Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit

Messe zu Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit findet großen Anklang

23.10.2007 | Autor / Redakteur: Ralf Paarmann / Dietmar Kuhn

Die internationale Arbeitsschutzmesse A+A in Düsseldorf überraschte mit einem Rekord von 55200 Fachbesuchern. Bild: Paarmann
Die internationale Arbeitsschutzmesse A+A in Düsseldorf überraschte mit einem Rekord von 55200 Fachbesuchern. Bild: Paarmann

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sind aus den Betrieben kaum mehr wegzudenken. Die Sensibilität für Sicherheits- und Gesundheitsrisiken hat spürbar zugenommen. Dies wurde auf der diesjährigen internationalen Fachmesse für Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheit, A+A in Düsseldorf deutlich. Die Veranstaltung konnte mit Rekordzahlen sowohl bei den Ausstellern als auch auf Besucherseite überraschen.

Mit 55200 Fachbesuchern (2005 waren es 54350) verzeichnete die mit 1460 Ausstellern aus 51 Nationen international führenden Fachmesse für persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit einen neuen Rekord. Der parallele internationale Kongress, als Leitveranstaltung für die Arbeitsschutz-Szene zählte rund 6000 Teilnehmer.

Messe Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit bietet größtes Programm weltweit

Weltweit bietet keine andere Veranstaltung ein so umfassendes Programm wie die im Zwei-Jahres-Turnus ausgerichtete A+A, die das Komplettangebot für den individuellen Schutz (Safety), die kollektive Sicherheit (Security) und die betriebliche Gesundheitsförderung abdeckt.

Dass diese Messe auch Gradmesser in Bezug auf den gesamteuropäischen Markt ist, zeigt der internationale Zuspruch. Mehr als jeder Fünfte reiste von einem anderen Land aus an den Rhein.

Mit ihrem Gesamt-Angebot richtete sich die Messe vor allem an Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsbeauftragte, Brandschutzbeauftragte, Umweltschutzbeauftragte, Inhaber und Betriebsleiter, Betriebsärzte und Arbeitsmediziner, Vertreter von Aufsichtsorganen oder staatlichen und berufsgenossenschaftliche Stellen sowie Einkäufer aller Branchen.

Marktvolumen für persönliche Schutzausrüstungen wächst stark

Rechtzeitig zur A+A 2007 legte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) eine aktualisierte Marktstudie vor. Demnach ist das Marktvolumen in Deutschland für persönliche Schutzsausrüstungen (PSA) in den Jahren von 2004 bis 2006 um rund 11% auf nunmehr 1,42 Mrd. Euro angewachsen. Der europäische Markt wird von Experten auf ein Volumen von 4 bis 5 Mrd. Euro geschätzt.

Die fachliche Diskussion wurde bereits bei der Messe-Eröffnung angeregt. Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales, unterstrich in seiner Rede die Bedeutung des Arbeitsschutzes im Sinne der Steigerung der Produktivität: „Sicherheit und Gesundheit sind unverzichtbare Voraussetzungen, um die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Das geht alle an – die Unternehmen, aber auch die Sozialversicherungen und die Politik.“ Angesichts des demografischen Wandels rief Müntefering dazu auf, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Arbeitnehmer möglichst bis zum Rentenalter im Job bleiben und Frühverrentungen vermieden werden könnten.

Arbeitsschutz wird in den Unternehmen ernst genommen

„Der Arbeitsschutz hat sich von einer grauen Maus zu einer modernen Disziplin der betrieblichen Prozesskette gewandelt. Die A+A ist diesen Weg mitgegangen und hat ihrerseits wichtige Impulse gegeben”, freut sich Eugen Müller, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Basi e. V. (Kongress-Organisator), über die gestiegene Anerkennung für präventives Handeln und die positive Entwicklung der A+A.

Zu den Produkthighlights der Messe zählte unter anderem ein neuartiges Biofeedback-Diagnosegerät, mit Hilfe dessen muskuläre Verspannungen als Folge einer falschen Sitzposition am Schreibtisch diagnostiziert werden können. Weitere beispielhafte Innovationen: ein moderner Schutzschirm für die Lärmreduktion zum Aufspannen in Großraumbüros, dezent gestaltete Raucherkabinen mit effektivem Rauchabzug, Schall reduzierende Profiloberflächen für Büromöbel oder etwa neuartige Hightech-Wärmebildkameras.

Berufs- und Schutzkleidung wird auch immer komfortabler

Dazu stellten die vielen Hersteller von Berufs- und Schutzbekleidung unter Beweis, dass ihre Artikel nicht nur bestens schützen und immer komfortabler zu tragen sind, sondern sich dazu auch noch modern gestylt präsentieren. In Halle 4 zeigten im Rahmen der Innovationsshow in mehreren täglichen Vorführungen 19 führende Anbieter ihre aktuellen Corporate-Fashion-Kollektionen, darunter auch spezielle Bekleidungslinien für den beruflichen Nachwuchs.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) lobte zudem in Düsseldorf den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2007 aus. Den mit 15000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt die Jungheinrich AG. Das Hamburger Unternehmen hat einen Gabelstapler mit einer um 180° drehbaren Fahrerkabine entwickelt und auf den Markt gebracht. Das Fahrzeug ermöglicht Rückwärtsfahren ohne Verdrehen von Oberkörper und Halswirbel.

Das trägt zum einen zum Schutz der Gesundheit des Fahrers bei. Zum anderen sinkt das Risiko von Unfällen, denn der Fahrer hat nun unabhängig von der Fahrtrichtung eine uneingeschränkte Sicht.

Insgesamt hatten sich 59 Unternehmen aus ganz Deutschland um den Preis beworben. DGUV-Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Joachim Wolff sagte anlässlich der Preisverleihung: „Mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis wollen wir positive Praxisbeispiele betrieblicher Prävention bekannt machen. Die ausgezeichneten Betriebe sind Vorbilder für alle, die Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verbessern und dabei auch wirtschaftlicher arbeiten wollen.“

Ralf Paarmann ist freier Journalist in Burscheid

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