Verpackungstechnik Mit Faserguss die Verpackung zum Montageträger machen

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Montageträger und Versandverpackung positionieren und schützen ein Produkt. Werden beide Funktionen frühzeitig zusammen gedacht, lassen sich zusätzliche Betriebsmittel und Handlingschritte vermeiden.

Ob sich die Kombination aus Verpackung und Montageträger wirtschaftlich rechnet, entscheidet nicht der Stückpreis des Trägers.(Bild:  Buhl-Paperform)
Ob sich die Kombination aus Verpackung und Montageträger wirtschaftlich rechnet, entscheidet nicht der Stückpreis des Trägers.
(Bild: Buhl-Paperform)

Ein Bauteil wird montiert, in einen Werkstückträger gelegt, zur Prüfung wieder entnommen und am Ende ein weiteres Mal aufgenommen, um es zu verpacken. In vielen Produktionen ist dieser Ablauf selbstverständlich. Technisch ist er häufig notwendig, aber längst nicht immer. Denn Montageträger und Versandverpackung haben eine wesentliche Gemeinsamkeit: Beide halten das Produkt in einer definierten Position. Genau hier setzt die Idee an, die spätere Verpackung bereits in den Produktionsprozess einzubeziehen. Das Produkt wird während oder unmittelbar nach der Montage in das Formteil eingelegt und verbleibt dort möglichst bis zum Versand. Handlingintensive Übergaben zwischen unterschiedlichen Trägern können dadurch entfallen. Buhl-Paperform hat dieses Konzept eigenen Angaben zufolge bereits bei mehreren Kundenprojekten umgesetzt. Dabei wird der Faserguss nicht erst für den Versand ausgelegt, sondern von Beginn an als Bestandteil des Produktionsablaufs entwickelt.

Bei einigen unserer Kunden konnten wir die Verpackung bereits erfolgreich als Montageträger in den Prozess integrieren.

Christoph Buhl, Geschäftsführer

Entscheidend sei, dass die Doppelfunktion aus Verpackung und Montageträger früh in der Entwicklung berücksichtigt werde. Buhl-Paperform sieht sich dabei zunächst an, welchen Weg ein Produkt zwischen Montage und Versand zurücklegt und wie oft es dabei umgesetzt wird. Das gelte, wie Buhl betont, besonders für automatisierte Prozesse. Greifer, Kamerasysteme und Prüfstationen benötigten reproduzierbare Produktpositionen. Eine entsprechend konstruierte Aufnahme könne das Bauteil eindeutig führen und gleichzeitig die für Montage und Prüfung erforderlichen Bereiche zugänglich halten.

Hochinteressant, aber kein universeller Ersatz

Ein universeller Ersatz für klassische Werkstückträger sei Faserguss dennoch nicht: Hohe Umlaufzahlen, sehr enge Toleranzen, Waschprozesse, Feuchtigkeit, hohe Temperaturen oder starke mechanische Belastungen sprächen häufig für Kunststoff- oder Metallträger zur Montage. Potenzial bestehe vor allem bei Produkten, die nach wenigen Montage- und Prüfschritten direkt verpackt und versendet würden oder bei denen die Versandverpackung ohnehin eine konturgenaue Aufnahme benötige.

Ob sich die Kombination wirtschaftlich rechne, entscheide deshalb nicht der Stückpreis des Trägers. Relevant sei der gesamte Prozess: Anzahl der Übergaben, Umlaufbestände, Lagerung, Rücktransport und gegebenenfalls Reinigung von Mehrwegträgern. Werde die Verpackung bereits bei der Montage- und Materialflussplanung berücksichtigt, könne sie Aufgaben übernehmen, für die bislang ein zusätzliches Betriebsmittel erforderlich sei, wie es abschließend heißt.

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