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KEP-Dienste Roboterauslieferung in Hamburg läuft

Die testweise Paketzustellung durch Hermes und Starship Technologies in Hamburg läuft. Im Stadtteil Ottensen ist der erste Pilottest erfolgreich gestartet, in Volksdorf finden aktuell letzte Erprobungsfahrten statt; voraussichtlich Mitte Oktober beginnen die Tests im Grindel. Der Robotereinsatz ist bis Ende 2016 geplant.

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Kommt momentan noch etwas einsam daher – aber das Bild kann sich ändern, wenn die Feldtests von Hermes und Starship Technologies in Hamburg erfolgreich verlaufen. Dann steht einem Einsatz der Lieferrobots im öffentlichen Raum nichts mehr im Wege.
Kommt momentan noch etwas einsam daher – aber das Bild kann sich ändern, wenn die Feldtests von Hermes und Starship Technologies in Hamburg erfolgreich verlaufen. Dann steht einem Einsatz der Lieferrobots im öffentlichen Raum nichts mehr im Wege.
(Bild: Daniel Reinhardt)

„Der Teststart in Hamburg ist für uns ein Meilenstein. Nie zuvor haben uns Roboter in der Paketzustellung unterstützt. Und auch wenn das Projekt natürlich noch in einer sehr frühen Pilotphase steckt: Der testweise Einsatz von Starship-Robotern gibt schon heute einen faszinierenden Einblick in die Logistik der Zukunft“, sagt Frank Rausch, CEO von Hermes Germany. Ahti Heinla, CEO von Starship, ergänzt: „Das Testprogramm unserer Zustellroboter in Hamburg ist nun offiziell gestartet. Als zweitgrößte Stadt des Landes und wichtiger Handelsplatz ist die Stadt aus unserer Sicht optimal dafür geeignet, um neue Logistiktechnologien zu testen. Wir sind sehr gespannt auf den Testlauf und freuen uns, möglichst viele Menschen von unserer Idee überzeugen zu dürfen.“

Vom Paketshop an die Haustür

Während des aktuellen Pilottests setzt Hermes die Starship-Zustellroboter ein, um im Paketshop hinterlegte Sendungen zum Empfänger zu bringen. Im Normalfall müssen solche Sendungen persönlich abgeholt werden. Dank der Roboterzustellung können sich Testkunden in Hamburg diesen Weg nun sparen und auf Wunsch einen Roboter damit beauftragen, die Sendung an die Haustür zu bringen. Jeder Starship-Roboter transportiert bis zu zwei Hermes-S-Pakete (á 35 cm × 34 cm × 15 cm) in einem sicher verschlossenen Fach, das vom Kunden nur über einen individuellen Öffnungslink entriegelt wird. Den Link erhält der Kunde kurz vor Ankunft des Roboters per SMS.

Klassische Zustelltouren, bei denen Hermes-Boten zum Beispiel Onlinebestellungen oder Privatpakete direkt vom Absender zum Kunden nach Hause liefern, ersetzt der Starship-Roboter also nicht; Arbeitsplätze werden nicht abgebaut, heißt es in einer Pressemeldung beider Unternehmen. Vielmehr installiert Hermes mit dem Zustellroboter einen neuen Service, der den Paketempfang weiter vereinfacht.

Ständiger Kontakt zur Leitzentrale

Alle von Hermes eingesetzten Roboter sind während des Betriebs zu jeder Zeit live mit einem Operator in der Leitzentrale von Starship verbunden, der alle Fahrten überwacht und bei Bedarf sofort eingreifen kann. Zusätzlich wird jeder Roboter von einem eigenen „Handler“ begleitet. Dieser hält dauerhaft Kontakt zur Leitzentrale, kontrolliert den Fahrweg, beantwortet Fragen und kann im Notfall vor Ort sofort eingreifen. Ein Starship-Roboter ist also niemals 100-%ig autonom. Dank GPS und eigener Lokalisierungstechnologie lässt sich die Position des Fahrzeugs konstant bis auf einen Zoll exakt zurückverfolgen.

Zustellroboter von Starship fahren ausnahmslos auf Fußwegen und maximal mit Schrittgeschwindigkeit. Radwege und Straßen werden nur nach vorheriger Prüfung des Handlers und Freigabe der Leitzentrale gekreuzt. Nahende Hindernisse erkennt der Roboter dank der eingebauten Kameras und Sensoren eigenständig und stoppt sofort. Zwischenfälle hätte es auch deshalb in den bisherigen Tests nicht gegeben – weder bei den ersten Fahrten in Hamburg noch in einer der anderen Teststädte von Starship, darunter London, Washington und Tallinn.

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