Drittes Krisenjahr

Der Ukraine-Krieg gefährdet die Fahrzeuglogistik

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Zusätzliches „Trio Katastrophale“ bedroht Logistik

Inflation, explodierende Rohstoffpreise und steigende Kraftstoffkosten heißen drei bereits vor der Ukraine-Krise existierende Probleme, die zu Sorgenfalten auf den Stirnen der Logistik-Player führen. Die aktuell stetig steigenden Rohstoffpreise verschärfen das Problem mit der Ukraine also auch noch. Nicht zuletzt belasten die stark schwankenden und rekordverdächtig hohen Energiepreise die Fahrzeuglogistiker massiv. Die häufig angewendeten Treibstoff- und Bunkerklauseln könnten diese Entwicklungen nicht mehr abfedern, um die Flottenbetreiber zu entlasten, betont die ECG. Innerhalb von sechs Monaten hat sich der Preis für Schiffstreibstoff schließlich verdoppelt, was pro Tag mit Mehrkosten von rund 25.000 US-Dollar zu Buche schlägt. Die Folge: Vielerorts, zum Beispiel im fragmentierten Transportmarkt Italiens, werde die Arbeit eingestellt, weil sich der Mitteleinsatz nicht mehr rentiere und sich Vertragspartner auf „höhere Gewalt“ beriefen. Schließlich blockieren sie dringende Verhandlungen über denkbare Kompromisse, um die Lage zu entspannen.

Die steigenden Treibstoffkosten seien dabei das vor allem in der Öffentlichkeit am stärksten diskutierte Thema. Doch auch der enorme Anstieg der Rohstoffpreise wirkt sich bereits negativ auf die Kosten mit Blick auf die Verkehrsträger aus – also auf Schiffe, Bahnwaggons oder Autotransporter und andere Assets. Die Inflation lässt zudem allgemein die Löhne steigen. So ergeben diese aus verschiedenen Richtungen kommenden Faktoren eine Gemengelage, in der sowohl die Transportunternehmen als auch ihre Auftraggeber mit Preisschüben in bisher nicht geahntem Ausmaß konfrontiert sind, so die ECG.

Verträge müssen dringend der Lage angepasst werden

Mike Sturgeon, Executive Director der ECG, zur aktuellen Situation: „Zunächst gilt unser tiefstes Mitgefühl allen von der völkerrechtswidrigen Militäroperation Betroffenen in der Ukraine.“ Das seien außergewöhnliche Zeiten, die außergewöhnliche Maßnahmen forderten. Sturgeon befürchtet: „Wenn die bestehenden Verträge nicht schnell überarbeitet werden, wird das, was von der Branche in diesen Tagen noch übrig ist, zum Stillstand kommen!“ Der Grund ist, dass Cashflow-Probleme den Betrieb zum Erliegen brächten. OEMs und andere Verlader müssten ihre Verträge also unverzüglich den steigenden Kraftstoffpreisen anpassen. Zudem müssten sie gegenüber ihren Zulieferern und Logistikdienstleistern volle Transparenz über die künftig benötigten Mengen herstellen, damit die erforderlichen Kapazitäten für Transport und Produktion geplant werden können, empfiehlt der ECG-Direktor angesichts der komplexen Problematik.

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