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Ersatzteillogistik 76 Logistik-Shuttles für den Traktor

| Redakteur: Robert Weber

In der Erntesaison zählen das Wetter und die Geschwindigkeit der Logistik, wenn es um Ersatzteile geht. Die Fricke-Gruppe zählt zu den größten privaten Unternehmensgruppen in der Landtechnik-Branche und versorgt zahlreiche Landwirte mit Ersatzteilen. Jetzt investierte das Unternehmen in die Intralogistik seines Zentrallagers im norddeutschen Heeslingen.

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(Bild: Fricke)

Grund für das Investment: Das bisherige Zentrallager erreichte seine Kapazitätsgrenze. Gemeinsam mit den Beratern von VialOG wurde entschieden, den Standort Heeslingen weiter auszubauen und teilweise zu automatisieren, weil sonst die Wege zu lang und die Produktivität der Kommissioniermitarbeiter zu gering geworden wäre. 165.000 verschiedene Artikel liegen bei Fricke auf Lager, 4,5 Mio. sind insgesamt über den Onlineshop verfügbar.

Kommissionierleistung verdreifacht

Bei der Automatisierungslösung entschied sich Fricke für TGW Systems Integration als Projektpartner. Es wurde allerdings kein Ware-zur-Person-Kommissioniersystem realisiert, wie man vielleicht vermuten würde. Stattdessen entschied mach sich dafür, die Kleinteilekommissionierung in einer 4-geschoßigen Fachbodenanlage zu konzentrieren. Die Aufträge werden hier parallel auf allen Ebenen kommissioniert, und jeder Mitarbeiter arbeitet an mehreren Aufträgen gleichzeitig, um die Wege zu optimieren. Durch diese Optimierungen konnte die Kommissionierleistung pro Mitarbeiter auf rund 60 Positionen pro Stunde mehr als verdreifacht werden.

Cross-Belt statt Fördertechnik

Das Unternehmen versorgt täglich bis zu 7000 Kunden und versendet rund 12.000 Pakete. „Der Kunde würde es nicht akzeptieren, wenn er von uns für eine kleinere Bestellung fünf Pakete bekommt – abgesehen von den Kosten. Er möchte gerne so wenig Packstücke wie möglich haben“, erklärt Holger Wachholtz, Geschäftsführer bei Fricke. Deshalb war ein leistungsfähiges Puffersystem notwendig.

Die in Kunststoffbehältern kommissionierte Ware wird im jeweiligen Kommissionierbereich auf die Fördertechnik aufgesetzt und automatisch in den Shuttle-Puffer befördert. In vier Gassen bedienen insgesamt 76 Stingray Shuttles von TGW die 9120 Stellplätze, in denen die Kommissionierbehälter auf Warteposition verbleiben, bis alle Waren für den jeweiligen Auftrag eingetroffen sind. Erst dann werden alle Behälter zu einem Kundenauftrag ausgelagert und an einen der Verpackungsplätze weitergeleitet.

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Mit der reinen Ein- und Auslagerleistung ist es aber nicht getan. Auch in der Verbindung zwischen Kommissionierung, Pufferlager und Verpackung werden diese hohen Leistungen benötigt. TGW verzichtete für diese Funktion auf herkömmliche Fördertechnik und setzte stattdessen einen Cross-Belt Sorter ein, der sich quer durch den neugebauten Teil des Fricke-Logistikzentrums zieht.

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