Verkehrspolitik

DB und VDA gehen mit gemeinsamem Grundsatzpapier aufeinander zu

09.06.2010 | Redakteur: Bernd Maienschein

Wollen mit ihrem Grundsatzpapier und dem Konzept der Co-Modalität die verkehrspolitische Debatte befeuern: Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Transport und Logistik der DB Mobility Logistics AG (links) und Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Bild: Eckstein
Wollen mit ihrem Grundsatzpapier und dem Konzept der Co-Modalität die verkehrspolitische Debatte befeuern: Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Transport und Logistik der DB Mobility Logistics AG (links) und Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Bild: Eckstein

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und die Deutsche Bahn (DB) haben am 8. Juni 2010 in Berlin ein gemeinsames Positionspapier zur Weiterentwicklung des Verkehrssystems in Deutschland vorgestellt. Im Vordergrund stehe dabei das Konzept der Co-Modalität, wie es heißt: Jeder Verkehrsträger solle gemäß seiner spezifischen Stärken eingesetzt und gefördert werden.

VDA-Präsident Matthias Wissmann und Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Transport und Logistik der DB Mobility Logistics AG, skizzierten gemeinsam Grundsätze zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und des deutschen Verkehrssystems. Sie haben damit einen neuen Dialog eröffnet, der der Debatte über verkehrspolitische Leitlinien neue Impulse geben soll.

Tragfähige Optionen auch bei schwierigen Logistik-Themen

So wollen VDA und DB AG gemeinsam mit der Politik Lösungen für die anstehenden Herausforderungen entwickeln. Neben einvernehmlichen Positionen gelte es, auch bei schwierigen Themen tragfähige Handlungsoptionen zu finden. Verständnis und Kooperation seien die Leitlinien des gemeinsamen Handelns.

Ausgangspunkt sind folgende gemeinsame Überzeugungen:

  • Ein leistungsfähiges Verkehrssystem ist die Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung und sichert langfristig den Wohlstand der Gesellschaft.
  • Die aktuelle Wirtschaftskrise ändert nichts an den mittel- und langfristigen Trends der Verkehrsentwicklung — die Verkehre werden weiter zunehmen. Das Gesamtverkehrssystem muss auf die deutlich wachsende Nachfrage vorbereitet werden.
  • Politik und Unternehmen müssen ihren Beitrag leisten, das Gesamtverkehrssystem unter Berücksichtigung der für die wirtschaftliche Entwicklung wichtigen Einflussfaktoren wie Globalisierung, Klimaschutz, Ressourcenverknappung und demographischer Wandel zukunftsfähig zu gestalten. Hierzu ist ein vertiefter und kontinuierlicher Dialog zwischen allen Beteiligten erforderlich, der sich an Nutzerinteressen und pragmatischen Lösungen orientiert.
  • Die Kundenbedürfnisse richten sich in einer globalisierten Welt mit fortschreitender Arbeitsteilung und dem kontinuierlichen Abbau von Handelshemmnissen immer stärker an integrierten Transportketten und damit dem Miteinander der Verkehrsträger aus. Dabei werden zunehmend nachhaltige, umweltschonende Lösungen nachgefragt.
  • Der Konsolidierungsdruck der öffentlichen Haushalte wird mehr denn je zu einem effizienten Einsatz der knappen Mittel zwingen. Zur Optimierung des Gesamtsystems Verkehr ist daher ein verkehrsträgerübergreifendes Verständnis von Prioritäten in der Investitionsplanung erforderlich.
  • Die hohe Bedeutung der Transport- und Logistikwirtschaft für den Standort Deutschland muss durch die Verkehrspolitik angemessen berücksichtigt werden. Dazu bedarf es einer gezielten Förderung des Güterverkehrs als Wachstumsmotor.

Gemeinsamkeit dominiert künftig alle wichtigen Themenfeldern

Konkret sehen VDA und DB AG gemeinsame Prioritäten in folgenden vier wichtigen Themenfeldern:

  • die Rolle der Verkehrspolitik stärken;
  • für eine Verstetigung der Infrastrukturmittel auf heutigem Niveau eintreten;
  • für eine Steigerung der Leistungsfähigkeit von Schiene und Straße durch Harmonisierung und Marktöffnung werben sowie Innovationen prüfen;
  • die Akzeptanz der Logistikwirtschaft steigern.

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