Modulares Lagersystem Hochregallagersystem Shuttle XP mit neuer Steuerung ausgerüstet

Autor / Redakteur: Chris Liebermann / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Das neue Hochregallagersystem Shuttle XP von Kardex zeigt bei der Michael-Koch GmbH, einem Hersteller von sicheren Bremswiderständen, was es kann. Die Systeme des Bellheimer Organisationsspezialisten Kardex sind mit der neuen Steuerung des Typs PCD3M7K von Saia-Burgess ausgerüstet, einer speziell auf die Bedürfnisse der Lagersysteme von Kardex angepassten Standard-SPS.

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Saia-PCD3-Steuerung mit integriertem Webserver auf die Anforderngen von Kardex hin optimiert.
Saia-PCD3-Steuerung mit integriertem Webserver auf die Anforderngen von Kardex hin optimiert.
( Archiv: Vogel Business Media )

Zeitgleich mit der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Michael Koch GmbH, Hersteller von sicheren Widerständen für die elektrische Antriebstechnik, weihte das Unternehmen sein neues Lager ein. Dabei wurden mehrere Geräte des Typs Kardex Shuttle XP in Betrieb genommen. Streng modular aufgebaut, lassen sich die Lagersysteme gezielt und flexibel den logistischen Anforderungen anpassen. Entsprechend verhält es sich mit der neuen, auf die spezifischen Anforderungen des Lagersystems ausgerichteten Steuerung von Saia-Burgess. Die Logistik von Koch ist jedenfalls für die Zukunft gerüstet.

Koch investiert in den Servicefaktor Lieferzeit

Mit dem Lagerneubau investiert Koch in den Servicefaktor Lieferzeit, der in Verbindung mit absoluter Liefertreue an erster Stelle der Unternehmensaufgaben steht. Die Platzverhältnisse in der Halle waren dem Warenfluss nicht mehr gewachsen – dagegen musste Koch etwas unternehmen. Der Lageranbau mit den Lagergeräten von Kardex bietet knapp dreimal so viel Stellfläche wie bisher. Dadurch ist die Halle weitgehend frei für die Neugestaltung der Montage. Mehr Raum, mehr Flexibilität und ein optimierter Materialfluss sind das Ergebnis der Standort-erweiterung.

Die Entscheidung für die Hochregalsysteme begründet sich auch auf die Umweltorientierung des Unternehmens. Statt der Versiegelung großer Flächen bei einem Anbau im Stil der bestehenden Halle stellte Koch die Erweiterung quasi hochkant auf wenige Quadratmeter. Das modulare System der Kardex-Maschinen lässt dabei sehr viele Freiheiten. Mit Breiten von 1,18 bis 3,58 m, Tiefen von 2,31 bis 3,07 m und Höhen bis gut 30 m lassen sie sich sehr gut an bauliche Gegebenheiten anpassen. Mit einem Gerätehöhenraster von 100 mm ist auch der letzte Dezimeter Luft nutzbar. Intern liegt das Rastermaß sogar bei nur 25 mm, sodass der Platz in der Maschine hocheffizient genutzt wird.

Betrieb über mehrere Stockwerke funktioniert problemlos

Im Baukasten des Liftsystems Shuttle XP ist zudem vorgesehen, dass auch mehrere Bedienöffnungen an beliebiger Stelle der Vorder- oder Rückseite integriert werden können. Der Betrieb über mehrere Stockwerke funktioniert dadurch problemlos. Jede Bedienöffnung der Geräte ist serienmäßig mit einer Hubtür ausgestattet, um Zugluft zu vermeiden und nach außen tretende Fahrgeräusche zu minimieren - wichtig für eine gesundheitsschonende Arbeitsumgebung des Bedienpersonals. Zudem lassen sich die modularen Lagersysteme jederzeit flexibel geänderten Bauhöhen oder logistischen Erfordernissen anpassen.

Die Zuladung von bis 500 kg pro Tablar und einer maximalen Bruttonutzlast von 60 t bei 20 m Gerätehöhe macht die Lagermaschinen zu Universalgeräten. Hilfreich erweisen sich die hohen Vertikalgeschwindigkeiten des Lifts, die bis 2,3 m/s einstellbar sind. Die Lagertablare werden auch bei großen Systemhöhen den Bedienöffnungen in kurzen Zeitspannen zugeführt. In Kombination all dieser Eigenschaften hat sich Koch dazu entschieden, seine gesamte Logistik über mehrere Geräte des Typs Shuttle XP mit jeweils rund 3 x 3 m² Grundfläche und gut 12 m Höhe abzuwickeln. Hochlasttablare für die Eigenprodukte Bremswiderstände kommen ebenso zum Einsatz wie „Tablare light“ für Verpackungsmaterial.

