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Schwergutverkehr Kommt bald der „Gewichtsblitzer“?

Ein „Blitz“ im Straßenverkehr bedeutet normalerweise: zu schnell oder über Rot gefahren. Bald könnte der Strahl aber auch überladene Lkw treffen.

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Vom Fraunhofer-LBF gemessene radseitige Kräfte entsprechen Belastungen, denen unsere Straßen ausgesetzt sind.
Vom Fraunhofer-LBF gemessene radseitige Kräfte entsprechen Belastungen, denen unsere Straßen ausgesetzt sind.
(Bild: Fraunhofer-LBF )

In Zeiten stark zunehmender Verkehrszahlen und immer höherer Transportgewichte, die zu Straßenabnutzung und Brückenschäden führen, hat der Staat als Wächter des volkswirtschaftlichen Eigentums ein berechtigtes Interesse daran, Weigh-In-Motion-(WIM-)Systeme soweit zu verbessern, dass die Fahrzeuggewichte insbesondere von Lkw auch auf Autobahnen sicher erfasst werden können. Im Forschungsprojekt „LiBra“ (Lasten in Bewegung rechtssicher aufzeichnen) untersuchen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) die Messungenauigkeit sowie die Systemzuverlässigkeit solcher Systeme.

Gerichtsfestes Messverfahren angepeilt

Die Untersuchungen sollen dabei helfen, solche WIM-Systeme künftig als standardisiertes, gerichtsfestes Messverfahren zulassen zu können. Damit ließe sich eine Gewichtskontrolle etablieren, die ähnlich einem Geschwindigkeits- oder Rotlichtblitzer direkt gerichtsfeste Beweise liefert. Denn es geht ja nicht nur um Abnutzung und Schäden: Zuviel Gewicht vermindert die Fahrstabilität der Lastkraftwagen sowie deren Fahrsicherheit und erhöht so das Risiko von Unfällen.

Im Unterschied zu den bisher praktizierten Stichpunktkontrollen mit entsprechend hohem Zeit-, Personen- und damit Kostenaufwand versprechen Weigh-In-Motion-Systeme die lückenlose, automatische Überprüfung des Gewichts und der Achslast der Fahrzeuge während der Fahrt. Ziel des „LiBra“-Projekts ist es, eine umfassende simulationsbasierte Unsicherheitsbewertung eines WIM-Systems zu bekommen. Das Messsystem soll dafür geeignet sein, schnell überfahrende Lkw so zu verwiegen, dass die Fehlereinflüsse auf die Messgenauigkeit minimiert werden.

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