VDMA Maschinenbau treibt Internationalisierung weiter voran

Redakteur: Stéphane Itasse

Frankfurt am Main (si) – Der deutsche Maschinenbau will in den nächsten drei Jahren weitere Produktionskapazitäten im Ausland aufbauen, wie eine Umfrage im Rahmen des IW-Zukunftspanels

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Frankfurt am Main (si) – Der deutsche Maschinenbau will in den nächsten drei Jahren weitere Produktionskapazitäten im Ausland aufbauen, wie eine Umfrage im Rahmen des IW-Zukunftspanels ergeben hat, die im Auftrag des VDMA durchgeführt wurde. An der Befragung haben 1237 zufällig ausgewählte Maschinenbauunternehmen teilgenommen, teilte der Verband am Mittwoch in Frankfurt am Main mit.

Rund ein Fünftel der Maschinenbauunternehmen plant einen Neuaufbau bzw. Ausbau von Produktion im Ausland, berichtete Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Köln. Dagegen werde die Forschung und Entwicklung weiterhin überwiegend im Inland bleiben. Nur knapp 4% wollen mit dieser Tätigkeit ins Ausland gehen. Der Auf- und Ausbau von Dienstleistungen und Backoffice-Tätigkeiten wird von 17% der Maschinenbauunternehmen erwartet.

Wachstum im Ausland erwartet

Die fortgesetzte Internationalisierung hat laut VDMA handfeste Gründe: Deutlich mehr als zwei Drittel der Unternehmen mit Auslandsproduktion rechnen im Ausland in den nächsten drei Jahren mit einer besseren Umsatzentwicklung als im Inland. Auch bei der Produktion erwarten rund 60% eine größere Steigerung. Insofern überrascht nicht, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen von einem Beschäftigungszuwachs in ihren Auslandstöchtern ausgeht.

Gleichwohl profitieren auslandsaktive Maschinenbauer auch im Inland: Im laufenden Jahr haben über 80% der Unternehmen mit Auslandsproduktion aller Voraussicht nach höhere Umsätze als im Vorjahr. Bei den Unternehmen ohne ausländische Produktionsstätten sind es 70%. Knapp die Hälfte der auch im Ausland produzierenden Maschinenbauer wird in diesem Jahr ihre Beschäftigung ausdehnen; nur bei jedem zehnten wird sie niedriger sein als im Vorjahr. Bei den Unternehmen ohne Auslandsproduktion sind es zehn Prozentpunkte weniger (also nur 40%), die 2006 eine höhere Beschäftigung als im Vorjahr haben werden.

Rückwirkungen auf den Standort Deutschland

Allerdings zeigt die Befragung, dass damit nicht ausschließlich positive Rückwirkungen auf den Standort Deutschland verbunden sind. 30% der Unternehmen, die eine Auslandsproduktion aufgebaut haben, haben gleichzeitig im Inland Kapazitäten abgebaut, d.h. knapp ein Drittel der Maschinenbauunternehmen hat seine Produktion verlagert. Gut 40% der Maschinenbauer haben aufgrund des Auslandsengagements auf einen möglichen Ausbau im Inland verzichtet. Bei knapp 30% war die Entwicklung komplementär, d.h. der Aufbau verlief im In- und Ausland parallel.

Personalkosten sind Hauptgrund für Verlagerung

Bei den Gründen, ins Ausland zu gehen, dominieren die klassischen Motive. 40% der Unternehmen geben niedrigere Personalkosten als wichtigsten Grund an. Mehr als jedes vierte Maschinenbauunternehmen mit Produktionen im Ausland sieht dort bessere Kosten-Produktivitätsrelationen als in Deutschland. Weiterhin wollen jeweils rund 30% der Unternehmen Absatzmärkte oder neue, kostengünstige Einkaufsmöglichkeiten erschließen. Jedes vierte Unternehmen produziert im Ausland, weil dort die Märkte besonders stark wachsen. Weit unten auf der Liste der Auslandsinvestitionsmotive stehen dagegen der Zugang zu Know-how, Technologie oder die Qualifikation des Personals.

Maschinenbauunternehmen global präsent

Die ausgeprägte Internationalisierung wird auch bei einer Gesamtbetrachtung der Auslandsaktivitäten des deutschen Maschinenbaus deutlich: Drei Viertel der Unternehmen exportieren, gut die Hälfte ist mit eigenem Vertrieb und Absatz im Ausland tätig, und knapp die Hälfte kauft weltweit ein. Nur knapp ein Fünftel der Maschinenbauer produziert dagegen auch im Ausland. Die Forschung und Entwicklung findet mit 6% kaum im Ausland statt. Jedoch führt über ein Drittel der Unternehmen dort Kundendienste sowie Wartung und Instandhaltung durch. Damit zeigt sich ein klares Internationalisierungsprofil: Die Globalisierung ist auf der Absatz- und Beschaffungsseite viel stärker ausgeprägt als bei der Produktion und vor allem der Forschung und Entwicklung.

Qualifikation der Mitarbeiter spricht für Deutschland

Gefragt nach den wesentlichen Gründen für den Verbleib geben über 40% an, nur in Deutschland die erforderliche Qualität sicherstellen zu können und dass die Qualifikation für diesen Standort spricht. Rund ein Drittel der Unternehmen bleiben, weil es die Zulieferer in Deutschland oder die Nähe zu den Kunden erfordert. Nur jeder zehnte Befragte gibt an, dass er nicht ins Ausland geht, weil er dort keinen Absatzmarkt hat.

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