Management & IT

Der Weg zu mehr Effizienz und kürzeren Umschlagzeiten

| Autor / Redakteur: Antoine Bertrandy / Benedikt Hofmann

Auch im Medical Innovation Center der Hartmann-Gruppe spielt die Logistik eine entscheidende Rolle.
Auch im Medical Innovation Center der Hartmann-Gruppe spielt die Logistik eine entscheidende Rolle. (Bild: Paul Hartmann)

Die Transportlogistik der Hartmann-Gruppe ist bedingt durch das Sortiment stark volumengetrieben. Um Transporte, Zeitfenster, Ladezeiten und Frachtdienstleister besser zu steuern, entschied sich die internationale Marke für Transwide von Wolters Kluwer Transport Services.

Hartmann, ein Anbieter von Medizin- und Hygieneprodukten sowie professioneller Systemlösungen im Bereich Wundbehandlung, Inkontinenzhygiene und Infektionsprophylaxe, ist auf allen Kontinenten mit eigenen Gesellschaften marktnah aufgestellt. Die Kernabsatzmärkte liegen in Europa sowie in Amerika, Asien und Australien. Die Produkte der Hartmann-Gruppe zeichnen sich durch ein hohes Volumen bei vergleichsweise geringem Wert aus. Dies verlangt höchste Effizienz bei der Planung, Steuerung und Auslastung der Lkw. Entsprechend ist die Logistik aufgebaut – vom großen Zentrallagerverbund mit über 100.000 Palettenplätzen bis hin zum Distributionszentrum mit etwa 3000 Palettenplätzen. Ein Netzwerk von mehr als 250 Transportrelationen wird betrieben, um die Produktions- und Logistikstandorte miteinander zu verknüpfen. Mehr als 10.000 Container-Shipments pro Jahr stellen die Versorgung der Überseestandorte sicher.

Transportlogistik als Impuls für Wettbewerbsfähigkeit

Die lokale Feinverteilung an Kunden wie Kliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Apotheken wird zum Teil von spezialisierten Transport- und Serviceunternehmen durchgeführt. „Die Herausforderungen, denen wir uns durch das hohe Transportvolumen stellen mussten, betrafen vor allem unsere Logistikeinheiten und unsere Logistikdienstleister“, so Nico Nürbchen, Director Group Logistics Management bei Hartmann. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen nur eingeschränkt und mit hohem manuellen Aufwand die Möglichkeit, die Frachtdienstleister zu steuern und mit ihnen klar zu kommunizieren sowie den Transportprozess zu optimieren.

„Bezogen auf unsere Logistikstandorte fehlten uns Information, wann welche Transporte ankommen, und so konnten wir intern die Logistikabläufe nicht entsprechend vorbereiten und Waren bereitstellen“, erläutert Nürbchen weiter. Das führte neben langen Wartezeiten im Logistikzentrum auch zu langen Standzeiten an der Laderampe; nicht selten beschwerten sich die Frachtdienstleister. Das wiederum wirkte sich in indirekten und direkten Kosten, wie beispielsweise Standgeldern, aus – ohne jegliche Möglichkeit, die tatsächliche Zeit gegenprüfen zu können.

Hartmann suchte nach Lösungen und setzte ein internationales Team daran, zu recherchieren, welche Lösungen und Anbieter am Markt verfügbar seien. Im Rahmen der Evaluierung prüfte man:

  • weltweite Einsetzbarkeit, Mehrsprachigkeit;
  • Anbindung an SAP;
  • Zeitfenstermanagement;
  • Datenzugriff in Echtzeit für Hartmann und Dienstleister.

„Wir haben uns für Wolters Kluwer Transport Services und Transwide entschieden, da die Lösung anwenderfreundlich ist und die besten Interaktionsmöglichkeiten mit unseren Dienstleistern vorwies. Zudem erfüllte Transwide die Anforderung an internationale Einsetzbarkeit, sodass wir das System inzwischen an allen Hartmann-Standorten implementieren konnten. Transwide gibt uns die Möglichkeit, alle Daten strukturiert auswerten und diese nachhalten zu können“, schildert Nürbchen.

