Digitalisierung

Thyssenkrupp Steel fertigt Güter jetzt digital ab

| Redakteur: Bernd Maienschein

Digital gesteuerte Werktore: die neue, digital vernetzte Logistik bei Thyssenkrupp Steel in Duisburg.
Digital gesteuerte Werktore: die neue, digital vernetzte Logistik bei Thyssenkrupp Steel in Duisburg. (Bild: Thyssenkrupp)

Nach vierjähriger Projektlaufzeit werden die wesentlichen Prozesse der Güterabfertigung an den Werktoren von Thyssenkrupp Steel in Duisburg jetzt ausschließlich digital erledigt. Dazu eröffnete der nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart im September die neuen Werktore.

„Innovative Projekte wie Tor 6 tragen viel dazu bei, dass Nordrhein-Westfalen seinen Spitzenplatz als Logistikstandort behält“, so Minister Pinkwart. Und Andreas Goss, CEO von Thyssenkrupp Steel, ergänzt: „Das Torprojekt ist ein Meilenstein zu einem umfassenden digitalen Management unserer Verkehrsströme. Wir erhöhen in diesem Bereich signifikant unsere Leistungsfähigkeit und gehen einen weiteren Schritt in Richtung Stahlwerk der Zukunft.“

Digitaler Torkontrollschein ist der Schlüssel

Täglich passieren rund 2000 Lkw sowie 13.000 Kleinlaster und Pkw die Werktore – Tendenz steigend. Das bisherige System mit einer Vielzahl nicht aufeinander abgestimmter, analoger Prozesse geriet an seine Grenzen. Bei der Lösung arbeitete ein Team aus Logistik, Anlagenwirtschaft, IT, Werkschutz und Arbeitssicherheit von Beginn an mit dem Anspruch zusammen, nicht einzelne Symptome zu bekämpfen, sondern etwas grundlegend Neues und Zukunftsfähiges zu schaffen. Das in der Folge entwickelte und jetzt der Öffentlichkeit vorgestellte Konzept sieht eine Entzerrung und Ordnung der Verkehre durch weitgehend digitalisierte Prozesse vor.

Sichtbares Zeichen dieses Modernisierungsschrittes ist der digitale Torkontrollschein. Mit einem QR-Code versehen, ist er der Schlüssel, um auf das Werksgelände in Duisburg-Nord zu gelangen. Er ist die Verbindung zwischen physischem Transport und digitaler Welt und kann künftig über Selbstbedienungsterminals oder vorab über ein Webportal erstellt werden. Spediteure und Lkw-Fahrer sollen künftig zudem die Möglichkeit bekommen, dies via Smartphone-App mobil zu erledigen.

Europaweit einzigartiges Torprojekt

Durch ein Track-and-Trace-System wird die gesamte Verkehrsteuerung deutlich effizienter, weil nun genau prognostiziert werden kann, wann welcher Lkw das Werk ansteuert. Gibt es unvorhergesehene Wartezeiten, können die ankommenden Lkw auch auf einen neu gebauten und in Werksnähe liegenden Autohof geleitet werden, der unter anderem mit Sanitäranlagen und Terminals zur Vorabfertigung ausgestattet ist. Am Tor selbst sind nun auch die Wiegeprozesse vollständig digital und werden von einem neuen Leitstand aus gesteuert und überwacht.

Ulrike Höffken, Leiterin Logistik bei Thyssenkrupp Steel, beschreibt die enormen Effekte, die die umfassende Modernisierung der Abfertigungsprozesse mit sich bringt: „Wir schaffen es, die Zeit für den Wiegeprozess um zwei Drittel zu reduzieren. Statt bislang drei Minuten brauchen wir nun nur noch eine. Und wir reduzieren die Komplexität drastisch: Anstatt 70 unterschiedlicher Prozesse, sind nun nur noch zwei nötig. Das spart Zeit und Geld. Dieses Projekt ist insgesamt europaweit beispielhaft für Industrieparks unserer Größe.“

Weitere Beiträge zum Unternehmen:

Thyssenkrupp Steel

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