Hafenlogistik

Europäische Hafen-Infrastrukturen stärken

| Redakteur: Bernd Maienschein

Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam, plädiert für eine Stärkung der Infratruktur durch die EU.
Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam, plädiert für eine Stärkung der Infratruktur durch die EU. (Bild: Shell International Ltd.)

Allard Castelein, Präsident und Geschäftsführer des Hafenbetriebs Rotterdam und damit des größten Überseehafens in Europa, appelliert an die EU, weiter in die Stärkung der Infrastruktur zu investieren. Infrastrukturen in Häfen und Hinterland seien ausschlaggebende Faktoren für den Wohlstand in ganz Europa.

Ein Hafen ist so gut wie seine Infrastruktur und die Infrastruktur seiner Hinterlandanbindung – das ist breiter Konsens. Im Rahmen des 15. ESPO-Kongresses (European Sea Ports Organisation) vom 31. Mai bis zum 1. Juni hat der Chef des Port of Rotterdam an die EU appelliert, weitere Investitionen in die Infrastruktur von Häfen und Hinterland zu stecken.

Häfen hängen vom Hinterland ab

„Ein Hafen ist so stark wie seine Hinterlandverbindungen“, erklärte Castelein. „Und eine gute Infrastruktur zur Anbindung von Häfen und Hafenindustrie-Komplexen ist für den Wohlstand und die Beschäftigung in Europa ausschlaggebend.“ Er plädierte daher dafür, im nächsten Mehrjahreshaushalt der Europäischen Union, der von 2021 bis 2027 läuft, zusätzliche finanzielle Mittel für den Ausbau dieser Infrastruktur bereitzustellen.

Konkret nannte Castelein die Erweiterung des Connecting-European-Facility-(CEF)-Förderprogramms für EU-weite Projekte rund um die Energiewende. Durch diese Projekte blieben Häfen zukunftssicher, lebendig und wettbewerbsfähig. Mit diesem Aufruf schloss sich Castelein der jüngsten Erklärung der Organisation Europäischer Seehäfen (ESPO) sowie 40 weiterer Partnerorganisationen in Ljubljana vom 27. April 2018 an.

Die Energiewende braucht alle Beteiligten

Zudem erinnerte Castelein an die aktuellen Herausforderungen in den Bereichen Geopolitik, Digitalisierung und Energiewende. Der Hafenmanager appellierte auch an die Häfen, bei der Umsetzung der Ziele des Klimaabkommens von Paris Verantwortung und eine führende Rolle zu übernehmen.

„Für eine echte Systemveränderung braucht es jedoch mehr“, betonte Castelein. „Bei diesem großen Umwandlungsprozess sind wir alle voneinander abhängig. Keine Organisation kann die Energiewende ohne Hilfe bewältigen. Wir alle sind aufgefordert, dem Thema Nachhaltigkeit hohe Priorität einzuräumen. Die Notwendigkeit einer Energiewende ist so hoch, dass sie außer der Zusammenarbeit und Tatkraft sämtlicher Beteiligter auch eine aktive Rolle und Politik der EU und staatlicher Stellen erfordert.“

Weitere Beiträge zum Unternehmen:

Port of Rotterdam

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