Dass die Logistik für das Unternehmen zum ersten Betätigungsfeld im Bereich der Industrie-4.0-Apps wurde, hat mehrere Gründe. So spielte unter anderem ein geografisch benachbarter Partner eine Rolle, bedeutender waren aber weitergehende Überlegungen zu den möglichen Einsatzgebieten der verschiedenen Devices, unter anderem auch der VR-Brillen. Auch für diese sieht man bei Handy-Games in der Zukunft zahlreiche Anwendungsfelder in der Logistik. In einem ersten Schritt wendete man sich allerdings den Smartwatches zu.
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Die Pick-by-Watch-App selbst läuft derzeit auf einer Android-basierten Smartwatch in Verbindung mit einem Android-Smartphone. „Das Smartphone ist noch nötig, um die Kommunikation mit dem Server zu halten“, erklärt Vitalij Trinkenschuh, Chief Submission Officer bei Handy-Games. „Wenn sich die Geräte technisch weiterentwickeln, ist es aber auch vorstellbar, dass zukünftig eine Smartwatch alleine ausreicht.“ Um die Anmeldung in den Prozess für die Mitarbeiter zu vereinfachen, nutzt die Lösung NFC-Tags, die beispielsweise in den Mitarbeiterausweis integriert sein könnten. Nach der Anmeldung wird der Mitarbeiter dann von der App durch den Prozess geführt. Dabei kommen auch bei der Verifizierung der richtigen Aufnahmebehälter NFC-Tags zur Anwendung. Um die Richtigkeit der Picks auch ohne Scanner sicherstellen zu können, befinden sich am Regal Piktogramme, die über die App bestätigt werden müssen. „Hier kommen natürlich unsere Wurzeln ins Spiel und es handelt sich um einen Ansatz aus der Gamification“, so Trinkenschuh. „Konkret zeigt die App vier Icons an – das Richtige und drei zufällig ausgewählte. Nur wenn das richtige per Touchfunktion geklickt wird, bestätigt das System den Pick.“
Aus der Welt des Spieledesigns kommt eine weitere Anforderung, die Handy-Games an das eigene Produkt stellte: Beim Kommissionieren sollen immer nur die Informationen angezeigt werden, die in der jeweiligen Situation tatsächlich relevant sind. Auch an eine Fehlerfunktion, über die zum Beispiel fehlende Artikel reklamiert werden können, haben die Entwickler gedacht. Damit diese richtig funktioniert, muss natürlich eine Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem gegeben sein. „Es handelt sich eben um eine Clientlösung und eine solche Schnittstelle ist immer die Voraussetzung. Wir sehen hier aber keinerlei Probleme und sind sicher, diese mit allen gängigen Systemen bieten zu können“, stellt Trinkenschuh klar.
Der Blick des Nutzers
Dabei maßen sich die Entwickler nicht an, die komplexen Vorgänge hinter den logistischen Prozessen bis ins Detail zu verstehen. Sie sind sich aber sicher, dass sie das gar nicht müssen. „Das ist auch nicht unser Ansatz“, so Kassulke. „Wir haben nur aus der Usersicht auf die Anwendung geschaut, die komplexen Systeme dahinter kommen ohnehin durch die Schnittstelle auf die Prozesse, die dahinterliegen.“ Die eigene Aufgabe sah man bei Handy-Games vielmehr darin, das zu vereinfachen, was der User sieht und für seine Arbeit benötigt. Dieser Ansatz kommt Kassulke zufolge ebenfalls aus der Spieleentwicklung, bei der es nicht darum geht, ein Spiel zu entwickeln, das der Programmierer gerne spielen würde. Vielmehr müssen die Entwickler erkennen, was die Zielgruppe möchte.
Das tiefer gehende logistische Know-how selbst kommt von Industriepartnern wie SSI Schäfer, die gerade die erste Anwendung mit der Pick-by-Watch-App vorgestellt haben. Dort sieht man das System als „eine kleine Revolution im Zeichen von Industrie 4.0“. Dem Unternehmen zufolge überzeugt „007-Pick“, wie die Lösung bei SSI genannt wird, durch eine einfache Benutzerführung, kontrollierte Kommissioniersicherheit und hohe Flexibilität. Wie auch Handy-Games sehen die Experten von SSI Anwendungsmöglichkeiten dabei nicht nur in größeren Lagerumgebungen, sondern auch in Werkstätten oder bei E-Commerce-Kleinhändlern, für die eine konventionelle Lagerverwaltungslösung zu kostspielig wäre.
Viele Möglichkeiten – mit Einschränkungen
Bei aller Begeisterung für das neue Betätigungsfeld gibt es allerdings auch einen Aspekt, der Kassulke und Trinkenschuh noch Kopfzerbrechen bereitet: das Thema Datenschutz am Arbeitsplatz – gerade in Deutschland. Viele spielerische Elemente, die die beiden gerne in ihre App einbauen würden – dazu gehört zum Beispiel ein highscoreartiges Belohnungssystem – würden eine (wenn auch anonymisierte) Verfolgung der Picker voraussetzen. Das ist gegenwärtig in Deutschland allerdings sehr schwierig. „Hier könnten wir uns auch ganz kleine Dinge vorstellen, zum Beispiel als Lob einfach einen Smiley anzuzeigen, wenn eine Arbeit besonders gut gemacht wurde“, so Kassulke. „Leider besprechen wir hier immer nur eine Opt-out-Lösung und nie einen Opt-in. Warum kann der User oder Mitarbeiter nicht sagen, dass er an einem solchen Programm teilnehmen möchte? Es gäbe so viele Möglichkeiten, zum Beispiel Belohnungssysteme umzusetzen, doch leider wird das Thema vor allem von der negativen Seite angegangen.“ Hier wird Kassulke zufolge in Deutschland viel Potenzial verschenkt.
Stand: 08.12.2025
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