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Luftfrachtsicherheit Luftfrachtcontainer in Echtzeit kontrollieren

Im Projekt „Cairgolution“ unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) wurde eine technologiebasierte Sicherheitsdienstleistung für die Luftfrachtkette geschaffen. Ziel war der sichere Warentransport. Der erste Testflug mit einem intelligenten Luftfrachtcontainer (Unit Load Device, ULD) wurde jetzt abgeschlossen.

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Die Unit Load Device (ULD) ist mit „Cairgolution“ vor Manipulationen geschützt.
Die Unit Load Device (ULD) ist mit „Cairgolution“ vor Manipulationen geschützt.
(Bild: DHL Express, Frank Steinert)

Jährlich entstehen in der Luftfracht Schäden von mehreren hundert Millionen Euro – aus den verschiedensten Gründen. Das können unautorisierte Öffnungen sein, aber genauso auch ungekennzeichnete Gefahrstoffe oder Manipulationen an Waren. Im Projekt „Cairgolution“ wird durch die Kombination spezifisch weiterentwickelter Asset-Tracking-Systeme von Telic und der Fraunhofer-Vernetzungstechnologie „S-Net“ eine sichere Überwachung und Lokalisierung der Fracht gewährleistet.

Energy Harvesting für lange Einsatzdauer

„Ein ULD-Monitoring-System erkennt mittels Sensoren zuverlässig unautorisierte Zugriffe auf den ULD, erzeugt in Echtzeit eine Alarmmeldung für die Verantwortlichen der Sendung und zuständige Behörden und überträgt diese“, erklärt Projektleiter Tobias Seidler von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) des Fraunhofer-IIS. „So können neue Sicherheitsdienstleistungen auf Basis der Telematik- und Sensordaten entstehen, mit denen eine sichere Überwachung und Lokalisierung von Luftfrachtcontainern erreicht wird.“

Um eine möglichst lange Einsatzdauer in der Praxis erzielen zu können, entwickelte das Fraunhofer-IIS ein spezielles Energy-Harvesting-Modul, das Strom aus geringen Lichtquellen gewinnen kann. Darüber hinaus erforschte das Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik (EZRT) eine softwarebasierte Lösung, um Integritätsverletzungen in der Luftfrachtlogistikkette mittels Röntgensignaturvergleichen zu identifizieren. Um die Sicherheitsdienstleistung am Ende für den Anwender sichtbar zu machen, übernimmt das Fraunhofer-IIS die Integration, Analyse und Aufbereitung der Daten basierend auf der von Telic eingesetzten Server-Kommunikationssoftware Kentaur.

Live-Betrieb steht kurz bevor

Die Ortungs- und Überwachungslösung „Cairgolution“ ist inzwischen zugelassen und einsatzfähig, die Weiterentwicklung des Systems für einen Live-Betrieb soll kurzfristig erfolgen, wie es von Seiten des Fraunhofer-IIS aus heißt. Dadurch könne die Lieferkette für wertvolle und zeitkritische Güter jetzt vom Versender bis zum Empfänger durchgehend verfolgt werden. Die im Rahmen von „Cairgolution“ entstandene Integration und Interpretation von Telematik- und Sensordaten zur Dienstleistungsentwicklung könne für weitere Anwendungsfälle herangezogen werden, beispielsweise für den Transport von Medikamenten.

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