage versetzen, auf dynamische Nachfrage zu reagieren,“ sagt Dematic CEO Ulf Henriksson. „Mit einer gemeinsamen Vision und klarem Bekenntnis zu Forschung und Entwicklung werden wir uns zusammen auf überlegene Kundenlösungen konzentrieren, begleitet von erheblichen Investitionen in diesem Bereich. Beide Unternehmen definieren gemeinsam eine neue Ära der Materialflusslösungen.“ Und G. Richard Wagoner, Jr., Chairman von Dematic, erklärt: „Nach dem Kauf von Dematic Anfang 2013 haben die Besitzer AEA Investors und Ontario Teachers' Pension Plan, unterstützt von einem neuen Management-Team und Vorstand, umfassend in das Unternehmen investiert, um von Automatisierungstrends in der Lieferkette zu profitieren, die vom vertriebskanalübergreifenden Einzelhandel und E-Commerce getrieben werden. In den folgenden drei Jahren hat Dematic beeindruckende Ergebnisse erzielt: Zuwächse bei Auftragsbestand, Umsatz und Profitabilität, erheblich verbesserte globale Geschäftsprozesse sowie eine breitere und diversifizierte globale Kundenbasis. Wir freuen uns, Kion als neue Heimat für das Unternehmen gefunden zu haben, um die weitere Entwicklung von Dematic zum Vorteil unserer Kunden, Mitarbeiter sowie anderer Stakeholder zu unterstützen.“

Nach Abschluss der Transaktion wird Dematic in die Kion Group integriert. Das Unternehmen wird eine fünfte Operating Unit bilden, die zudem Egemin Automation und Retrotech umfasst. Diese künftige Operating Unit wird von Ulf Henriksson als President geführt werden.

„Solide Finanzierungsstrategie“

„Der starke Cash Flow und die Verringerung der Verschuldung der Kion Group in den Jahren seit unserem Börsengang hat die Bilanzkraft für eine solch transformierende Transaktion geschaffen,“ sagte der Finanzvorstand der Kion Group, Thomas Toepfer. „Im Rahmen unserer konservativen Finanzierungspolitik setzen wir auf eine solide Finanzierung mit einer umsichtigen Mischung aus Eigen- und Fremdkapital, wodurch unser Finanzierungsprofil mit guter cross-over Kreditbonität gewahrt bleibt.“

Die Transaktion wird zunächst durch einen Brückenkredit über 3 Mrd. Euro finanziert, der von einer Gruppe von Banken fest zugesagt wurde, die in enger Geschäftsbeziehung zur Kion Group stehen. Die Akquisition soll dann dauerhaft durch Eigenkapital, langfristige Kapitalmarktschulden und Bankenkredite refinanziert werden. Die Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von bis zu 10 % neuer Aktien nutzt das gesamte gegenwärtig genehmigte Kapital aus und wird von Weichai Power als Ankeraktionär der Kion Group unterstützt.

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