Logistics-IT Manuell gesteuerte Flurförderzeuge in Echtzeit lokalisieren

Gemeinsam mit dem britischen Algorithmenspezialisten Slamcore bringt der Hannoveraner Softwareanbieter für KI-optimierte Intralogistik Synaos „SYNA.OS VIEW“ auf den Markt. Das System kann manuell gesteuerte Intralogistikfahrzeuge kostengünstig und zuverlässig lokalisieren.

Firmen zum Thema

„SYNA.OS VIEW“, erstes Ergebnis der Kooperation zwischen Synaos und Slamcore, wird ab dem viertel Quartal 2021 für erste Anwender verfügbar sein.
„SYNA.OS VIEW“, erstes Ergebnis der Kooperation zwischen Synaos und Slamcore, wird ab dem viertel Quartal 2021 für erste Anwender verfügbar sein.
(Bild: Synaos)

Zur Fahrzeuglokalisierung nutzt die KI-optimierte Lösung „SYNA.OS VIEW“ eine Stereo-Kamera, einen IMU-Sensor (ermittelt Beschleunigung und Winkelgeschwindigkeit eines Objekts) sowie Visual-SLAM-Software auf einem embedded Computer. Das alles kann auf Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen nachgerüstet werden. Bisher war das Intralogistik-Leitsystem „SYNA.OS LOGISTICS“ nur für die autonomen Transportfahrzeuge konzipiert. Jetzt können „zu erheblich geringeren Kosten“, so Synaos, auch manuell gesteuerte Fahrzeuge in das Leitsystem eingebaut werden. Das sei gut für die Auslastung, Planbarkeit und Produktivität der Intralogistikverkehre, heißt es weiter.

Fahrzeugkosten bis zu 90 Prozent niedriger

Dort, wo bisher für das Aufspüren von Manually Guided Vehicles (MGV) – im Unterschied zu den Automated Guided Vehicles (AGV) – eine kostspielige Ausrüstung der Fahrzeuge mit Ultrawideband-(UWB-)Lokalisierung oder Lidar-Systemen notwendig gewesen wäre, setze das gemeinsame Produkt von Synaos und Slamcore auf preiswerte Standardkomponenten, kombiniert mit intelligenter Software.

Wie funktioniert das Ganze? Die Spatial-Intelligence-Software von Slamcore wird über eine Schnittstelle in die Onboard-Software von Synaos integriert. Diese wiederum kommuniziert die ermittelte Fahrzeugposition über die noch junge Kommunikationsschnittstelle VDA 5050 an ein Leitsystem wie „SYNA.OS LOGISTICS“. Mit diesem Set-up erreicht die Fahrzeuglokalisierung eine hohe Genauigkeit und der Aufwand für die Inbetriebnahme solcher Systeme ist vergleichsweise gering. Die Kosten pro Fahrzeug sind, wie aus Hannover zu erfahren ist, bis zu 90 Prozent niedriger als bei UWB- oder Lidar-Systemen (Light detection and ranging).

Fahrzeugauslastung bis zu 30 Prozent höher

Und was bringt es? Mit aufgerüsteten manuellen Transportsystemen lassen sich sämtliche Transportaufträge viel genauer steuern, so Synaos. Deren Leitsystem erkenne Verspätungen frühzeitig und können so rechtzeitig neu planen. Beide Welten, autonome und manuell gesteuerte Fahrzeuge, ließen sich so im Verkehrsmanagement „optimal aufeinander abstimmen“, was Störungen verringere und Unfallrisiken minimiere. Vor allem aber könnten durch das Tracking sämtlicher Fahrzeuge Transportaufträge global optimiert werden. Synaos erreiche so eine um bis zu 30 Prozent höhere Fahrzeugauslastung.

(ID:47700108)