Standard-SPS auf Lagersysteme von Kardex angepasst

Die Kardex-Systeme sind mit der Steuerung des Typs PCD3M7K von Saia-Burgess ausgerüstet, einer neuen, speziell auf die Bedürfnisse der Lagersysteme von Kardex angepassten Standard-SPS vom Typ Saia-PCD3. In Verbindung mit der Bedieneinheit, die mit einem Micro-Browser-Panel ausgestattet ist, erfüllt sie die Anforderungen des Maschinenbauers genauso wie die des Nutzers.

Schon die Serienausführung der Saia-PCD3 besitzt beeindruckende Eigenschaften: Sie vereint die eigentliche Steuerung mit einer Schnittstellenkombination aus USB, Ethernet, RS485, Profibus, CAN und RS232. Weitere Koprozessormodule sind über vier CPU-Slots steckbar. Für den Einsatz als zentrale Steuerung kann sie um 1 024 lokale Saia-PCD3-E/As erweitert werden. Der industrielle SPS-Speicher reicht von 256 KBytes bis 22 MBytes.

Zusätzlich steht die Option SD-Flashmodul zur Verfügung. Der integrierte Saia-WebServer ist über alle CPU-Schnittstellen zugänglich und unterstützt den Zugriff auf die gesamten SPS-Daten. Neben den gängigen WebBrowsern kann auch via CGI-Schnittstelle oder Microsoft .Net-Webservice direkt auf Windows-, Linux- und Unixapplikationen zugegriffen werden. Das Dateisystem der Saia-PCD3-CPUs schafft durch einen integrierten FTP-Server einen einfachen und komfortablen Anschluss an die gewohnte IT-Umgebung.

Die Steuerung lässt sich somit in praktisch alle Gerätetypen des Kardex-Produktionsprogramms integrieren. Je nach Einsatzzweck kann der Bediener zwischen Text-, Graphik- und Touchpanel wählen. Zusätzlich können auch Scanner, Tastaturen oder ein Lager-PC mit der Kardex-eigenen Lagersoftware Powerpick angeschlossen werden.

Portierung von Programmen ist einfach durchzuführen

Mit dem S7-kompatiblen Betriebssystem ausgestattet, ist die Portierung von Programmen auf die neue Saia-Steuerung einfach durchzuführen. Für Kardex ist der Übergang zur C3000-Steuerung, wie sie mit der hauseigenen Software heißt, ein wichtiger Schritt: Weg vom Eigenbau – hin zur offenen Steuerungswelt. Mit Hilfe der Basisfunktionalitäten der PCD3-Steuerung sind zudem weltweite Lagerverbünde möglich. Alle Lagerinformationen sind von berechtigten Nutzern auf der ganzen Welt abrufbar.

Ausschlaggebendes Argument für Koch war jedoch die einfache Verbindung ins Firmennetzwerk und somit auch mit dem Auftragsabwicklungssystem, die sichere und schnelle Verwaltung der Lagertablare ein weiteres. Schließlich nehmen die Lagergeräte den gesamten Produktbestand des Unternehmens auf, für das die Gewährung der Lieferfähigkeit oberstes Gebot ist. Hier sichert wiederum die Steuerung ab: Über Remote-access kann der Kardex-Service im Falle einer Störung online die Ursache der Störung ermitteln und umgehend die nötigen Maßnahmen einleiten.

An der zuverlässigen Lieferfähigkeit der Michael Koch GmbH hat Kardex übrigens auch ein großes Eigeninteresse. Der Grund findet sich in den Schaltschränken der Systeme: Als notwendiges Peripherieteil des Antriebssystems setzt Kardex auf die Produkte des Bremswiderstandherstellers.

Chris Liebermann ist Fachjournalist in Ubstadt-Weiher. Weitere Informationen: Michael Koch, Michael Koch GmbH, 76698 Ubstadt-Weiher, Tel. (07251) 962620, Fax (07251) 962621, mail@koch-mk.de

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