Moderner Versand Fortna Pierau modernisiert Printus-Logistik in Offenburg

Redakteur: Peter Königsreuther

Der Offenburger Onlinehändler Printus verzeichnet starkes Wachstum. Um dem zu begegnen, hat sich das Unternehmen an die Hamburger Logistikexperten von Fortna Pierau gewandt.

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Blick in das Offenburger Logistikzentrum von Printus, einem der größten Onlinehändler Europas, zu dem auch die Büro-Versandhandelssparte der Otto-Group gehört. Systeme des Logistikexperten Fortna Pierau sollen die dortigen Prozesse jetzt modernisieren: Der neue Sorter etwa schafft 5.000 Sendungen pro Stunde.
Blick in das Offenburger Logistikzentrum von Printus, einem der größten Onlinehändler Europas, zu dem auch die Büro-Versandhandelssparte der Otto-Group gehört. Systeme des Logistikexperten Fortna Pierau sollen die dortigen Prozesse jetzt modernisieren: Der neue Sorter etwa schafft 5.000 Sendungen pro Stunde.
(Bild: Printus)

Ursprünglich rein auf Büroartikel spezialisiert, wuchs das Sortiment von Printus mit der Zeit auch in den Media- und Kommunikationsartikelbereich sowie in den Sektor Unterhaltungselektronik. Über 1.600 Mitarbeiter garantieren, dass über 3 Millionen Kunden die Bestellungen über 18 verschiedene Onlineshops sowie zahlreiche Kataloge innerhalb von 24 Stunden erhalten, betont Printus. Die Zahl der Bestellungen nehme aber kontinuierlich zu.

Stark wachsende Unternehmen stehen dann irgendwann vor der typischen Herausforderung, dass die Logistik im gleichen Tempo mitwachsen muss. Seit Jahrzehnten, heißt es weiter, liefert Fortna Pierau die logistische Unterstützung für Printus. Das jüngste Highlight stammt aber noch aus dem Jahr 2005: Ein Versand- und Verwaltungszentrum mit damals sehr effizientem Logistikablauf.

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Mit den Jahren hat sich Printus aber auch verstärkt dem Endkundengeschäft gewidmet. Dabei handle es sich um einen Bereich, der ganz andere Sendungsstrukturen bedürfe, weil die Bestellungen eher kleinteiliger seien. Dem Umstand musste mit Kapazitätserweiterungen begegnet werden. Fortna Pierau entwickelte dafür ein sogenanntes Stufenkonzept, das implementiert werden konnte, ohne den internen Ablauf zu stören, betonen die Beteiligten.

Mit zusätzlichem Shuttle-System und besserem Etikettendrucker

Die erste Ausbaustufe betraf den Kartonstart. Maschinell aufgerichtete Leerkartons werden dabei auf ihrem Weg zur Kommissionierung zu einer neuen Etikettendruckstation befördert. Im Vergleich zum bisherigen Inkjet-System kann man heute auf eine konstante Druckqualität vertrauen, was die Lesequote der Scanner wesentlich erhöht.

Dann ging es um die Erweiterung des bestehenden AKL um ein zusätzliches Shuttle-Lager mit zwei Gassen. Das Shuttle-System kann 35.000 Behälter handeln und hat eine Leistung von 400 Doppelspielen pro Stunde und je Gasse. In der AKL-Vorzone entzerre ein Loop die Ein- und Auslagerungsprozesse, was die Wartezeiten verkürze. Eine zusätzliche Behälterfüllstation ergänzt die Bestandslogistik und sorgt künftig dafür, dass Artikel aus angelieferten Kartons mit den AKL-Behältern „verheiratet“ werden können – sie werden umgefüllt und fahren anschließend zur Einlagerung ins AKL oder Shuttle-Lager, wird erklärt. An jedem Arbeitsplatz können die Mitarbeiter die Höhe so einstellen, dass sie die Behälter in ergonomisch optimaler Höhe erhalten.

Im Bereich der Kommissionierung hat sich die bereits 2005 mit Fortna Pierau entwickelte und integrierte Technik bewährt, merken die Protagonisten an. Die zur Kommissionierung benötigten artikelreinen Behälter werden aus dem AKL ausgelagert und in die Picktower transportiert. Mit Lastaufnahmemitteln ausgestattete Hubbalken holen die Behälter aus der jeweiligen Höhe. Die Mitarbeiter entnehmen mithilfe von Pick-by-Light-Technik die Bedarfsartikel zur weiteren Befüllung der teilkommissionierten Kartons, heißt es weiter.

Automatische Anpassung der Paketgröße an den Inhalt

Während in einigen Bereichen der Fördertechnik bestehende Komponenten gezielt modernisiert wurden, hat man den im Erdgeschoss befindlichen Verpackungsbereich grundlegend erneuert: Ein neuer Schuhsorter erreicht im Warenausgang jetzt die Spitzenleistung von 5.000 Sendungen pro Stunde. Und mit neuen Kartondecklern, die eine automatische Volumenreduzierung der Kartons ermöglichen, ist man nun ganz vorne mit dabei, heißt es. Denn der höchste Artikel im Karton wird dabei ausgemessen, dann werden die Ecken entsprechend eingeschnitten, die Laschen gefaltet und automatisch gedeckelt. Anschließend werden die Sendungen mithilfe der neu eingeführten Versandetikettierer gekennzeichnet und die versandfertigen Sendungen gehen auf die Endstellen zur Routenverteilung.

Paletten-Hochregallager bietet bis zu 20.000 Plätze

Mit der Umsetzung der nächsten Stufe des Maßnahmenpakets genieße Printus eine Verdoppelung der Lagerkapazitäten im automatischen Paletten-Hochregallager. Die vorhandenen fünf Gassen werden um weitere sechs Gassen erweitert. So kann der Onlinehändler bei Bedarf auf über 20.000 Palettenplätze aufstocken. Im Zuge der Modernisierung wurde übrigens auch ein Erweiterungsbau für eine zusätzliche Kanalballenpresse zur Altpapierentsorgung errichtet. Außerdem befinden sich dort neuerdings auch die Staplerladestationen. Ihr Umzug war nötig, heißt es, um Platz für die Palettenfördertechnik des neu errichteten HRL zu schaffen.

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