25 % Reduzierung der Ladezeiten

Der Einsatz von Transwide initiierte gleich mehrere Prozessverbesserungen. Allen voran der Bereich Performancesteigerung von Lager und Frachtdienstleistern. Mit dem Zeitfenstermanagement für die Laderampen und der automatisierten Kommunikation mit Dienstleistern wurden zeitaufwendige und fehleranfällige Prozesse wesentlich verschlankt und verbessert. Bei den Zentrallagern, wie der Logistik-Drehscheibe Herbrechtingen in Deutschland oder Lièp-
vre in Frankreich, die heute circa 120 Lkw pro Tag abfertigen, konnte so zum Beispiel die Einführung einer dritten Schicht trotz steigender Volumen bisher vermieden werden. Nürbchen bestätigt: „Mit der Vorausplanung der ankommenden und abfahrenden Lkw konnte die Umschlagzeit am Lager wirksam verkürzt werden, wodurch wir insgesamt 25 % mehr Ladefenster anbieten können und sich zeitgleich die Arbeitsbelastung im Zentrallager reduzierte. Der Aufwand für die Transportsteuerung reduzierte sich um bis zu zwei Stunden pro Tag. Die Zeitersparnis konnten wir direkt ins Unternehmenswachstum stecken.“ Eine wirkliche Steigerung der Transporteffizienz, die sich auch innerhalb der Standorte auswirkte. „Im Logistikzentrum in Herbrechtingen haben wir beispielsweise fünf verschiedene Ladestellen. Da muss es eine klare Zuweisung geben, welchen Kontakt an welcher Ladestelle der Frachtdienstleister anfahren muss und wer bei Verspätungen direkt operativ zu kontaktieren ist. Über Transwide ist das viel besser steuerbar und den Fahrern kann diese Information vorab gegeben werden. Das reduziert den Koordinationsaufwand enorm“, erklärt Nürbchen.

Bestandsreduzierung im Millionen- Euro-Bereich

Positiv wirkte sich auch aus, dass die tatsächlichen Transport- und Ladezeiten zwischen den einzelnen Standorten nun besser geplant und kalkuliert werden konnten. Das Ergebnis: Eine erhebliche Reduzierung der Sicherheitsbestände in den internationalen Lagern wurde realisierbar. Nürbchen stellt klar: „Die Höhe der Sicherheitsbestände wird auch von den Transportzeiten bestimmt. Die höhere Sicherheit bei der Planung und operativen Abwicklung der Transporte hat uns letztendlich mit einer Bestandsreduzierung im Millionen-Euro-Bereich starken Nutzen gebracht und ermöglicht es, ohne zusätzliche Investitionen Wachstum abzufangen.“

KPIs, Transparenz und Nebenwirkungen

Auch in Bereichen, die nicht direkt mit der Logistik im Zusammenhang stehen, konnte Hartmann Einsparungen realisieren, etwa im Rechnungswesen. „Aufgrund der höheren Transparenz, die wir nun mit Transwide hinsichtlich unserer Frachtdienstleister genießen, konnten wir bei der Rechnungsstellung leichter auf das Gutschriftverfahren umstellen, was durch die Reduktion des Verwaltungsaufwands immens Zeit und Kosten einspart. Nicht nur bei Hartmann, sondern auch bei den Frachtdienstleistern,“ so Nürbchen.

Ferner konnte Hartmann ein sogenanntes „Performance Measurement System“ mit nachprüfbaren KPIs aufbauen, die auch als Basis für Vertragsgespräche dienen. Das geht so weit, dass Hartmann auf Transwide-Daten basierend einen Preis auslobt – den „Carrier-of-the-Year“-Award, der jedes Jahr an den besten Logistikdienstleister verliehen wird.

„Mit Wolters Kluwer haben wir einen Partner gefunden, der starke Kompetenzen im Zeitfenstermanagement und in der Steuerung der Frachtdienstleister mitbringt. Ich kann ganz klar bestätigen, dass wir einen sehr starken Boost in der Effizienz spürten – hinsichtlich der Steuerung unserer Transporte, Kapazitäten und unserer Dienstleister. So konnten wir einen sehr starken Kostenvorteil hinsichtlich Bestände, Tagesgeschäft, und Zusammenarbeit mit Dienstleistern erwirtschaften“, sagt Nürbchen abschließend. ■

* Antoine Bertrandy ist EU Sales Director for Shippers and Logistic Providers bei Wolters Kluwer Transport Services in 1930 Zaventem (Belgien), Tel. (00 32 26 41) 13 60, abertrandy@transwide.com

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