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Supply Chain Management

Quantensprung bei Mahle

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Hierzu zählt beispielsweise der Zusammenbau von Power Cell Units, kurz PCUs: Kolbenringe und Pins werden assembliert, mit Sicherungsringen versehen und auf einen Liner gesteckt. Die 14 Montagearbeitsplätze für diese Kolben-Assemblies wurden ergonomisch optimiert und sind nun beispielsweise mit hydraulischen Hubtischen für die ideale Zugriffshöhe auf die Teile-Boxen ausgestattet.

Die Assemblierungsplätze werden aus dem dreigassigen und doppelttiefen Automatischen Kleinteilelager (AKL) nach dem Kanban-Prinzip mit Material versorgt. Derzeit wird die Wareneingangszone mit einer Förderstrecke mit der ebenfalls neuen Kolbenring-Verpackungsmaschine direkt verbunden, die eine Kapazität von 3,6 Millionen Ringsets pro Jahr bietet. Und seit kurzem ist die erste Maschine der neuen Ventilverpackungsanlage in Betrieb.

Neuer Verbindungsbau für die Warenkonsolidierung aus dem Motoren- und Filterbereich

Durchsatzbeschleunigend wirkt der im Rahmen des Restrukturierungsprojektes realisierte neue Verbindungsbau zwischen den beiden Hallen- und Lagerbereichen für Filter und Motoren: Die von beiden Hallen gelieferten Teile und Packungseinheiten werden hier zeitsparend für den Versand konsolidiert.

Weitere Optimierungen sind in Arbeit: So werden derzeit sämtliche angelieferten Artikel im Wareneingang für den internen Durchlauf im Logistikzentrum Schorndorf relabelt. „Wir wollen standardmäßig das VDA-Label einführen und arbeiten daran“, betont Strüwing. „Da aber unsere Lieferanten weltweit unterwegs sind, müssen wir bei uns aus Effizienzgründen unseren Standard selbst generieren, indem wir die Ware mit unserem eigenen Label durch unser Logistikzentrum bewegen und dann für den Versand erneut etikettieren“.

Supply-Chain-Kosten um rund 2 Mio. Euro pro Jahr reduziert, Verfügbarkeit auf 95% gesteigert

Die umfassenden Projekt- und Restrukturierungsarbeiten haben sich gelohnt. „So können durch die Straffung des Distributionsnetzwerkes und die Erhöhung des Direktlieferanteils ab Werk zum Großkunden oder ab Werk direkt ins Regionallager nun rund 90 Prozent aller Sendungen in Europa in 48 Stunden geliefert werden, wobei die Gesamtabwicklungszeit von Normalaufträgen vom Auftragseingang bis zur Auslieferung beim Kunden 2,7 Arbeitstage beträgt“, wie Strüwing erläutert: „Dies gilt für den Versand von Einzelartikeln ebenso wie für sehr gro-ße Lieferungen im Umfang von 80 Europaletten mit Artikeln einer Sachnummer. Und bei Express-Sendungen garantieren wir eine Kundenbelieferung binnen 24 Stunden innerhalb Europas“.

Insgesamt reduzieren sich die Prozesskosten in der Supply Chain um mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr. Hinzu kommen jährlich rund 200.000 Euro Kosteneinsparungen durch die Bestandsreduzierungen, all dies bei einer Steigerung der Warenverfügbarkeit auf 95 Prozent, ein optimaler Wert auch angesichts des 1,5 Millionen Euro Tagesumsatzes von Mahle Aftermarket, der täglich aus einem Aftermarket-Lager nach Europa zu den Kunden versendet wird.

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