Gutes Gleichgewicht Sensoren optimieren die Lkw-Ladungssicherheit schon beim Beladen

Redakteur: Peter Königsreuther

Forschende an der Fachhochschule Dortmund können mit viel Sensortechnik die Ladungsverteilung im Lkw von Anfang an in Echtzeit überwachen, um eine sichere Fahrt zu garantieren. Das hat viele Vorteile.

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Smarte Transportsicherung: Für das Projekt „CargoTrailSense“ hat Marius Jones von der FH Dortmund einen Lkw mit Sensoren (unter anderem auch am Reifen) ausstattet. Die so gewonnenen Daten klären über die Lastenverteilung auf, um die Ladungssicherheit zu erhöhen.
Smarte Transportsicherung: Für das Projekt „CargoTrailSense“ hat Marius Jones von der FH Dortmund einen Lkw mit Sensoren (unter anderem auch am Reifen) ausstattet. Die so gewonnenen Daten klären über die Lastenverteilung auf, um die Ladungssicherheit zu erhöhen.
(Bild: FH Dortmund / B. Reichel)

Die Beladung eines Lkw bewegt sich im Spannungsfeld aus Kosten- und Zeitdruck sowie maximaler Ladung, mit möglichst effizientem Sicherungsaufwand, erklären die Dortmunder Experten. Den Speditionen stünden bisher aber nur rudimentäre Hilfsmittel zur Verfügung, um diese Aufgabe zu unterstützen, sodass statt einer genauen Messung oft die Praxiserfahrung reichen müsse. Weiche aber die Achsenlast von den gesetzlichen Vorgaben ab, hießen die Konsequenzen erhöhter Verschleiß, Unfallgefahr und hohe Geldbußen. Unsere sensorbasierte Idee soll nun aber Fahrern und Speditionen mehr Sicherheit bieten und Zeit im Beladungsprozess zu sparen, merkt Marius Jones, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Maschinenbau, an. Zugleich könne dadurch die Belastung für die Straßen verringert und auch deren Verschleiß minimiert oder wenigstens frühzeitig erkannt werden.

Das Frühwarnsystem entlastet nicht nur Spediteure

Mit den Projektpartnern Log4-Consult und Impaqed Products BV aus Lünen hat die FH Dortmund nun eben Lkw mit Temperatur-, Druck- und Beschleunigungssensoren ausgestattet. Mithilfe eines eigens dafür konzipierten Steuergerätes können die Daten der Reifen und des Anhängers (Trailern) gesammelt werden. Eine von den Wissenschaftlern speziell für das Projekt entwickelte Software erlaubt die systematische Auswertung, heißt es weiter.

Mit diesem neu entwickelten Steuergerät nebst Spezialsoftware können die Forschenden an der FH Dortmund die Sensordaten des Lkw in Echtzeit übertragen. Die Lastverteilung in einem Lkw kann so schon beim Beladen optimiert werden, heißt es.
Mit diesem neu entwickelten Steuergerät nebst Spezialsoftware können die Forschenden an der FH Dortmund die Sensordaten des Lkw in Echtzeit übertragen. Die Lastverteilung in einem Lkw kann so schon beim Beladen optimiert werden, heißt es.
(Bild: FH Dortmund / B. Reichel)

Mit der Verknüpfung der Sensoren kann man dann sowohl im Stand als auch während der Fahrt konkrete Aussagen über die Gesamtladung und Lastenverteilung auf dem Trailer treffen, erklärt Prof. Dr. Yves Rosefort, Prodekan des Fachbereichs Maschinenbau. Das helfe mit Blick auf eine kontrollierte Beladung der Lkw und ließe auch Rückschlüsse auf Ladungsbewegungen während der Fahrt zu. Es kann quasi als Frühwarnsystem angesehen werden, das die Sicherheit auf der Straße deutlich erhöht.

Die Zukunft heißt digital optimierter Lastenverkehr

Künftige Lkw- und Trailer-Generationen will man mit diesen Messinstrumenten ausstatten, aber auch eine Nachrüstmöglichkeit schaffen, wie es heißt. Dazu soll nun ein Prototyp entwickelt und für dessen Datenkompatibilität mit bestehenden Systemen, wie etwa Mautstellen und Brückensensoren, gesorgt werden. Die Kooperation mit Herstellern sowohl von Telematik-Produkten als auch von Lkw-Trailern soll dazu in einer weiteren Projektphase intensiviert werden. Die sensorgestützte Überwachung der Ladung ist für die Beteiligten folglich die Grundlage für die Zukunft des Lastenverkehrs auf der Straße. Mit Blick auf das autonome Fahren müssten Fehldispositionen unbedingt vermieden werden. Das heiße weg von der Stichprobe, hin zum frühzeitigen, kontinuierlichen Ladungs-Check.

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