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Supply Chain Management Logistik nimmt Kostendruck vom Bergbau

| Autor / Redakteur: Reg Kenney / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Die Bergbaubranche kann in hohem Maße von Logistikdienstleistern, ihrer Größe, Expertise und globalen Reichweite profitieren. Logistik unterstützt Bergbauunternehmen und deren Zulieferer in turbulenten Zeiten, den Fokus auf ihr Kerngeschäft nicht zu verlieren. So kann dem aktuellen Niedrigpreisniveau bei Eisenerz begegnet werden.

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Eisenerzabbau ist nach der Erdölförderung der zweitwichtigste Gradmesser für den Zustand der Weltwirtschaft.
Eisenerzabbau ist nach der Erdölförderung der zweitwichtigste Gradmesser für den Zustand der Weltwirtschaft.
(Bild: Southern Stock)

Ökonomen ziehen für ihre Konjunkturausblicke mehrere Variablen in Betracht. So wird zum Beispiel Erdöl unter den Rohstoffen als Schlüsselindikator angesehen. Neben Erdöl ist Eisenerz jedoch der zweitwichtigste Gradmesser für den Zustand der Weltwirtschaft. Es ist das am meisten verwendete Metall weltweit und für die Stahlproduktion unerlässlich. Außerdem wird es von nahezu jedem Industriezweig genutzt, einschließlich Baugewerbe, Automobilindustrie und Maschinenbau. Der Preis des Grundmetalls spiegelt vor allem den wirtschaftlichen Wohlstand Chinas wider, des weltweit größten Importeurs. Für Unternehmen im Maschinenbau und in der Fertigungsindustrie liefert der Preis pro Tonne eine hilfreiche Orientierung, um die zukünftige Nachfrage und Profitabilität zu prognostizieren.

Überangebot am Markt deutet auf langen Preiskampf hin

Seit dem Frühjahr 2014 hat sich der Eisenerzmarkt jedoch massiv verändert: Der Spot-Preis pro Tonne sank von circa 140 US-Dollar auf nur 46 Dollar Anfang April 2015. Obwohl sich die Preise seitdem erholt und auf 60 Dollar pro Tonne stabilisiert haben, befürchten Marktbeobachter, dass dieser Aufwärtstrend kein langfristiger ist. Denn diese Entwicklung geht vor allem auf zwei Faktoren zurück. Zum einen richtet die chinesische Regierung die Wirtschaft neu aus und strebt qualitatives statt quantitatives Wachstum an. Dadurch ist die Auftragslage im Baugewerbe erheblich schlechter. Zum anderen fördern die großen westlichen Produzenten mehr Erz, als für die Stahlproduktion benötigt wird, um nichttraditionelle Quellen über den Preis aus dem Markt zu drücken. Die vier großen Eisenerzproduzenten Vale, Rio Tinto, BHP Billiton und Fortescue haben ihren Ausstoß signifikant erhöht, sodass am Markt ein Überangebot entstand.

Die aktuelle Situation wird sich aufgrund einiger Gründe nicht ändern:

  • Die großen Bergbauunternehmen mit einem Produktionsniveau auf Rekordhöhe haben sich auf einen langen Preiskampf eingestellt.
  • Auch wenn der Ausstoß reduziert wird, werden andere Produzenten das Angebot hoch und daher auch den Eisenerzpreis niedrig halten.
  • Experten bezweifeln, dass die Nachfrage in China vor 2026 wieder ihren Zenit erreicht.

Potenzial für Kosteneinsparungen in der Lieferkettenoptimierung

Die heutige Marktumgebung setzt Bergbauunternehmen und ihre Lieferanten aus dem Maschinenbau und der Fertigungsindustrie unter noch stärkeren Kostendruck als zuvor und zwingt sie, intelligente Lösungen zu finden. Welche Hebel und Schalter müssen also umgelegt werden, um das Geschäft profitabel zu halten? Wir sehen ein erhebliches Potenzial für Kosteneinsparungen in der Lieferkettenoptimierung, einem Bereich, dem während der Boomjahre zwischen 2003 und 2014 kaum Beachtung geschenkt wurde.

Um die Kosten zu reduzieren, die Qualität zu verbessern und die Effizienz in der Bergbaubranche zu steigern, müssen die Elemente in der Lieferkette besser integriert werden und zusammenarbeiten, indem Kontrollfunktionen aufgestellt, Daten geteilt und die verschiedenen Ströme innerhalb der Lieferkette abgegrenzt werden. Mit ihrer globalen Reichweite, ihrem Netzwerk und ihrer Expertise aus zahlreichen anderen Industrien, können integrierte Logistikdienstleister wie DHL das gesamte Portfolio ihrer Kapazitäten nutzen, um alle Facetten der Lieferkette zu unterstützen.

Unternehmen können sich somit auf ein ausgewogenes Wachstum konzentrieren, trotz der preislichen Höhen und Tiefen des wichtigsten Rohstoffs der Branche. ■

* Reg Kenney ist President Engineering & Manu-facturing bei DHL Customer Solutions & Innovation in 33324 Plantation, (Florida/USA), Tel. (00 1-9 54) 8 88 70 00, CSIem.communications@dhl.com

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