Smart Logistics

Warenfluss in Echtzeit sehen mit smarten Prozessen

| Autor / Redakteur: Pascal Kiefer / Bernd Maienschein

Man kann Störungen und unerwartete Veränderungen im Materialfluss bei durchgängigen IT-gestützten Prozessen mit beleg­losem Informationsfluss sofort erkennen und darauf reagieren.
Man kann Störungen und unerwartete Veränderungen im Materialfluss bei durchgängigen IT-gestützten Prozessen mit beleg­losem Informationsfluss sofort erkennen und darauf reagieren. (Bild: Corbis)

Eine smarte Intralogistik gilt neben der Smart Factory als zentraler Baustein für Industrie 4.0. Der Aufbau einer „smarten“ innerbetrieblichen Logistik erfordert jedoch ein ganzheitliches Konzept, das alle Aspekte einbezieht. Ein erfahrener und kompetenter Beratungspartner hilft bei der Umsetzung.

Für die Realisierung von Industrie-4.0-Szenarien im Zuge des digitalen Wandels ist eine smarte Intralogistik, die die Prozesse vom Wareneingang über die Versorgung der Produktion bis hinein in den Warenausgang und den Versand steuert, ein unverzichtbarer Bestandteil. Dazu gehören robuste und transparente selbststeuernde Regelkreise, die für einen sicheren Materialfluss und eine „Echtzeitsicht“ auf das Geschehen der innerbetrieblichen Logistikkette sorgen.

Durchgängig IT-gestützte Prozesse und ein belegloser Informationsfluss von der Materialerfassung bis hinein in eine SAP-ERP-Anwendung machen es dann möglich, Störungen oder unerwartete Veränderungen sofort zu erkennen und augenblicklich darauf zu reagieren. Dazu ist allerdings der Einsatz von Auto-ID-Technologien (Barcode, RFID) zur Erfassung von Daten nötig.

Manuelle Prozesse bremsen die Intralogistik aus

An diesem Punkt jedoch besteht vielerorts Nachholbedarf. Daten und Warenbewegungen werden häufig in Excel-Tabellen, eigenprogrammierten Lösungen oder auf Papier erfasst und umständlich und zeitaufwendig von Hand in die Logistikanwendungen des ERP-Systems übertragen. Das geht zulasten von Effizienz, Flexibilität und Transparenz. Durch manuelle, papiergestützte Prozesse werden kritische Situationen erst mit Zeitverzögerung sichtbar und bei Entscheidungen fehlen aktuelle Daten oder Key-Performance-Indikatoren (KPI).

Zugleich hemmen Medienbrüche und schlecht aufeinander abgestimmte Abläufe den Arbeitsfluss und verursachen lange Durchlaufzeiten: Wenn es mehrere Tage dauert, bis neues Material im Wareneingang erfasst, geprüft und eingelagert ist, verzögern sich auch die Folgeprozesse wie die Versorgung der Produktion und es kommt zu langen Lieferzeiten.

Die Kommissionierung und den Transport optimieren

Auch die Prozesse in Lager, Kommissionierung und Transport müssen optimiert werden. Damit in der Produktion und im Versand das richtige Material zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge und am vorgesehenen Platz zur Verfügung steht, ist eine Kommissionierplanung unverzichtbar. Je nach Lagertechnik (Hochregal-, Block- oder Durchlaufregallager) und der Art und Weise der Kommissionierung muss sie eventuell für jeden Lagerbereich gesondert vorgenommen werden.

Darüber hinaus sollten die Kapazitäten von Flurförderzeugen wie Staplern optimal ausgelastet werden, um teure Leerfahrten zu vermeiden. Dies ist jedoch nicht möglich, solange innerbetriebliche Transporte papiergebunden geplant werden. Dieses Problem wird noch dadurch verschärft, dass die Staplereinsätze oft nicht aufeinander abgestimmt sind, weil jede operative beziehungsweise organisatorische Einheit, also Wareneingang, Warenausgang, Versand und Transport, „ihre“ Fahrzeuge separat verplant.

Smarte Logistik braucht ganzheitlichen Ansatz

Soll die Intralogistik dauerhaft und nachhaltig smarter und effizienter werden, muss ein ganzheitlicher Ansatz gefunden werden, der sämtliche Aspekte einbezieht: Prozesse, Lagertechnik, Organisationsstruktur, Auto-ID-Technik, alle Daten und IT-Lösungen. Wer ein solches Konzept erstellen will, braucht ein umfassendes und tiefgehendes Wissen und die geeigneten Methoden gerade in Bezug auf die Prozessanalyse und -optimierung oder die Wahl der passenden Auto-ID-Technologien und IT-Lösungen. Deshalb empfiehlt es sich, die Unterstützung eines erfahrenen Partners einzuholen, der über die nötige Beratungs-, Prozess- und Technologiekompetenz verfügt.

Am Beginn jeder Maßnahme zur Optimierung der internen Logistik steht die Materialflussanalyse. Wirtschaftlich gesehen ist sie von enormer Relevanz, da der Materialfluss mit den größten Kostentreiber in der logistischen Prozesskette darstellt. Mit einer solchen Analyse können die Schwachstellen in den Prozessen vom Wareneingang bis hinein in den Versand ermittelt, ihre Ursachen erforscht und anschließend behoben werden. Durch eine Umstellung der Kommissionierung, etwa von „Ware zur Person“ auf „Person zur Ware“, oder die Erneuerung der Fördertechnik lassen sich deutliche Zeit- und Kosteneinsparungen erzielen.

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